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Kultfigur |19.01.2018|09:00

"Pauli-Klaus": Platzwart mit doppelter Liebe

Beim Anblick seiner tapezierten Wohnung halten viele Menschen Klaus Hornig für verrückt. "Die haben wahrscheinlich recht", scherzt der Platzwart. [Foto: Joel Grandke]

Das Fußball-Herz von Klaus Hornig schlägt schon seit vielen Jahrzehnten für zwei Vereine: Einerseits brachte ihm sein Vater schon früh die Faszination des Kulklubs FC St. Pauli näher, in dessen braun-weißen Farben er bis heute stets auf der Straße unterwegs ist. In seinem Viertel in Hamburg-Uhlenhorst ist er ein bunter Hund, der aufgrund seiner Outfits nur „Pauli-Klaus“ gerufen wird. Keine 100 Meter von seiner Wohnung ist der Sportpark in der Beethovenstraße entfernt, wo der SV Uhlenhorst-Adler seine Heimspiele austrägt – seine zweite Liebe. Als Platzwart ist er die gute Seele des Vereins, dem der 57-Jährige schon seit Jugendzeiten die Treue hält – unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.

„Pauli-Klaus“ ist zweifellos eine Erscheinung: Ein stämmiger Typ mit Vokuhila-Frisur, ausgewaschener St.-Pauli-Kutte und rauchiger Hamburger Schnauze. Ein echter norddeutscher Jung – obwohl er in Dublin geboren ist. Im Alter von anderthalb Jahren verschlug es ihn mit seiner Mutter, die Ostberlinerin war, und seinem irischen Vater aber schon nach Hamburg. Bis heute lebt Klaus Hornig in der Wohnung im Stadtteil Uhlenhorst, in der er auch groß geworden ist.

Direkt um die Ecke liegt die Spielstätte des SV UH-Adler . Der Verein stellt mehr als 30 Mannschaften, die erste Herrenmannschaft kickt in der Hamburger Bezirksliga-Nord . Hier ist er als Platzwart längst eine Institution. Für seinen Verein ist er ehrenamtlich quasi als „Mädchen für alles“ unterwegs. An den Spieltagen schließt er morgens um 7.30 Uhr den Platz auf und ist gegen 21 Uhr der Letzte, der das Licht in der Beethovenstraße ausmacht. Vom Aufbau der Felder über die Verteilung der Kabinen bis hin zur Reinigung der Toiletten – Hornig wuselt den ganzen Tag quer über das Gelände und behält trotz parallel spielenden Teams auch unter Zeitdruck die Übersicht.

Am meisten Freude bereitet ihm die Arbeit mit den Junioren. Wenn ein Junge oder Mädchen mal eine Schramme hat, tröstet er mit Tierpflastern und Bonbons. „Danach sieht die Welt meist schon wieder besser aus“, berichtet er. Das Schöne für ihn dabei: „Egal ob die Kleinen aus armem oder reichem Elternhaus kommen – auf dem Platz haben sie alle die gleichen Bedürfnisse.“ Der 57-Jährige setzt dabei immer auf Augenhöhe. „Wenn mich jemand mit Herr Hornig anspricht, zeige ich ihm den Vogel“, sagt er lachend. Stattdessen lässt er sich selbst von den Kleinsten „Digga“ oder eben „Pauli-Klaus“ rufen. Viele der Eltern oder Großeltern kennt er selbst noch aus vergangenen Tagen im Verein. Auf das Vertrauensverhältnis zwischen den Kids, den Eltern und ihm als Platzwart legt er besonderen Wert.

"Speziell, wenn Leute in meine mit St.-Pauli-Sachen tapezierte Wohnung kommen, sagen die, dass ich doch eine Meise hätte. Und was soll ich sagen? Die haben wahrscheinlich recht."

