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Kultfigur |15.02.2019|10:00

Mario Basler am Telefon: "Un’ jetzt?"

Der SG Sauertal gehört Hans Lehnart seit fast fünf Jahrzehnten an.[Foto: Andreas Arens]

Einen Steinwurf von der Grenze zu Luxemburg entfernt, unweit von Trier, sind sie mächtig stolz auf ihre Fußballer: Die Spielgemeinschaft (SG) Sauertal hält sich bis auf ein paar Ausnahmen schon seit 1981 im überkreislichen Fußball auf und ist auch in der aktuellen Saison in der Bezirksliga West vertreten. Einer, der besonders für die Kontinuität in der SG steht, ist Hans Lehnart. Der heute 71-Jährige zählte lange zu den großen Stützen auf dem Platz – und ist inzwischen hinter den Kulissen unverzichtbar. Ob als Torwarttrainer, zweiter Kassierer, Organisationsleiter bei den Heimspielen oder aber als Koch: Sein Engagement für die SG kennt (fast) keine Grenzen.

Diese eine Begebenheit ist so typisch für Lehnart, den sie im Sauertal nicht nur wegen seines großen Einsatzes für den Fußball, sondern auch aufgrund seiner Geradlinigkeit so schätzen: Irgendwann Anfang Februar 2009, einige Tage vor dem Achtelfinalspiel im Rheinlandpokal gegen den damaligen Regionalligisten  Eintracht Trier , läutete das Telefon im Clubheim in Godendorf. Dessen Trainer Mario Basler persönlich verlangte nach dem Mann für alle Fälle bei der SG Sauertal. „Als er sich mit seinem Namen meldete und dann erst mal nichts mehr sagte, fragte ich ‚Un’ jetzt?’ Basler erwiderte ‚Wie, un’ jetzt?’“ Auch, wenn ein früherer Bundesligastar und Ex-Nationalspieler anrief, hatte Lehnart keine Lust darauf, den verbalen Knicks zu machen.

Basler wollte sich erkundigen, ob seine Sicherheit beim Spiel gewährleistet sei, damit man ihn nicht belästige. „Alles geregelt. Bei uns wird sowieso niemand belästigt“, versicherte der Sauertaler trocken. Am Spieltag kam Basler leger wie so oft daher, wollte mit einer Zigarette im Mund das Kabinengebäude betreten, handelte sich aber eine klare Ansage von Lehnart ein: „Hier wird nicht geraucht.“ Die Eintracht gewann das Pokalduell vor der stolzen Kulisse von 1200 Zuschauern mit 5:0. Nach dem Spiel war auch für Basler alles okay. „Wir haben uns dann nett unterhalten und etwas zusammen getrunken“, erinnert sich Lehnart noch gut an den Basler-Besuch vor zehn Jahren.

Das Kräftemessen mit der Trierer Eintracht war eines der Glanzlichter, auf das er mit Stolz zurückblickt. Die erste Meisterschaft 1972 und damit nur ein Jahr nach SG-Gründung (zunächst gingen der  FSV Ralingen  und die SpVgg Wintersdorf/Kersch zusammen, ein Jahr später kam die SpVgg Godendorf/Edingen/Minden hinzu) genießt bei Lehnart ebenfalls bis heute einen hohen Stellenwert. Beim  SV Trier-West  und später beim damaligen 1. FC Mariahof machte er als pfeilschneller und trickreicher Rechtsaußen auf sich aufmerksam. Die Trierer Eintracht, der  SV Leiwen , der  FSV Salmrohr : Alle wollten sie sich seine Dienste sichern. Mal stand er aber bei seinem damaligen Schwiegervater in spe im Wort, nicht zu wechseln, mal scheiterte ein Transfer am seinerzeit noch fehlenden Führerschein oder an der Schichtarbeit – beruflich arbeitete sich der gebürtige Trierer später bis zum Produktionsleiter bei einem Automobilzulieferer hoch. Für Geld zu spielen, war ihm sowieso suspekt, weshalb er auch lukrative Angebote aus dem benachbarten Luxemburg ausschlug.

