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Flüchtlingshilfe|06.12.2018|13:00

Pfalzdorf: Integration auf der Bowlingbahn

Integration auch abseits des Fußballplatzes: der VfB beim Bowlingabend in Goch.[Foto: Bilder Alemannia Pfalzdorf / Collage FUSSBALL.DE]

In Goch am Niederrhein wird Flüchtlingshilfe großgeschrieben. Vor allem der VfB Alemannia Pfalzdorf hat sich sehr schnell mit den Problemen der neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger beschäftigt. Dies geschah vor allem im sportlichen Bereich, indem Flüchtlingen ein qualifiziertes Training zur Freizeitbeschäftigung angeboten wurde. Zunächst konzentrierte sich der Klub auf jugendliche Spieler, die in den laufenden Spielbetrieb integriert wurden. Aber beim VfB erkannte man schnell auch, wie frustrierend es für junge Erwachsene ist, beschäftigungslos in Unterkünften zu sitzen, ohne sich regelmäßig sportlich betätigen zu können.

Zusammen mit der Organisation „Sports for Everyone“ beschloss der Verein, eine eigene Flüchtlingsmannschaft zu gründen. Berufsschullehrer Klaus-Peter Barth übernahm die Betreuung, die Spieler konnten einmal wöchentlich an einer Trainingseinheit teilnehmen. Ein Sporthotel in Goch eröffnete zudem die Möglichkeit, auch im Winter zu trainieren. „Inzwischen können wir alle 14 Tage eine Halle in einem Internat in der Nähe der holländischen Grenze zu nutzen“, sagt Barth.

Der 49-Jährige selbst hält sich nach vier Operationen beim Hallenfußball zurück: „Ich fungiere heute eher als Schiedsrichter“, lacht Barth. Dennoch ist er nach wie vor mit Feuereifer dabei. Ein Problem gibt es aber trotzdem: „Es ist sind leider nur zehn Spieler, die ständig beim Training dabei sind.“

Ausflug auf die Bowlingbahn

„Es war ein großer Spaß für alle und hat den Zusammenhalt gefördert.“

Im März 2017 war Alemannia Pfalzdorf bereits im Rahmen der Initiative „1:0 für ein Willkommen“ eine Anerkennungsprämie in Höhe von 500 Euro zur Verfügung gestellt worden. Da das Engagement weitergeführt wurde, wurde Anfang dieses Jahres ein weiterer Antrag gestellt, diesmal im Rahmen der Initiative „2:0 für ein Willkommen“. „Es geht nunmehr darum, die Flüchtlinge in die Mannschaften zu integrieren. Zum besseren Kennenlernen habe ich daher einen Bowlingabend in Goch organisiert“, berichtet Barth, „an dem sowohl Flüchtlinge als auch aktuelle Mannschaftsspieler teilnehmen.“ Die Anmeldung für die Bowlingbahn und die Schuhe schlugen mit 80 Euro zu Buche, hinzu kamen Aufwendungen für Getränke und Süßigkeiten für 70 Euro.

Die DFB-Stiftung Egidius Braun und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration bewilligten auf Antrag des Klubs die benötigten Finanzmittel. Barth: „Die Jungs aus Afrika, die noch nie in ihrem Leben gebowlt haben, hatten sich diese Zusammenkunft verdient. Es war ein großer Spaß für alle und hat den Zusammenhalt gefördert.“ Barth organisierte auch Ausflugsfahrten zum Bundesligisten Fortuna Düsseldorf oder dem Eishockey-Team der Düsseldorfer EG. Er kümmerte sich um die Spenden in Form von Fußballschuhen und anderer Ausrüstung. Auch ein Ausflug zu einem Bundesligaspiel von Borussia Mönchengladbach stand auf dem Programm.

Und um die nötige Spielpraxis zu gewährleisten, wurde die Mannschaft zu Kleinfeldturnieren angemeldet. Es gab außerdem Freundschaftsspiele für das Flüchtlingsteam. Sukzessive wurden die ausländischen Spieler auch in den Spielbetrieb der aktuellen Mannschaften integriert. Einige erwiesen sich durchaus als Verstärkung, was das Selbstbewusstsein der Flüchtlinge zusätzlich steigerte.

Die Egidius-Braun-Stiftung unterstützte in den Jahren 2015, 2016 und 2017 insgesamt 3.324 Fußballvereine, die sich für Flüchtlinge einsetzten, mit einer pauschalen Anerkennungsprämie von jeweils 500 Euro. Darüber hinaus wurden im Jahr 2017 insgesamt 60 Fußballvereine und -verbände mit einer individuellen Fördersumme für weitergehende gesellschaftliche Integrationsansätze gefördert.

Auch im Jahr 2018 werden gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie mit finanzieller Unterstützung der Nationalmannschaft Engagements gefördert, die geflüchteten Menschen den weitergehenden Zugang in die Gesellschaft, vor allem zu Bildungs- und Berufsangeboten, erleichtern.

Die Initiative "2:0 für ein Willkommen" läuft. Jetzt für Fördergelder bewerben!

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