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|08.11.2018|10:00

Proschwitz: "Bis zum Schluss ein heißer Tanz"

Neuzugang Nick Proschwitz (v.): "Ich fühle mich in Meppen sehr wohl"[Foto: imago/Eibner]

Zwei Einsätze in der englischen Premier League, 22 Partien in der belgischen Jupiler Pro League und 31 Spiele in der Schweizer Super League: Nick Proschwitz , neuer Stürmer beim Drittligisten SV Meppen , war während seiner Karriere schon in einigen der höchsten Spielklassen verschiedener Länder am Ball. Seit etwa drei Wochen steht der deutsche Zweitliga-Torschützenkönig der Spielzeit 2011/2012 (17 Saisontreffer für den SC Paderborn 07) beim Tabellenvorletzten der 3. Liga unter Vertrag. Dabei konnte er in drei Ligapartien und einem Verbandspokalspiel bereits insgesamt drei Treffer markieren. Der erhoffte Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenverbleib blieb allerdings noch aus.

Im DFB.de -Interview spricht Nick Proschwitz mit Mitarbeiter Dominik Dittmar über seinen Wechsel zum SV Meppen, seine Torausbeute und die Erfahrungen im Ausland.

DFB.de: Sie stehen seit knapp drei Wochen beim SV Meppen unter Vertrag. Wie haben Sie sich im Emsland eingelebt, Herr Proschwitz?

Nick Proschwitz: Super. Die Mannschaft hat mich herzlich aufgenommen, eine Wohnung habe ich auch schon gefunden. Ich fühle mich in Meppen sehr wohl.

DFB.de: Zuvor waren Sie drei Monate ohne Verein. Wie haben Sie diese Zeit überbrückt?

Proschwitz: Ich habe viel individuell trainiert, bevor ich mich ab Ende September beim SV Meppen fit gehalten habe. Ich bin mit Daniel Vehring, dem Athletiktrainer und Physiotherapeuten des SVM, schon seit vielen Jahren befreundet. Ihn kenne ich bereits seit 2009 aus meiner Zeit beim FC Vaduz in Liechtenstein unter Trainer Pierre Littbarski .

DFB.de: Was hat den Ausschlag für den Wechsel zum SV Meppen gegeben?

Proschwitz: Mir hat die Zusammenarbeit im Verein und mit dem Trainerteam vom ersten Moment an große Freude bereitet. Ich habe mich in der Mannschaft sofort wohl gefühlt. Es gab auch Angebote von anderen Vereinen. Beim SV Meppen hatte ich aber ein rundum gutes Gefühl.

DFB.de: Trotz Abstiegsgefahr haben Sie in Meppen einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Was stimmt Sie positiv, dass der Klassenverbleib gelingt?

Proschwitz: Ich vertraue auf die Qualitäten der Mannschaft. Wir treten mit viel Leidenschaft auf und haben einen guten Zusammenhalt im Team. Fußballerisch müssen wir uns vor keinem Gegner verstecken. Wir arbeiten hart und konzentriert daran, dass sich das bald auch in den Ergebnissen und in der Tabelle niederschlägt.

DFB.de: Was hat gefehlt, um in den vergangenen drei Partien zumindest den ein oder anderen Zähler zu sammeln?

Proschwitz: Jedes Spiel ist ein wenig anders verlaufen. Beim 0:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach hat unsere mangelhafte Chancenverwertung verhindert, dass wir etwas Zählbares mitnehmen. Bei den 1:2-Niederlagen gegen Preußen Münster und beim Halleschen FC waren die individuellen Fehler ausschlaggebend. Es ist mental nicht einfach, wenn man oft einem Rückstand hinterherlaufen muss. Das Selbstvertrauen nach einer Führung würde uns mal wieder guttun.

DFB.de: Ihren sportlichen Einstand kann man mit drei Toren aus vier Pflichtspielen dagegen als gelungen bezeichnen, oder?

Proschwitz: Das stimmt schon. Mit meiner persönlichen Ausbeute bin ich zufrieden. Von den Toren kann ich mir aber nichts kaufen, weil der Erfolg der Mannschaft klar im Vordergrund steht. In den nächsten Wochen werden wir hoffentlich wieder Punkte einfahren. Wenn ich dabei mit Toren helfen kann, wäre es umso schöner.

