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Tonangeber |18.07.2020|10:00

Raho: Der Musiker kehrt auf den Platz zurück

Raho: "Jetzt möchte ich sehen, zu welchen Leistungen ich in der Lage bin."[Foto: Bilder: FC Oberneuland, Anna Dreyer / Collage: FUSSBALL.DE]

Beim FC Oberneuland, Aufsteiger in die Regionalliga Nord, steht Mittelfeldspieler Karim Raho nach einer selbst auferlegten einjährigen Pause wieder auf dem Fußballplatz. Der 24-Jährige, der viele Jahre für den SV Werder Bremen am Ball war, widmete sich zuletzt verstärkt seiner Musikerkarriere und seiner Ausbildung zum Tontechniker. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Raho über Auszeit und Comeback.

FUSSBALL.DE: Nach einer einjährigen Pause sind Sie zurück auf dem Fußballplatz, gehören wieder zum Kader des FC Oberneuland. Wie kam es dazu, Herr Raho?

Karim Raho: Trainer Kristian Arambasic hatte mich gefragt, ob ich noch einmal Bock hätte, für den FC Oberneuland zu spielen. Zunächst hatte ich abgelehnt. Daraufhin schrieb er mir, dass er mich dann aus den WhatsApp-Gruppen löschen müsste. Ich habe allerdings schon länger darüber nachgedacht, meinen Körper endlich wieder richtig in Gang zu bekommen. Darum bat ich ihn, mir die Laufpläne zu schicken. Ich will die Lungen wieder zum Brennen bringen. (lacht)

Wie viel Überzeugungsarbeit musste Trainer Arambasic denn leisten?

"Während meiner einjährigen Auszeit habe ich meine Gedanken sortiert, bin jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich es noch einmal wissen will"

Raho: Überhaupt keine. Damals hatte ich aufgehört, weil ich keinerlei Motivation mehr verspürte. Training und Spiel waren für mich ein Muss und kein Spaß mehr. Während meiner einjährigen Auszeit habe ich meine Gedanken sortiert, bin jetzt aber an einem Punkt angekommen, wo ich es noch einmal wissen will. Ich war im Herrenbereich eigentlich noch nie zu 100 Prozent fit. Jetzt möchte ich sehen, zu welchen Leistungen ich in der Lage bin.

Sie hatten ab der U 15 alle Jugendmannschaften beim SV Werder Bremen durchlaufen. Warum hat es mit der Profikarriere nicht geklappt?

Raho: Nach der U 19 hatte ich einen Zweijahresvertrag für die U 23 bekommen. Ex-Nationalspieler Frank Baumann, damals Sportlicher Leiter der U 23 und inzwischen Geschäftsführer Sport, wollte für mich einen Verein finden, bei dem ich Spielpraxis im Herrenbereich sammeln sollte. Daraus wurde aber nichts. Ich bin deshalb auf eigene Faust los und hatte das Glück, dass ich beim damaligen Ligakonkurrenten BV Cloppenburg untergekommen bin. Das war wichtig, weil sonst mein Folgevertrag bei der U 23 des SV Werder geplatzt wäre. In Cloppenburg ließ jedoch eine schwere Krankheit meinen Traum von einer möglichen Profi-Karriere platzen.

Was war passiert?

Raho: Ich war am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, verbrachte zwei Monate im Krankenhaus, verlor 60 Pfund und wog am Ende nur noch 48 Kilogramm. Meine Reha durfte ich bei Werder Bremen absolvieren, konnte jedoch über acht Monate lang keinen Leistungssport mehr ausüben. Danach hatte ich mich zurückgekämpft, zog mir bei einem Testspiel eine Verletzung zu. Damit war die Saison für mich beim BVC gelaufen und ich war froh, dass ich zur Bremer U 23, die damals unter Trainer Alexander Nouri in die 3. Liga aufgestiegen waren, zurückkehren durfte.

Dort kamen Sie aber nie zum Einsatz. Warum nicht?

