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Corona |09.11.2020|08:00

Nothilfefonds: Solidarität in schweren Zeiten

Unterstützung für Menschen aus der Fußballfamilie: die DFB-Stiftung Sepp Herberger.[Foto: imago]

Die DFB-Stiftung Sepp Herberger hat bereits im März den Corona-Nothilfefonds ins Leben gerufen. Damit sollen Menschen aus der Fußballfamilie finanziell unterstützt werden, die bedingt durch Covid-19 unverschuldet in Not geraten sind. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter im Badischen Fußballverband, der als freier Journalist arbeitet, hat davon Gebrauch gemacht – und ist begeistert. Förderanträge können fortlaufend bei der Stiftung eingereicht werden.

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland wieder rasant aus. Und damit wächst bei vielen Menschen die Sorge – in gesundheitlicher Hinsicht genauso wie in finanzieller. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter im Badischen Fußballverband (bfv) – nennen wir ihn Walter Reinke, denn seinen richtigen Namen möchte er an dieser Stelle nicht kommunizieren – war einer von vielen, der die direkten Folgen der Pandemie zu spüren bekam. Reinke arbeitet als freier Journalist bei einer Lokalzeitung. Und von heute auf morgen brachen seine Aufträge um bis zu 80 Prozent ein.

"Ich stand plötzlich vor dem Nichts und wusste nicht mehr weiter. Ich bin völlig unverschuldet in große finanzielle Not geraten", sagt Reinke im Rückblick. Durch ein Gespräch am Rande eines Fußballturniers wurde der Funktionär auf den Corona-Nothilfefonds aufmerksam, den die DFB-Stiftung Sepp Herberger gemeinsam mit Nationalspieler Jonathan Tah eingerichtet hat. Grundlegend dafür ist der Solidaritätsgedanke des DFB-Sozialwerks. Dieser besagt, dass die große Fußballfamilie sich hilft, wenn einzelne Mitglieder ohne eigenes Zutun in Not geraten sind.

Seit fast 50 Jahren ehrenamtlich engagiert

"Dieser Nothilfefonds ist eine tolle Sache – auch wenn ich natürlich lieber darauf verzichtet hätte, ihn in Anspruch nehmen zu müssen"

Und genau das traf auf Reinke zu, der sich seit fast 50 Jahren ehrenamtlich im Fußball engagiert. Wegen einer Knieverletzung in jungen Jahren konnte er seinen geliebten Sport früh selbst nicht mehr ausüben. Aber ganz loslassen ging eben auch nicht. Deshalb konzentrierte Reinke sich darauf, es anderen zu ermöglichen, Fußball zu spielen. Also entschied er sich für ein umfangreiches ehrenamtliches Engagement. "Ich war mehr als drei Jahrzehnte im Vorstand meines Heimatvereins tätig", berichtet Reinke. "Außerdem als Jugendtrainer und Pressereferent." Seit elf Jahren ist er im Badischen Fußballverband ehrenamtlich tätig.

Das Coronavirus hat seit dem März in Deutschland fast alles verändert. Auch bei Walter Reinke war das der Fall. "Es gab einfach keine Termine mehr, über die ich hätte berichten können, weil Veranstaltungen im Sport, in der Kultur, in Schulen und in Kitas sowie im kommunalen Bereich abgesagt wurden", erzählt Reinke. "Außerdem hatten die Verlage zwischenzeitlich ihre Berichterstattung deutlich eingeschränkt. Ich hatte große Probleme, meine Rechnungen zu bezahlen." Und genau in dieser Situation hat ihm der Corona-Nothilfefonds mit 3500 Euro geholfen. Reinke hat sieben Monate lang 500 Euro von der DFB-Stiftung Sepp Herberger erhalten. "Das war für mich Rettung in höchster Not", sagt er.

Rettung, die selbstverständlich war, denn genau für Menschen wie Reinke hat die DFB-Stiftung Sepp Herberger zusammen mit Jonathan Tah den Corona-Nothilfefonds eingerichtet. "Die Beantragung der Gelder war völlig unkompliziert", sagt Reinke. "Ich musste einen kurzen Antrag ausfüllen und ein paar Unterlagen einreichen. Damit war die Sache erledigt. Ich bin wirklich glücklich darüber, den Tipp bekommen zu haben. Dieser Nothilfefonds ist eine tolle Sache – auch wenn ich natürlich lieber darauf verzichtet hätte, ihn in Anspruch nehmen zu müssen."

Die Fürsorge für unverschuldet in Not geratene Fußballerinnen und Fußballer war für Sepp Herberger stets ein wichtiger Aspekt seines Handels. Auch nach seinem Tod lebt dieser Gedanke weiter. Denn der frühere Bundestrainer und seine Frau Eva haben ihr Privatvermögen der DFB-Stiftung Sepp Herberger vermacht und dabei verfügt, dass dieses vorrangig für eben genau solche Zwecke eingesetzt wird.

Anträge können weiterhin eingereicht werden

Förderanträge für den Corona-Nothilfefonds können fortlaufend bei der Stiftung eingereicht werden. Antragsberechtigt sind Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich in den DFB-Mitgliedsverbänden, deren Untergliederungen (zum Beispiel Schiedsrichtervereinigungen) und den bundesdeutschen Fußballvereinen engagieren.

Wichtig für die Antragsstellung ist die Schilderung über die individuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den jeweiligen Antragsteller. Die Anträge können formfrei per E-Mail an  corona-hilfe@sepp-herberger.de  gesendet werden. Jeder Antrag wird im Einzelverfahren geprüft. Ein Anspruch auf die Gewährung von Stiftungsmitteln besteht nicht.

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