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Diskriminierung:|13.10.2020|13:22

NFV-Anlaufstelle jetzt online

Von links nach rechts: Reinhard Rawe, Julius Peschel (beide LSB), Felix Agostini, Günter Distelrath (beide NFV).[Foto: Finger]

"Wenn Sie das Gefühl haben, dass auf oder neben dem Spielfeld etwas geschehen ist, was mit den Themen Gewalt, Diskriminierung, Rassismus oder Extremismus zu tun hat, dann scheuen Sie sich bitte nicht, eine Meldung abzugeben." Mit diesem Appell wandte sich NFV-Präsident Günter Distelrath jetzt im Verlauf einer Pressekonferenz in Hannover an die niedersächsische Fußballfamilie.

Die erfolgte Einrichtung und Bekanntmachung der NFV-Anlaufstelle für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle sei ein „Meilenstein“ im Hinblick auf die Umsetzung der Gesamtstrategie des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in den Themenfeldern Gewaltprävention sowie Anti-Diskriminierung. Ab sofort können alle Akteure (Spieler, Trainer, Funktionäre, Schiedsrichter, Zuschauer, Eltern) Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle aus dem niedersächsischen Fußball melden. Nach der Meldung erhalten sie adäquate Beratungs- und Unterstützungsangebote. Für jegliche Beratungen gelten dabei die Prinzipien der Vertraulichkeit und des Schutzes persönlicher Daten. Ansprechpartner der NFV-Anlaufstelle ist Felix Agostini (Telefon: 05105-75235, Mail: felix.agostini@nfv.de).

In diesem Zusammenhang ist auch die Kooperation des LandesSportBundes (LSB) mit dem Niedersächsischen Fußballverband im Rahmen des Projekts „Sport mit Courage“ zu sehen, die mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung durch Reinhard Rawe und Günter Distelrath am 21. Juli 2020 gestartet wurde. Zu den Beweggründen der Kooperation erklärte der NFV-Präsident am heutigen Vormittag: „Wir bauen hiermit nicht nur unser bisheriges Engagement im Bereich der Gewaltprävention und -intervention aus, sondern intensivieren zugleich unsere Arbeit gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. Die Initiative ist einer der wichtigsten Doppelpässe, den der NFV und der LSB spielen.“

Der LSB setzt sich seit vielen Jahren gemeinsam mit seinen Mitgliedsvereinen, den Landesfachverbänden und Sportbünden, für die Stärkung demokratischer Werte, für einen fairen und respektvollen Umgang, für Integration und Inklusion im Sport ein. Unter dem Projekttitel „Sport mit Courage“ informiert und berät der LSB seit 2012 zum Umgang mit rechtsextremen und rechtspopulistischen Positionen und Handlungen im Kontext Sport. Dieses Angebot wird jetzt im Rahmen einer Förderung durch das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ überarbeitet und ergänzt. Es steht allen Mitgliedsvereinen des LSB zur Verfügung. Die Förderung durch Bundesmittel ist zunächst bis Ende 2024 befristet.

„Wir erleben ein wachsendes Misstrauen gegenüber unserer Demokratie. Dies ist u.a. erkennbar am Zulauf antidemokratischer, insbesondere rechtspopulistischer Parteien oder zuletzt bei einigen Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Wir nehmen zudem auch in Teilen des Sports ein Herabsinken bisheriger Hemmschwellen war - sowohl in Bezug auf diskriminierende, teilweise rassistische Äußerungen als auch in Bezug auf Bedrohungen und körperliche Übergriffe. Gleichzeitig engagieren sich in unseren Sportvereinen zahlreiche Menschen, um diesen Entwicklungen entgegenzusteuern. Die Förderung des Projekts ‚Sport mit Courage‘ durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ermöglicht es uns, dieses wichtige Engagement intensiver zu unterstützen und somit der gesellschaftlichen Bedeutung des organisierten, gemeinnützigen Sports weiterhin gerecht zu werden“, sagte Reinhard Rawe, Vorstandvorsitzender des LSB.

Durch „Sport mit Courage“ wird in den kommenden Jahren eine verbandsinterne Beratungsstruktur für konkrete Konfliktsituationen, aber auch zur Umsetzung präventiver Maßnahmen in den Sportvereinen aufgebaut. Es werden zielgruppenspezifische Informations-, Qualifizierung- und Weiterbildungsangebote sowohl im Lizenzbereich als auch in freien Workshops und unterschiedlichen Veranstaltungsformaten entwickelt. Weiterhin wird es Fördermöglichkeiten für die Mitgliedsvereine des LSB geben. Darüber hinaus sollen einzelne Landesfachverbände darin unterstützt werden, eigene Projekte und Maßnahmen umzusetzen.

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