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Mädelstrip|06.09.2018|09:00

Neue Fußballwelt: Potsdams U 13 in China

Turbines Potsdams Nachwuchskickerinnen spielten ein Turnier in China.[Foto: Privat]

Abenteuer pur bedeutete die einwöchige Reise der U 13-Fußballerinnen von Turbine Potsdam in der zweiten Augusthälfte nach China. Kunming mit rund sieben Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt der im Südwesten gelegenen Provinz Yunnan. Dorthin führte der Trip der jungen Mädchen, begleitet von Turbines Geschäftsstellenleiter Stephan Schmidt und Vizepräsident Uwe Reher. „Das war bisher unsere weiteste Reise“, sagt Nachwuchstrainerin Bettina Stoof. „Normalerweise verlasse ich Brandenburg mit den Jüngeren eigentlich gar nicht. Im Mai waren wir allerdings in Dänemark.“

Wie es zur Reise um den halben Globus zu einem internationalen Jugendturnier kam, erklärt Stephan Schmidt. „Die Chinesen wollen beim Frauenfußball von anderen Nationen lernen und schauen, wo ihre Jugend im internationalen Vergleich steht“, erklärt er. „Wir konnten uns mit einigen Verbandsfunktionären vernetzen“, sagt er zum nachhaltigen Ergebnis der Reise. Man habe jetzt erste Kontakte zum Fußballverband von Kunming. „Es gab ein gemeinsames Abendessen mit den Trainern der Mädchenauswahl und ein Freundschaftsspiel. Am Finaltag hatten wir ein kurzes Gespräch mit dem Sekretär des Fußballverbandes von Kunming. Über den Organisator des Turniers werden weiter die Kontakte forciert.“

Der Kontakt zum Organisator des Turniers in Kunming kam über eine Firma für Sportvermarktung zustande. Ein Fünf-Sterne-Hotel vom Feinsten hatten die Gastgeber für ihre Gästeteams spendiert. Sämtliche Kosten, inklusive der Flüge von Berlin über Amsterdam und Guangzhou nach Kunming, wurden übernommen.

Sportlich konnten die Potsdamer Fußballerinnen beim Turnier „Mediterranean Champion China“ nicht viel erreichen. Es gab zwei Vierergruppen. In der Gruppe A spielten Espanyol Barcelona, Tianjin FA, Kunming FA und die Dazhou High School of Sichuan Province, in der Gruppe B: die Potsdamerinnen gegen Suzhou Sports School, Shenzhen FA und New Dream FC. Bei den chinesischen Teams handelte es sich um Sportschulen und Stadt-/ Distriktauswahlen.

"Die Mädels haben sich mit jedem Spiel verbessert, zudem ein neues Land mit fremder Kultur kennengelernt."

Turbine kassierte drei Niederlagen. 0:8 und 1:7 mit dem Treffer von Anna Lena Kulbe. Die Packungen erklärt Trainerin Stoof nicht nur mit dem unvermeidbaren Jetlag, der ungewohnten Höhe von rund 1900 Metern und den im Schnitt ein Jahr älteren Gegnerinnen vor allem so: „Die Mädels haben erstmals auf Großfeld gespielt. Das war eine riesige Umstellung.“ Im dritten Spiel fiel das Ergebnis mit 1:2 nach dem Tor von Franziska Helmke deutlich knapper aus. Für die K.o.-Phase des Turnieres reichte es trotzdem nicht. Komplett ungewohnt: Vor dem Betreten des Turnierfelds mussten sich alle Spielerinnen die Füße abspülen und ihren Turnierausweis vorzeigen. Und dass WhatsApp nur selten funktikonierte, war ebenfalls gewöhnungsbedürftig. „An einigen Tagen konnte ich gar nichts schicken. Dann haben wir uns das chinesische Pendant WeChat runtergeladen und es klappte deutlich besser “, berichtet Spielerin Friederike Knabe. Die Elfjährige hatte übrigens auf der Turniereröffnungsfeier für alle Teams den Sportler-Eid gesprochen. „Das war für mich Gänsehaut pur“, erinnert sich ihre Trainerin.

„Die Reise war ein absolutes Highlight“

Ganz ohne eine sportliches Erfolgserlebnis blieben die Turbine-Kickerinnen dann doch nicht. In einem kurzfristig verabredeten Spiel gegen die Auswahl von Kunming hieß es 3:2 durch zwei Helmke-Tore und den Treffer von Elena Frieden. „Bei den Mädels kam enorm viel Team- und Kampfgeist rüber“, freute sich Trainerin Stoof. Franziska Helmke sah vor allem die Zeitverschiebung ein großes Problem. „Am ersten Tag war ich die ganze Zeit müde und als wir uns an die Zeiten gewöhnt hatten, mussten wir wieder zurück.“ Wenn sich die Chance böte, würden sie aber jederzeit wieder nach China reisen. Auch Trainerin Stoof findet trotz der eher mageren sportlichen Bilanz: „Die Reise mit den 17 Mädels war ein absolutes Highlight.“

Und so wertet Stephan Schmidt den Erlebnisgehalt: „Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Aus sportlicher Sicht haben sich die Mädels mit jedem Spiel verbessert, zudem ein neues Land mit fremder Kultur und neue Mannschaften kennengelernt.“ Neben dem Wettkampf wurden etwa ein Tempelbesuch und die Fahrt in ein nahe gelegenes Dorf organisiert. „Die Spielerinnen haben viele Eindrücke aufgenommen und gesehen, dass China mehr ist als nur ein Sportplatz mit einem Hotelgelände. Zum Ende der Reise haben sich die Mädels jedoch auch wieder auf das gewohnte Essen von Mutti oder der Oma gefreut und somit auch kleine, vielleicht schon als normal empfundene Dinge des Alltags stärker schätzen gelernt.“

Turbines D-Mädchen haben auch neben solchen Fernreisen einen besonderen Saisonalltag. In den Jahrgängen 2005 und 2006 spielen sie samstags in der  Landesklasse der Mädchen , in den Jahrgängen 2006 und 2007 tags darauf in der  2.Kreisklasse der Jungen . Die haben sich jetzt beim ersten Punktspiel mit 8:2 bei  ESV Lok Elstal 3  nach drei Toren von Aimie Appel, Jolien Franeck, Elena Frieden (je 2) und Lucy Thiermann sofort an die Tabellenspitze gesetzt. „Wir wollen, wie im Vorjahr, wieder gut dabei sein mit vorderen Platzierungen“, nennt Stoof als Saisonziel. Die älteren Mädchen haben ihr Heimspiel im Sportforum Waldstadt gegen  Union Fürstenwalde  sogar mit 13:0 gewonnen. Jolien Franeck (5), Johanna Thobe (3) sowie Friederike Knabe, Elena Frieden, Lucy Thiermann und Aimie Appel trafen.

Der Trip war übrigens nicht die erste Reise von Turbine-Vertretern ins Reich der Mitte. Schmidt und Dirk Heinrichs, Torwarttrainer der Bundesligafrauen, waren bereits im letzten Jahr zu zwei Frauen-Länderspielen dort eingeladen. „Es ging um eine Art Hospitation mit Erfahrungsaustausch. Der Verband wollte einen Vergleich mit deutschen Abläufen haben, um professioneller zu werden“, so Schmidt.

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