Rolle in einem Kurzfilm

Hornig ist seinem Club von den Kindertagen bis heute treu geblieben. In der Jugend spielte er für den damaligen SV Uhlenhorst-Herta, der Anfang der 90er-Jahre mit dem Nachbarverein SC Adler zum heutigen Verein SV Uhlenhorst-Adler fusionierte. Nach der Jugendzeit legte er eine fußballerische Pause ein, später schloss er sich wieder dem Seniorenteam an, für das er bis ins Alter von 40 Jahren noch im Tor oder in der Verteidigung aktiv war. Aufgrund von Knieproblemen hängte er die Schuhe dann an den Nagel, blieb dem Verein aber stets verbunden. Erst unterstützte er den vorigen Platzwart bei dessen Arbeit, bis er schließlich seine Nachfolge antrat.

Seine Wochenenden verbringt er somit auf dem Sportplatz. „Ich verpasse eigentlich kein Spiel“, berichtet er. Besondere Vorfreude kommt vor den emotionalen Derbys gegen den USC Paloma oder den VfL 93 Hamburg auf. Einzig Arzt- oder Reha-Termine halten ihn hin und wieder von der Arbeit ab. Ein Ende ist für den 57-Jährigen aber noch nicht in Sicht: „Ich mache den Job hier, solange der Körper mitmacht. Ich habe dadurch etwas um die Ohren, mag den Kontakt mit den Leuten und bin an der frischen Luft.“ Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) war vom Engagement Hornigs so beeindruckt, dass sie ihn 2011 zum Protagonisten eines Kurzfilms über gelebtes Ehrenamt machten.

Neben den Partien von UH-Adler gehören für ihn die Spiele des FC St. Pauli zum Pflichtprogramm. Sein Vater nahm ihn als kleinen Jungen schon mit ans Millerntor, seit Jahrzehnten ist er bei Heimspielen mit seinen Kumpels in der Nordkurve anzutreffen. Zahlreiche Profis hat er über die Zeit persönlich kennengelernt, bei den alten Totenkopf-Kickern ist „Pauli-Klaus“ vielen ein Begriff. Hornigs Wohnung gleicht einem Vereinsmuseum: Die Wände sind tapeziert mit signierten Trikots, Wimpeln, Plakaten, Autogrammkarten und allerlei handgemachten Fanartikeln.

Freibier dank Pauli-Kutte

In seiner Stammkneipe um die Ecke mischen sich St.-Pauli- und HSV-Fans. „Da gibt es natürlich immer wieder Sprüche“, erzählt er. „Aber wir kommen doch alle freundschaftlich miteinander aus.“ In der Vergangenheit zog es Hornig auch öfters zurück in Richtung Irland oder Schottland, wo die Fußball-Fankultur bekanntermaßen groß geschrieben wird. In seinen St.-Pauli-Outfits wurde er dort immer herzlich empfangen. Bei den Fahrten nach Glasgow zahlte sich besonders die enge Fanfreundschaft zwischen Celtic und den Kiez-Kickern aus. „In Kutte habe ich in den Pubs eigentlich nie etwas bezahlt, wurde immer von begeisterten Schotten eingeladen“, berichtet er. Daraus haben sich auch persönliche Freundschaften entwickelt. Wenn Besuch von der Insel für ein St.-Pauli-Spiel mit abschließender Kiez-Tour kommt, stellt Hornig jederzeit freie Schlafplätze zur Verfügung.

In seinem Leben rund um den Fußball sind mit St. Pauli und UH-Adler also zwei Vereine zentral. Umso schöner, wenn sich die beiden Vorlieben miteinander verbinden lassen. Mit Begeisterung erinnert sich Hornig daher an die 100-Jahr-Feier von UH-Adler im Jahr 2011 zurück. Am Jubiläums-Wochenende fand ein Spiel der Alten Herren gegen die St.-Pauli-Altliga statt. Walter Frosch, die 2013 verstorbene Vereinslegende, machte damals noch den Anstoß. „Das sind natürlich Momente, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind“, sagt er. Der Fußball ist und bleibt Hornigs große Leidenschaft, der sich selbst als fußballverrückt beschreibt. „Speziell, wenn Leute in meine mit St.-Pauli-Sachen tapezierte Wohnung kommen, sagen die, dass ich doch eine Meise hätte“, berichtet er lächelnd. „Und was soll ich sagen? Die haben wahrscheinlich recht.“

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