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Trainer-Oldie |16.06.2019|14:00

Motivations-Monster: Trainer-Comeback mit 77

Erich Hock: "Fußball hat mich immer fasziniert und ist mein Leben."[Foto: TSV 1902 Berching]

Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss! Kulttrainer Erich Hock (77) setzt noch einen drauf. Zum dritten Mal während seiner langen Laufbahn übernimmt er den oberpfälzischen Kreisligisten TSV Berching und will mit jungen Spielern nach oben kommen. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Hock mit Mitarbeiter Peter Haidinger über Motivation, 25 Meisterschaften und sein Vorbild Ernst Happel.

FUSSBALL.DE: Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga übernehmen Sie kurz vor Ihrem 78. Geburtstag den Trainerposten beim TSV Berching. Warum tun Sie sich das an, Herr Hock?

Erich Hock: Fußball hat mich immer fasziniert und ist mein Leben. Das gemeinschaftliche Zusammensein ist ein Geben und Nehmen. Als ich 1994 aus Baden-Württemberg nach Bayern gekommen war, habe ich - was nicht alltäglich ist - beim TSV auch Freunde fürs Leben gefunden. Ich bin jetzt zum dritten Mal für die erste Mannschaft tätig.

Können Sie auf den Adrenalin-Kick am Wochenende nicht verzichten?

"Wer in den Wald geht, sammelt Pilze. Ich sammle lieber Punkte"

Hock: Jeder reagiert auf dem Fußballplatz anders. Die Emotionen kochen bei mir aber in der Regel erst nach den Spielen hoch.

Sie waren zuletzt zwei Jahre Trainer der A-Junioren beim TSV. Warum kehren Sie jetzt zu den Senioren zurück?

Hock: Es gab nach dem Abstieg viele Bewerber. Dennoch hat sich der Klub für mich entschieden. Die Verantwortlichen haben sich wohl gesagt: "Mensch, wir haben doch einen Kulttrainer im Verein. Warum fragen wir ihn nicht?" Ich bin seit 50 Jahren ohne Unterbrechung Trainer, habe 25 Meisterschaften gewonnen und bin noch nie abgestiegen. Von der Bayernliga bis zum Auswahltrainer habe ich schon alles gemacht. Jetzt peile ich mit einer ganz jungen Mannschaft den Wiederaufstieg in die Bezirksliga an.

Wie lautet Ihr Erfolgsgeheimnis?

Hock: Ich bin ein Motivations-Monster, möchte die Spieler dahin bringen, dass sie ihre Fehler minimieren und an ihren Defiziten arbeiten. Dabei gehe ich analytisch vor: Wo liegen die Stärken des Gegners? Wo sind unsere Schwächen und wie kann ich diese ausbügeln?

Können Sie ein Beispiel nennen?

Hock: Als ich beim TSV Berching die A-Junioren übernommen hatte, wurde mir vorher erzählt, dass die Jungs seit zwölf Jahren nicht mehr aufgestiegen sind. Da bin ich für diesen Job nicht der Richtige, habe ich geantwortet. Gleich kam die Frage: Und warum nicht? Wenn ich komme, müsst ihr Meister werden, habe ich den Spielern gesagt.

Das haben Sie dann in die Tat umgesetzt. Wie haben Sie es geschafft?

Hock: Erfolg ist wie ein Muskel, der ständig trainiert werden muss. Die Spieler sind wie kostbare Uhren, die vorsichtig aufgezogen werden müssen. Und ich sage den Jungs bei jedem Training, wie spät es ist (lacht). In der ersten Saison sind wir auf Anhieb Meister geworden, haben kein Spiel verloren und auch keinen Punkt abgegeben. Zuletzt wurden wir Dritter. Und das ohne echten Torwart, weil der sich verletzt hatte und wir immer einen etatmäßigen Feldspieler in den Kasten stellen mussten.

Wie würden Sie sich als Trainer-Typ beschreiben: Eher Klopp oder eher Hitzfeld?

Hock: Mein Vorbild war die österreichische Trainer-Legende Ernst Happel. Nach seinem Tod wurde das größte und bedeutendste Stadion in Wien, das Praterstadion, nach ihm benannt.

Was hat Ihnen am "Grantler" gefallen?

Hock: Happel war ein hervorragender Taktiker, der viele Titel gewonnen hat. Ich habe damals - wie er - auch geraucht, Alkohol getrunken und ebenfalls nicht viel ausgelassen.

Sie verfügen über eine riesige Erfahrung. Wie sehr hat sich der Fußball im Vergleich zu Ihrer aktiven Zeit verändert?

Hock: Der Fußball ist dynamischer und athletischer geworden. Es gibt unterschiedliche Trainingssysteme, wie man ein Team auf die Wettkämpfe vorbereitet. Meine Mannschaften können alle länger und schneller laufen als die anderen. Obwohl ich keine Waldläufe mache.

Warum nicht?

Hock: Wer in den Wald geht, sammelt Pilze. Ich sammle lieber Punkte (lacht). Der Fußball lebt von Spielsystemen, Ordnung und Taktik. Nur wer das beherrscht, wird erfolgreich sein. Das lässt sich nicht bei Waldläufen trainieren.

Ihre Spieler könnten auch Ihre Enkel sein. Wie gewinnen Sie die Jugend für sich?

Hock: Man muss den jungen Spielern das bieten, was sie mögen. Wir fliegen deshalb jedes Jahr im Winter für fünf Tage ins Trainingslager nach Mallorca. Das machen wir aber nur, wenn wir dann mindestens Tabellenplatz drei belegen. Als Fünfter oder Zehnter muss ich nicht nach Spanien. Dann wird zu Hause im Schnee trainiert. Wir waren zuletzt zehnmal hintereinander im Süden.

Welche Philosophie verfolgen Sie?

Hock: Ehrgeiz, Respekt und Gemeinschaft sind ganz wichtige Faktoren für den Erfolg. Bei meiner Ansprache mache ich den Spielern klar, dass die Playstation zu Hause immer gewinnt. Wir führen auf dem Fußballplatz zwar keinen Krieg, haben dennoch jeden Samstag neue "Feinde" (lacht). Anfangs sind Jugendspieler noch introvertiert und die Kennenlern-Phase dauert wesentlich länger als bei den Senioren. Wenn ich einen Spieler auswechsle, werden Sie aber nie erleben, dass dieser nach den Gründen fragt.

Die Zeit der Vorbereitung beginnt. Müssen Sie sich mit inzwischen 77 Jahren nicht auch mal zum Training quälen?

Hock: Ich gehe nie unvorbereitet zum Training, stehe selbstverständlich bei den Einheiten nach wie vor auf dem Platz. Aber in meinem Alter habe ich schon einen jüngeren Co-Trainer, der den Spielern die Übungen vormacht.

Hält Sie der Fußball jung?

Hock: Auf jeden Fall! Die Arbeit mit jungen Leuten tut mir gut und hält mich fit.

Am 28. Juni werden Sie Ihren 78. Geburtstag feiern. Ist etwas Besonderes geplant?

Hock: Der 28. Juni ist ein Freitag. Daher wird an diesem Tag selbstverständlich trainiert. Erst danach werden wir uns zusammensetzen und ein wenig feiern. Übernachten werde ich wohl im Besprechungsraum des Sportheims auf der Couch.

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