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Themenwoche Flüchtlinge |11.09.2015|13:00

Kluges schlauer Plan: Kicken statt Langeweile

Mirko Kluge (2.v.l.) setzt sich in Plauen nicht nur auf dem Fußballplatz für Flüchtlinge ein. [Foto: VFC Plauen]

Was sind das für Menschen, die sich in ihrer Freizeit für Flüchtlinge engagieren? Wie schaffen die das alles? Und wie entsteht überhaupt der erste Kontakt? Anlässlich unserer Themenwoche Flüchtlinge haben wir bei Mirko Kluge nachgefragt, wie er Familie, Beruf und sein Engagement für Flüchtlinge unter einen Hut bekommt.

Die Frage nach dem ersten Kontakt ist schnell beantwortet. Kluge war in Plauen in eine Straße gezogen, in der auch ein Asylbewerberheim eingerichtet wurde. „Es laufen einem immer wieder dieselben Menschen über den Weg und alle grüßen freundlich. Das ist man aus Deutschland ja gar nicht so gewohnt“, erklärt der 40-Jährige. Aus einem netten Lächeln entwickelte sich dann die erste Freundschaft.

Für Mirko mehr eine logische Schlussfolgerung als ein Akt der Integration. Der Schritt zum Fußball war dann nicht mehr allzu groß. „Im Grunde sind die Flüchtlinge auf mich zugekommen. Ich fand die Idee, hier einen Fußballverein für sie zu suchen, super und habe mich nach etwas Passendem umgeschaut. Wir haben Geld gesammelt und der VFC Plauen ist sofort eingestiegen“, freut sich Kluge. Jetzt helfen drei ehrenamtliche Trainer aus und die erste Flüchtlingsmannschaft steht. Im Grunde könnte der Verein schon eine zweite Mannschaft stellen - komplett aus Flüchtlingen.

Sinnvolle Aufgabe

"Es macht mir Spaß, der Kontakt mit den Menschen ist toll"

Die Warteliste ist lang. „Zurzeit können wir 20 Spieler mit Trikots, Schuhen und Trainingskleidung ausstatten. Für mehr fehlen leider dauerhafte Einnahmequellen. Bis jetzt reichen private Spenden auch noch aus, aber wir würden gerne allen Flüchtlingen diese tolle Chance ermöglichen“, so Kluge. Ein weiteres Dauerproblem ist das Thema Abschiebung, das über der Mannschaft schwebt. Viele der Flüchtlinge sind schon mehr als ein Jahr lang in Deutschland, trotzdem müssen sie Angst um ihre Zukunft haben. Die wenigsten haben eine Arbeitserlaubnis geschweige denn ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht.

Warum belasten sich freiwillige Helfer mit Flüchtlingstragödien, Sponsorensuche und Behördengängen? „Helfen ist keine Last“. Es entsteht eine kurze Pause, dann muss Mirko schmunzeln. „Ja, ich sehe es einfach nicht als Belastung. Es macht mir Spaß. Die Aufgabe ist sinnvoll, der Kontakt mit den Menschen toll. Man muss das Positive sehen und sich über kleine Fortschritte freuen.“

Sprache ist der Schlüssel

Fußball ist in der Hinsicht ein wirklich dankbarer Sport. Aus, Ecke, Foul – man braucht nicht perfekt Deutsch zu sprechen, um sich auf dem Platz verständigen zu können. Und Torjubel klingt auf jedem Kontinent gleich. Der Ehrenamtliche aus Plauen freut sich trotzdem darüber, dass die Sprachschulungen so dankbar angenommen werden. „Wir bieten ehrenamtlich Deutschkurse an. Sprache ist der Schlüssel für Integration. Darum geht es uns. Außerdem möchten wir Flüchtlingen bei Behördengängen ein wenig Selbstsicherheit mitgeben“.

Auf dem Fußballplatz ist von Unsicherheit nichts zu merken. „Einige Jungs sind richtige Fußballtalente. Die meisten sind technisch versiert und haben auch schon in Afrika gespielt. Und das nicht niedrigklassig. Einige kommen aus der zweiten und dritten Liga und wir können viel von ihnen lernen.“

Obst und Gemüse anbauen

Im Gespräch mit Mirko Kluge wird schnell klar, dass seine Bemühungen im Fußballverein nicht enden. Begeistert erzählt er von verschiedenen Projekten. Eine afrikanisch-deutsche Band steckt in ihrer Entstehungsphase und das Projekt „Stadtgarten“ ist ein voller Erfolg. Die Stadt Plauen hat 860 Quadratmeter Brachland zur Verfügung gestellt und jetzt bauen viele Flüchtlinge dort Obst und Gemüse an. „Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, freut sich Kluge. Zu Beginn hatte das Projekt seine Anlaufschwierigkeiten, doch mit der Zeit haben immer mehr Flüchtlinge das Potenzial der Gartenarbeit am Stadtrand entdeckt. Der Alltag ohne sichere Zukunft zieht sich schließlich oft zäh in die Länge. „Man muss kein Flüchtling sein, um zu wissen, wie schwer es ist, aus der Arbeitslosenspirale auszubrechen. Obst- und Gemüseanbau ist oft eine willkommene Abwechslung. Und wer sitzt nicht gerne ein paar Stunden gemütlich im Grünen, macht Musik und quatscht mit seinen Nachbarn?“

Woher nimmt er all diese Energie neben seinem Beruf als Produktionsleiter, seinen Freunden und der Familie? Auch in diesem Punkt bleibt der Vogtländer Kluge bescheiden: „Vieles läuft schon ganz automatisch. Am Anfang muss einer die Initiative ergreifen und ein Projekt ins Rollen bringen. Um die Organisation im Fußball kümmert sich jetzt der VFC Plauen. Meine Aufgaben sind es, mit der Stadt in Kontakt zu bleiben und die Koordination der Projekte. Natürlich denke ich aber auch immer in die Zukunft und sammele Ideen für neue Aktionen.“

Weitere Folgen der Serie:

Teil 56: Talent-Spürnase Wimmer: Er förderte Schweini

Teil 55: Legende Burgbacher: Keine fliegt so schön

Teil 54: Der Trainer-Trainer-Spieler: Markus Marburg ist Kult!

Teil 53: Hans Lubberich: Der 650-Kilometer-Chronist

Teil 52: Urgestein Karl Schmidt: Vorbild seit 1948

Teil 51: Mr. Meckinghoven: Wassereis statt Magnum Gold

Teil 50: Wie Treter Dieter Becker zum Kultschiri wurde

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