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Regionalliga Nord |13.10.2015|13:25

Krüger: Regionalliga nach Afrika-Abenteuern

Die Weltreisen sollen ein Ende haben: Michael Krüger trainiert nun den Regionalligisten Hannover 96 U 23. [Foto: Imago]

In Afrika war Michael Krüger ein Held. Der 61-Jährige trainierte Vereinsmannschaften in Ägypten, im Sudan und in Äthiopien, gewann dabei sieben Titel. Nun sollen die Zeiten des Weltreisenden vorbei sein. Seit Beginn dieser Saison trainiert der ehemalige Zweitligaspieler die U 23 von Hannover 96. Derzeit rangiert die Mannschaft auf Tabellenplatz 13 der Regionalliga Nord, hat allerdings noch ein Nachholspiel.

Am Sonntag steht das Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig II (15:30 Uhr) an. Im FUSSBALL.DE -Interview mit Mitarbeiter Oliver Jensen spricht Krüger über seine Abenteuer, den schwierigen Saisonstart, die Nachwuchsförderung in Hannover und über afrikanische Talente.

FUSSBALL.DE: Herr Krüger, warum sind Sie nach Ihren vielen Stationen im Ausland nach Deutschland zurückgekehrt?

Michael Krüger : Es war immer mein Plan, irgendwann wieder in den Nachwuchs eines Bundesligisten zurückzukehren. Dass sich die Möglichkeit bei Hannover 96 ergab, ist ideal. Schließlich ist das mein Verein, wo ich bereits als 14-Jähriger gespielt habe. Hier habe ich Familie und Freunde vor der Haustür. Ich hatte kurz zuvor auch noch ein Angebot aus Libyen. Das war mir allerdings nicht ganz geheuer.

"In Deutschland sind die Menschen sehr pessimistisch. Bereits der zweite Platz wird als Verliererplatz angesehen. Ich bin in dieser Hinsicht gelassener geworden"

Der Saisonstart von Hannover 96 II verlief sehr holprig. In den ersten acht Ligaspielen gab es nur einen Sieg. Wo lagen die Probleme?

Krüger: Es kam einiges zusammen. Unsere Mannschaft war ein kleiner Kreis, als wir die Vorbereitung begannen. Dann wurden fünf Jungprofis von der ersten Mannschaft zu uns hinunter geschickt. Ausgemustert zu sein, war für die Jungs ein herber Schlag. Auf der anderen Seite kamen acht Spieler aus der eigenen U 19, die erst einmal den Schritt vom Jugend- zum Männerfußball packen mussten. Gerade von der Physis ist das ein großer Schritt.

Also hatten viele Spieler zu Saisonbeginn mit sich selbst zu tun?

Krüger: Genau. Zudem haben wir eine sehr junge Mannschaft – vielleicht sogar die jüngste aller Regionalligisten. Es ist schwierig, Stabilität hineinzubringen. Beim Auswärtsspiel in Norderstedt waren zum Beispiel drei Spieler in unserer Viererkette erst 19 Jahre alt, einer 20 Jahre.   

Immerhin hat Ihre Mannschaft nun auf die Spur gefunden. Aus den letzten drei Spielen haben Sie fünf Punkte geholt. Acht der insgesamt 13 Tore hat Ihr 30-jähriger Stürmer Roman Prokoph erzielt. Ist die Mannschaft zu abhängig von ihm?

Krüger: Nein. Unser Spiel ist einfach sehr auf ihn zugeschnitten. Er bringt viel Erfahrung mit und ist der einzige Spieler bei uns, der etwas älter ist. Natürlich hoffe ich, dass zukünftig auch die anderen Stürmer häufiger treffen.

Die Profimannschaft von Hannover 96 hatte trotz des jüngsten Sieges gegen Werder Bremen einen schwachen Saisonstart. Ist es für Ihre jungen Spieler dadurch besonders schwierig, in der Bundesliga eine Chance zu erhalten?

Krüger: Es ist grundsätzlich schwierig, in den Profibereich vorzudringen. Man braucht Qualität, den absoluten Willen, eine mentale Stärke und die Fähigkeit zur Selbstkritik. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Für den gesamten Klub ist es besser, wenn alles im ruhigen Fahrwasser läuft. In der aktuellen Situation ist es für den Cheftrainer fast unmöglich, junge Spieler einzusetzen. Wobei Michael Frontzeck jemand ist, der jungen Talenten gerne eine Chance geben würde.

Sie haben in Afrika viele junge Fußballspieler trainiert, die gut mit dem Ball umgehen können. Wäre es nicht naheliegend gewesen, ein oder zwei dieser Talente nach Hannover zu holen?

Krüger: Das wäre schwierig gewesen. Die Afrikaner sind keine EU-Spieler. Sie dürften nicht für die U 23 spielen – außer man gibt ihnen direkt einen Profivertrag. Dieses Kostenrisiko gehen nur wenige Vereine ein. Unsere Philosophie ist es, den eigenen Nachwuchs zu fördern.

Aber bei einem Ausnahmetalent macht doch jeder Verein eine Ausnahme.

Krüger: Nicht alle afrikanischen Fußballer drängen nach Europa. Ein Beispiel: Für viele äthiopische Fußballer ist es ein Traum, eines Tages für Saint George SA zu spielen (ein Spitzenverein aus der Hauptstadt Addis Abeba, wo Krüger Trainer gewesen ist, Anm.d.Red.) . Haben sie das erreicht, ist es das praktisch gewesen. Natürlich verfolgen die Afrikaner den Fußball in Europa. Vielleicht träumen sie auch von einem Engagement bei einem europäischen Spitzenverein. Aber sie wirklich hierher zu holen, ist schwierig. Bei Afrikanern spielt die Familie eine ganz große Rolle. Sie brauchen ihr gewohntes Umfeld und können schlecht alleine sein.

Ein afrikanisches Talent bräuchte also nicht nur das Talent, sondern auch die richtige Mentalität, um nach Deutschland zu kommen.

Krüger: Genau. Und selbst dann müsste sich der Verein das erste halbe Jahr fast rund um die Uhr um den Spieler kümmern.

Welches fußballerische Niveau hatten die Vereine, die Sie in Afrika trainiert haben?  

Krüger: Ein Topverein in Äthiopien oder im Sudan könnte in der 2. Bundesliga spielen. Wobei die Leistungsdichte eine ganz andere ist. Ein Zweitligist in Deutschland muss in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen. In Afrika gibt es nur drei bis sechs Mannschaften, die ein hohes Niveau haben. 

Sie hatten in Afrika auch unschöne Erlebnisse. Im Sudan wurde einer Ihrer Spieler wegen Alkoholgenuss mit 40 Peitschenhieben bestraft. Außerdem gerieten Sie bei einem Rebellenangriff in Lebensgefahr. Inwiefern haben diese Erfahrungen Sie als Mensch geprägt?

Krüger: Ich bin der gleiche Mensch geblieben. Sicherlich lernt man, das Leben in Deutschland mehr zu schätzen. Vielleicht hat sich auch meine Einstellung etwas verändert. In Deutschland sind die Menschen sehr pessimistisch. Bereits der zweite Platz wird als Verliererplatz angesehen. Ich bin in dieser Hinsicht gelassener geworden.    

Ist das Thema Afrika für Sie nun durch oder kehren Sie irgendwann wieder zurück?

Krüger: Das Thema ist eigentlich durch. Ich habe hier eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Freude bereitet. Zudem hat Hannover 96 gerade angefangen, das Leistungszentrum zu bauen. Hier steckt viel Perspektive drin.

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