„Der Hans ist bei uns ein echtes Urgestein“

Braunschweig? Zu weit weg!

Während seiner Bundeswehrzeit und nach starken Auftritten in der Auswahlmannschaft Ende der Sechzigerjahre in Koblenz wollte ihm ein Major aus Braunschweig gar ein Probetraining bei der dortigen Eintracht verschaffen. Auch das schien Lehnart aber nicht praktikabel – zu heimatverbunden war und ist er. Über einen Arbeitskollegen landete er schließlich im Sauertal und schlug hier Wurzeln: Über die Frauenmannschaft der SG lernte Lehnart  seine spätere Gattin Monika kennen und lebt mit ihr bis heute in Wintersdorf.

„Die Kameradschaft war und ist herausragend. Von daher gab es für mich nie einen Grund, woanders hinzugehen“, betont der leidenschaftliche Borussia-Mönchengladbach-Fan. Der erstmalige Bezirksliga-Aufstieg 1981 ist so ein weiterer Fixpunkt, an den sich Lehnart gerne erinnert. Bis zu seinem 37. Lebensjahr spielte er in der ersten Mannschaft, half noch 15 weitere Jahre in der Reserve aus und hörte bei den Alten Herren erst mit 60 Jahren auf. Aufstiege als Trainer der Jugend und der zweiten Mannschaft, Helfer bei Feriencamps und Schiedsrichter-Schulungen in Godendorf: Schon während seiner aktiven Zeit brachte sich Lehnart auch auf etlichen anderen Ebenen ein. Auch seine Tochter Kristina trainierte er mal kurzzeitig in der Mädchenmannschaft: „Ich musste ihr aber leider raten, dass sie sich eine andere Sportart aussuchen soll. Das Talent war nicht so da“, erzählt er lachend.

Versiert auch in der Klubhaus-Küche

Als Coach der Schlussmänner ist Lehnart weiter nah an den Aktiven dran – im Sommer fährt er mit ihnen immer sogar in ein separates Trainingslager. Und wenn die Übungseinheit vorbei ist, steht er im Klubhaus hinterm Tresen und kocht für die Spieler – mal Spaghetti, mal Frikadellen oder, als besondere Spezialität, Würstchen im Schlafrock. „Der Hans ist bei uns ein echtes Urgestein“, schwärmt SG-Vorsitzender Klaus Pallien. Martial Servais, Coach der Sauertaler Bezirksligaelf, betont, dass „immer zu 100 Prozent auf Hans Verlass ist“. Torwart David Hillesheim schätzt das abwechslungsreiche Training. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, informierte er sich auch schon mal bei seinem Lieblingsverein in Gladbach und schaut sich Videos im Internet an. Als Regionalligist Elversberg neulich vor dem Vorbereitungsturnier (Wintercup im Sauertal) eine Übungseinheit auf dem Godendorfer Platz absolvierte, konnte Lehnart durchaus zufrieden feststellen, dass „deren Torleute vom Grundsatz her die gleichen Übungen machen wie unsere“.

Zwar braucht die erste Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg aus der Bezirksliga nach der Winterpause noch einige Punkte, Lehnart ist aber vollauf überzeugt, dass dies klappt: „Ich habe einfach Vertrauen in die Jungs. Hier kämpft jeder für jeden.“ Wenn es einer wissen muss, dann er: Sein Kontakt zu den Spielern, die allesamt seine Enkel sein könnten, ist nach wie vor eng. „Man muss tolerant sein und mit der Zeit gehen, den Jungs aber auch klare Grenzen aufzeigen. Bei mir wissen sie genau, wie weit sie gehen können“, verrät der junggebliebene Senior. Vom Torwarttraining will sich Lehnart, dessen zweites großes Hobby die Musik ist (vor allem hört er gerne Oldies und sang lange Zeit im Wintersdorfer Kirchenchor), langsam aber sicher zurückziehen: „Der Rücken spielt nicht mehr so mit.“ Ansonsten denkt er aber noch nicht ans Aufhören. Gut so: Die SG Sauertal ohne Hans Lehnart ist auch eigentlich gar nicht vorstellbar.

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