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Eröffnungsspiel |10.07.2019|11:30

Regionalliga Bayern: Die Fakten zur Eröffnung

Trifft mit seinem FC Memmingen zum Auftakt der Regionalliga Bayern auf den FV Illertissen: Der neue FCM-Trainer Uwe Wegmann.[Foto: imago images / Revierfoto]

Am Donnerstag (ab 19 Uhr) geht es los! Mit der Regionalliga Bayern startet die erste der insgesamt fünf Viertliga-Staffeln in die Saison 2019/2020. Im offiziellen Eröffnungsspiel stehen sich der FV Illertissen und der FC Memmingen in einem schwäbischen Derby gegenüber. Der FUSSBALL.DE-Faktencheck zur Premiere der neuen Regionalliga-Spielzeit.

Die Ligahistorie:  Seit der Einführung der fünfgleisigen Regionalliga im Jahr 2012 gehören der FV Illertissen und der FC Memmingen ununterbrochen der Bayern-Staffel an, sind damit zwei der insgesamt noch sechs verbliebenen Gründungsmitglieder (außer dem 1. FC Nürnberg II, TSV Buchbach, FC Augsburg II und SpVgg Greuther Fürth II). Während Memmingen meist im Tabellenmittelfeld landete und in der Saison 2017/2018 um den Klassenverbleib bangen musste, mischte Illertissen mehrfach oben mit. In der Saison 2012/2013 wurde der FVI Tabellendritter, im Jahr darauf beendeten die Blau-Weißen die Spielzeit sogar hinter Meister FC Bayern München II auf Platz zwei. In beiden Spielzeiten sicherte sich Illertissen den Titel "Bayerischer Amateurmeister" (beste erste Mannschaft in der Regionalliga) und qualifizierte sich somit für den DFB-Pokal. Auf die Beantragung einer Zulassung für die 3. Liga verzichtete der Verein, da es keine verbindlichen finanziellen Zusagen durch die Stadt Illertissen gab. Unter anderem hätte die Stadionkapazität erhöht und der Rasen erneuert werden müssen. In der abgelaufenen Spielzeit gehörte der FC Memmingen lange Zeit zur Spitzengruppe und stellte beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erstmals einen Zulassungsantrag zur 3. Liga. Da die Rückserie weniger erfolgreich verlief, sprang am Ende lediglich Platz sechs heraus.

Der direkte Vergleich:  Die Bilanz zwischen Illertissen und Memmingen fällt deutlich zugunsten der Gastgeber aus. Von 14 Duellen in der Regionalliga Bayern gewann der FVI neun, Memmingen setzte sich nur zweimal durch. Außerdem stehen drei Unentschieden zu Buche. In der zurückliegenden Saison gab es zwei eindeutige und torreiche Ergebnisse. Beide Teams behielten jeweils in ihren Heimspielen deutlich die Oberhand. Der FCM gewann vor eigenem Publikum 6:2, Illertissen fuhr einen 4:1-Heimerfolg ein.

Die Trainer:  Bei beiden Klubs steht ein ehemaliger Bundesligaprofi an der Seitenlinie. Illertissens Trainer Marco Küntzel war Mittelstürmer und kam für Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld und den FC Energie Cottbus zu 66 Einsätzen im Oberhaus. Mit dem FC Hansa Rostock stieg der jetzt 43 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber 1995 als Zweitligameister in die Bundesliga auf. Den FVI betreut der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler seit Oktober 2018. Von Platz 15 führte Küntzel Illertissen noch auf Rang sieben. Memmingens neuer Trainer Uwe Wegmann gibt im Eröffnungsspiel seinen Pflichtspieleinstand. Der 55 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber, der Stephan Baierl beerbte, war zuletzt vier Jahre für den Schweizer Drittligisten SC Brühl SG tätig. Als Spieler kickte Wegmann 240-mal in der Bundesliga. Alleine 214 Erstliga-Partien absolvierte der Torjäger für den VfL Bochum. Seinen größten Erfolg feierte der "Alpenbomber" - wie Wegmann aufgrund seiner Herkunft aus Immenstadt im Allgäu genannt wurde - aber in der Saison 1995/1996, als er mit dem 1. FC Kaiserslautern DFB-Pokalsieger wurde.