DFB.de: Spüren Sie als ehemaliger Torschützenkönig der 2. Bundesliga eine hohe Erwartungshaltung?

Proschwitz: Die gibt es möglicherweise im Umfeld. Ich mache mir aber keinen Druck, da ich um meine Qualitäten weiß. Bislang habe ich immer meine Tore erzielt, wenn ich regelmäßig zum Einsatz kam.

DFB.de: Der SV Meppen ist seit der U 19 bereits ihr 13. Verein. Warum sind Sie bislang noch nirgendwo heimisch geworden?

Proschwitz: Die Wechsel hatten oft unterschiedliche Gründe. Nach der Saison 2011/2012, in der ich beim SC Paderborn mit 17 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde, hatte ich beispielsweise Angebote aus der Bundesliga und von Hull City aus der 2. englischen Liga. Da will man dann die Möglichkeit auch wahrnehmen und sich weiterentwickeln. Genauso schnell kann man aber bei einem Klub plötzlich auch nicht mehr gefragt sein. Das ist mir ebenfalls schon passiert. Mit dem Vorurteil, ein "Wandervogel" zu sein, wurde ich aber trotz der zahlreichen Vereinswechsel noch nicht konfrontiert.

DFB.de: Würden Sie rückblickend andere Entscheidungen treffen?

Proschwitz: Nein, ich bin grundsätzlich zufrieden. Klar, ich habe während meiner Karriere auch Fehler gemacht. Daraus habe ich aber gelernt. Und die Zeit zurückdrehen kann man ohnehin nicht.

DFB.de: Sie waren schon in der Schweiz, England, Belgien und den Niederlanden am Ball. Welche Unterschiede haben Sie zum deutschen Fußball festgestellt?

Proschwitz: In der Schweiz hat der Fußball nicht den hohen Stellenwert wie in Deutschland. Dafür ist die Lebensqualität dort sehr hoch. In England wird der Fußball dagegen gelebt. Der belgische Spielstil ist taktisch stark, was in den Niederlanden dagegen nicht so der Fall ist. Dafür wird dort viel Wert auf offensiven und technisch sauberen Fußball gelegt.

DFB.de: Wie hat die Verständigung geklappt?

Proschwitz: Während der Zeit bei Hull City konnte ich mein Englisch verbessern, was mir für meine Zeit beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden geholfen hat. Französisch habe ich nicht gesprochen. Dafür habe ich bei Sparta Rotterdam Niederländisch gelernt. Die Sprache ist dem Deutschen doch sehr ähnlich. Notfalls konnte man sich aber überall mit Englisch irgendwie durchschlagen.

DFB.de: War der Aufstieg mit Hull City in die Premier League Ihr bisheriges Highlight?

Proschwitz: Das werde ich auf jeden Fall nicht so schnell vergessen. Aber auch die Zweitliga-Saison 2011/2012, als ich Torschützenkönig wurde und wir mit dem SC Paderborn unter dem damaligen Trainer Roger Schmidt den fünften Platz belegt haben, wird mir lange in Erinnerung bleiben.

DFB.de: Gab es dagegen auch weniger schöne Momente?

Proschwitz: Ich habe mit meinen Vereinen oft gegen den Abstieg gespielt. Bei meiner vorausgegangenen Station bei Sparta Rotterdam sind wir leider aus der höchsten Spielklasse abgestiegen. Auch für mich persönlich lief es nicht ganz so gut. In der Rückrunde habe ich unter Trainer Dick Advocaat leider keine große Rolle mehr gespielt.

DFB.de: Wie ist Ihr Eindruck von der 3. Liga nach den ersten Spielen?

Proschwitz: Es wird ehrlicher, körperbetonter Fußball gespielt. Junge Spieler können sich hier gut weiterentwickeln. Die Mannschaften liegen sehr eng beieinander. Entweder spielst du um den Aufstieg oder gegen den Abstieg. Ein wirkliches Mittelfeld gibt es nicht. Das wird bis zum Schluss ein heißer Tanz.

DFB.de: Nächster Gegner des SV Meppen ist am Samstag der Aufstiegsaspirant Karlsruher SC . Worauf wird es im Heimspiel ankommen?

Proschwitz: Wir müssen vor allem auf uns schauen. Wenn wir die individuellen Fehler abstellen können, haben wir vor unseren eigenen Zuschauern gute Chancen.

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