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Themenwoche DFB-Pokal|14.08.2014|07:45

Paloma: Einer hat sogar Halbfinalerfahrung

Der Schritt vor Hoffenheim: Hamburger Jubelszenen nach dem Gewinn des Landespokals. [Foto: Verein]

Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um danach zwei vorwärts zu gehen! Diese Weisheit trifft auch auf den Uhlenhorster Sport Club Paloma Hamburg von 1909, kurz USC Paloma, zu.

Noch im Sommer 2013 herrschte im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd trübe Stimmung. Die Fußballer waren von der Oberliga in die Landesliga abgestiegen. “Wir standen damals immer mit dem Rücken zur Wand, hatten sehr viele Negativerlebnisse”, erinnert sich der 1. Vorsitzende Dirk Rathke. “Trotz des Abstiegs ist die Mannschaft größtenteils zusammengeblieben und hat vergangene Saison einen richtig guten Fußball gespielt.” Der USC Paloma feierte nicht nur den Gewinn des Hamburger Landespokals durch ein 3:2 im Elfmeterschießen gegen den Oberligisten SC Condor und somit die Qualifikation für den DFB-Pokal, sondern auch die Rückkehr in die Oberliga. Dass der Wiederaufstieg nach den verlorenen Relegationsspielen lediglich durch die Zurückstufung eines anderen Oberligisten gelang, interessiert heute niemanden mehr beim USC.

Am Sonntag (ab 14.30 Uhr, live bei Sky) trifft Paloma in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals auf die TSG 1899 Hoffenheim. “Die Hoffenheimer haben in der letzten Saison sehr viele Tore geschossen, aber auch sehr viele Gegentreffer bekommen. Insofern eröffnet sich die Voraussetzung für ein munteres Spiel”, meint Rathke.

Die Partie wird im Stadion Hoheluft aufgetragen, wo sonst der Regionalliga-Absteiger SC Victoria Hamburg beheimatet ist. Rund 5000 Zuschauer sind für das Spiel zugelassen. Nicht nur Fußballfans aus Hamburg und Sinsheim, sondern auch Groundhopper aus Österreich und der Schweiz haben sich laut den Gastgebern Tickets gesichert. “Wir wollen das Stadion voll machen”, betont Rathke.

"Mit hohen Niederlagen kann unser Trainer nicht umgehen - auch im DFB-Pokal nicht"

Die Spieler des Hamburger Amateurvereins sind heiß. “Als Fußballer wird es für uns das größte Erlebnis ”, sagt Torwart Yannick Jonas. Er hatte mit drei gehaltenen Elfmetern im Endspiel den Pokalsieg erst möglich gemacht. Mit den Spielern des Gegners hat er sich bereits auseinandergesetzt: “Ich freue mich besonders auf Sejad Salihovic wegen seiner Freistöße”, verrät Jonas.

Unrealistische Ziele möchte sich der Keeper vor dem Spiel nicht setzen: “Für uns geht es darum, dieses tolle Erlebnis mitzunehmen und zu gucken, was am Ende herausspringt.” Für den Verein ist es nicht der erste Auftritt im DFB Pokal. In der Saison 2002/2003 trafen die Hanseaten auf den damaligen Bundesligisten 1. FC Kaiserlautern und verloren 0:5.

Mit Rudi Kargus kam der Erfolg

Dass der USC Paloma überhaupt im höherklassigen Amateurfußball mitmischt, ist nicht zuletzt Rudi Kargus zu verdanken. Der langjährige Bundesligatorhüter des Hamburger SV übernahm den Verein 1997/1998 als Trainer in der Bezirksliga. Weil er zuvor noch die Jugendmannschaft des Hamburger SV trainiert hatte, war die Umstellung auf dem Amateurfußball für ihn ein echter Kulturschock. Kargus erinnert sich: “Bei unserer ersten Teambesprechung kamen die Jungs mit der Bierflasche in der Hand rein. Auch dass beim Trainingsstart viele Spieler noch im Urlaub waren, war für mich sehr gewöhnungsbedürftig.”

Innerhalb seiner rund dreijährigen Amtszeit schuf Kargus professionellere Strukturen, von denen der Verein langfristig profitiert hat. Kargus ist seitdem eine Vereinsikone. Möglicherweise wird er sich das Pokalspiel seines Ex-Vereins im Stadion anschauen. “Normalerweise hat ein Amateurverein gegen einen Bundesligisten keine Chance”, sagt der 61-Jährige. “Aber alle ein bis zwei Jahre gibt es ja so eine Sensation im DFB-Pokal.”

Stürmer Smith gewann 2,5 Millionen bei Stefan Raab

Bekannte Namen sind beim USC Paloma nicht nur auf der Tribüne, sondern auch auf dem Rasen zu finden. Neuzugang Hauke Brückner absolvierte als Innenverteidiger beim FC St. Pauli zehn Partien in der 2. Bundesliga und wurde 2006 im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern München (0:3) in der 70. Minute eingewechselt. Ein bekannter Name ist auch Stürmer Olufemi Smith. Der 35-Jährige schaffte es zwar “nur” bis in die Regionalliga, gewann dafür aber 2008 in der Fernsehsendung “Schlag den Raab” 2,5 Millionen Euro.

Auch Trainer Marco Krausz hat auf hohem Niveau Erfahrungen gesammelt. Als er in Diensten des Hamburger SV II noch selbst dem Ball hinterherjagte, durfte er 1996 / 1997 im DFB-Pokal gegen den damaligen Bundesligisten Arminia Bielefeld ran. Per Elfmeter traf er gegen Uli Stein damals zum zwischenzeitlichen 1:1. Am Ende stand es 1:3.

Der Ehrgeiz des Trainers dürfte nun mindestens genauso groß sein wie damals. Davon ist jedenfalls sein Vorsitzender Rathke überzeugt. “Mit hohen Niederlagen hat der Trainer immer eine Nuss zu knacken. Mit so etwas kann er nicht umgehen - auch im DFB-Pokal nicht.”