"Wir möchten eine gute Saison spielen und mit den hinteren Rängen nichts zu tun haben"

Die Kapitäne:  Den FV Illertissen führt im Eröffnungsspiel Manuel Strahler auf den Platz. Der 26 Jahre alte Verteidiger ist schon ein Urgestein, seit 2011 kickt er für die Blau-Weißen. Mit 210 Einsätzen ist Strahler inzwischen sogar Rekordspieler beim FVI. Sein Teamkollege Marco Hahn folgt mit 195 Begegnungen in der internen Bestenliste auf Platz zwei. Neuer Kapitän beim FC Memmingen ist der erst 21 Jahre alte Lukas Rietzler, der nach zwei Spielzeiten in der ersten Mannschaft auf 51 Regionalligapartien kommt. Cheftrainer Uwe Wegmann ernannte den Defensivspezialisten zum Spielführer und damit auch zu seinem verlängerten Arm auf dem Platz. Auch für den Sportlichen Leiter Bernd Kunze verfügt Rietzler, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt, trotz seiner jungen Jahre über das Zeug zum Führungsspieler. Der bisherige Kapitän Sebastian Schmeiser (27), der bereits in seine siebte Saison beim FCM geht, kann derzeit aus beruflichen Gründen nur unregelmäßig trainieren und ist deshalb auch für das Eröffnungsspiel keine Option.

Die Zu- und Abgänge:  Einen riesigen Umbruch gab es in der Sommerpause weder beim FV Illertissen noch beim FC Memmingen. Dennoch hat sich in beiden Kadern einiges getan. Der FVI hat neun neue Spieler im Aufgebot, elf Akteure verließen den Verein. Schmerzhaft war vor allem der Abgang von Stürmer Felix Schröter, der mit 16 Treffern bester Torschütze bei Illertissen war. Der zweimalige A-Junioren-Meister (2014 mit der TSG Hoffenheim, 2015 mit dem FC Schalke 04) wechselte in die 3. Liga zur SpVgg Unterhaching. Außerdem geht Burak Coban (zwölf Saisontreffer) nun für den ehemaligen Bundesligisten  SSV Ulm 1846 Fußball  in der  Regionalliga Südwest  auf Torejagd. Es bleibt abzuwarten, ob Zugang Phillip Schmid vom Bayernligisten TSV Schwabmünchen die beiden Torjäger ersetzen kann. Schmid erzielte zuletzt in der Bayernliga Süd bei 24 Einsätzen 17 Tore. Der FC Memmingen hatte elf Zugänge und neun Abgänge zu verzeichnen. Unter anderem sicherten sich die Schwaben die Dienste der Kelmendi-Brüder Arijanit (24) und Lirim (23). Die beiden Rechtsverteidiger waren bereits in der vergangenen Saison in der Regionalliga Bayern aktiv, Arijanit für Absteiger FC Pipinsried, Lirim für den VfR Garching.

Die Saisonziele:  Sowohl der FV Illertissen (Platz sieben) als auch der FC Memmingen (Rang sechs) beendeten die abgelaufene Spielzeit auf einem einstelligen Tabellenplatz. Der FCM mischte zwischenzeitlich sogar in der Spitzengruppe mit. Große Töne schlägt Memmingens neuer Trainer Uwe Wegmann vor dem Saisonstart aber nicht an. "Wir möchten eine gute Saison spielen und mit den hinteren Rängen nichts zu tun haben", so Wegmann gegenüber  FUSSBALL.DE . FVI-Trainer Marco Küntzel geht davon aus, "dass wir um den Klassenverbleib kämpfen müssen. Nachdem uns mit Felix Schröter und Burak Coban zwei unserer besten Spieler verlassen haben, wird es schwierig, an die Leistungen in der vergangenen Saison anzuknüpfen".

Die Stimmen:  In den abschließenden Testspielen sprang für den FV Illertissen und den FC Memmingen jeweils ein Remis gegen württembergische Oberligisten heraus. Der FCM trennte sich vom FV Ravensburg 1:1, der FVI spielte 2:2 gegen Ex-Bundesligist Stuttgarter Kickers. "Wir müssen mutiger und aggressiver sein", fordert Memmingens Trainer Uwe Wegmann vor dem Eröffnungsspiel: "In einigen Situationen sind wir noch zu brav. Aber es waren auch gute Ansätze da." Illertissens Trainer Marco Küntzel war mit der Generalprobe insgesamt zufrieden. "Die Kickers spielen zwar in der Oberliga, haben aber sicher keinen schlechteren Kader als wir. Es war ein ordentlicher Test. Wir müssen aber konsequenter vor dem Tor werden. Für den Aufwand, den wir betreiben, belohnen wir uns zu selten", betont Küntzel im Gespräch mit  FUSSBALL.DE . Zum Auftaktgegner sagt der FVI-Trainer: "Genau wie wir hat Memmingen ebenfalls einige Leistungsträger verloren. Nach der kurzen Vorbereitung weiß auch der FCM sicherlich noch nicht, wo er im Vergleich zur Konkurrenz steht. Daher wird es definitiv eine interessante Partie."

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