Raho: Fünf Tage vor dem Trainingsbeginn wurde mir mitgeteilt, dass Werder nicht mehr mit mir plant und ich mir einen neuen Verein suchen kann. Das war für mich ein Schlag ins Gesicht. Sportlich kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Aber menschlich war das aus meiner Sicht nicht in Ordnung, da die Kaderplanung mit Sicherheit vorher bekannt war. Meinen Vertrag habe ich schließlich in der dritten Mannschaft beim SV Werder Bremen in der Bremen-Liga erfüllt.

Beim FC Oberneuland lief es für Sie jedoch besser. Warum hatten Sie dem Fußball dennoch den Rücken gekehrt?

Raho: Da haben verschiedene Faktoren eine Rolle gespielt. So musste ich beispielsweise während meiner Krankheit noch einen Teil meines Gehaltes beim BV Cloppenburg einklagen, um überhaupt mein Leben finanzieren zu können. Die Vorgänge bei Werder und beim BVC haben mir klar vor Augen geführt, wie das Business läuft.

Sie sagten einmal, dass Sie nicht zum System Fußball passen. Warum?

Raho: Fußballklubs im Profibereich sind zu Wirtschaftsunternehmen geworden. Viele Vereine sind auf Profitmaximierung ausgelegt. Das Menschliche rückt oft in den Hintergrund. Ich habe es am eigenen Leib erfahren. Wenn du verletzt oder krank bist, dann bist du ganz schnell raus. Es sei denn, du bist schon ein etablierter Profi, hast dir einen gewissen Status erarbeitet und dich bereits bewährt. Während meiner einjährigen Pause habe ich auf jeden Fall an Lebensqualität dazugewonnen.

Wie haben Sie die Zeit verbracht und genutzt?

Raho: Mein letztes Spiel hatte ich bei unserem 1:0 im Mai 2019 im Verbandspokal-Finale gegen den Bremer SV absolviert. Beim DFB-Pokalspiel gegen den SV Darmstadt 98 war ich dann schon nicht mehr dabei. Auf Teilzeitbasis habe ich im Schichtdienst als Barkeeper gearbeitet und mir so etwas dazuverdient. Diesen Job werde ich aber jetzt nicht mehr ausüben. Außerdem habe ich gerade meine Tontechniker-Ausbildung abgeschlossen und wollte in der fußballfreien Zeit meine musikalische Karriere voranbringen.

Wie ist die große Liebe zum HipHop entstanden?

Raho: Bereits als 16-Jähriger habe ich erste Erfahrungen in der Szene gesammelt und dem HipHop meine volle Aufmerksamkeit gewidmet. Ich habe das Jahr genutzt, um meine Leidenschaft auszuleben, habe viele Kontakte geknüpft, produziere mittlerweile auch andere Künstler und will mir mit einem Online-Business ein zweites Standbein aufbauen. Im Fokus steht aber jetzt meine körperliche Fitness.

Wie haben Sie es in das Vorprogramm des Rappers Cro geschafft?

Raho: Mit einigen Freunden hatten wir auf Instagram an einem Gewinnspiel teilgenommen, das Cro ins Leben gerufen hatte. Als Hauptgewinn gab es einen Kurzauftritt bei seinen Konzerten. Die Resonanz bei unserem 20-minütigen Auftritt war super. Auch bei der letzten Breminale, einem Festival direkt neben dem Weserstadion, hatten wir einen guten Auftritt.

Wird die Musik in der Kabine künftig also von Ihnen ausgewählt?

Raho: Ich denke, diese Aufgabe werde ich wieder übernehmen. (lacht) Dabei zwinge ich den Jungs nicht meine Musik auf, sondern erstelle eine Auswahl von zeitgemäßer Musik, von der ich genau weiß, dass sich die Klänge gut zum Pushen einer Mannschaft eignen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem FC Oberneuland?

Raho: Ich sehe mich als meinen größten Herausforderer, will mir beim FC Oberneuland einen Stammplatz erkämpfen. Als Team sollten wir möglichst schnell die nötigen Punkte für den Klassenverbleib sammeln. Auch die erneute Teilnahme am DFB-Pokal, möglichst mit dem SV Werder Bremen als Gegner, wäre nicht uncool und muss unser Anspruch sein. (lacht) Aktuell stehen wir im Halbfinale des Bremen-Pokals, haben also noch alle Chancen.

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