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Kultfiguren des Amateurfußballs, Folge 74 |15.01.2016|10:30

Reini Boldt: Kult-Zeugwart mit sieben Kindern

Kultfigur des Oberligisten Sportfreunde Siegen: Zeugwart Reinhold Boldt. [Foto: Daniel Schäfer / Collage: FUSSBALL.DE]

Im Siegerland hat Vereinsliebe einen Namen: Reinhold Boldt. Der 58-jährige Zeugwart, genannt Reini, macht seit den 70ern alle Höhen und Tiefen dee Sportfreunde Siegen mit. Uwe Helmes, Patrick Helmes, Zweite Liga, DFB-Pokal-Viertelfinale, Rückzug des Hauptsponsors, Oberliga Westfalen - er hat alle und alles erlebt. Boldt ist unsere Kultfigur der Woche.

Im Siegerland hat Vereinsliebe einen Namen: Reinhold Boldt. Blickt man auf die Homepage des Oberligisten Sportfreunde Siegen , so liest man im Steckbrief des kultigen Zeugwarts mit Schnauzbart unter der Rubrik "Bei SFS seit ..." ein vielsagendes "Menschengedenken". Seit den 70er-Jahren macht Boldt mit den SFS alle Höhen und Tiefen mit – von der zweiten bis zur fünften Liga, in der die Sportfreunde momentan um den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga West kämpfen. Siegens Konstante: „Reini“, wie man ihn im Leimbachtal ruft. Unermüdlich kümmert sich der Zeugwart um das gesamte Drumherum, um das Wohl der Mannschaft, ob bei Trainingseinheiten oder Spielen: die Spieler finden noch immer jeden Tag Bedingungen wie bei den Profis vor.

"Ich habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Man erinnert sich natürlich öfter an die schönen Dinge, da man täglich darüber spricht"

Die gemeinsame Geschichte der Sportfreunde Siegen und Reinhold Boldt beginnt vor mehr als 40 Jahren. In seinen Anfängen kümmerte sich Boldt vorrangig um die Montage der neuen Werbebanden. Doch dieses Engagement war dem heute 58-Jährigen schnell nicht mehr genug. Die Sportfreunde wuchsen dem Siegerländer ans Herz – und umgekehrt. Als der Verein neue Ordner für die Spieltage suchte, war Boldt zur Stelle. „Ich bin dann schnell zum Leiter des Ordnungsdienstes geworden“, erklärt er. Zeitgleich arbeitete Boldt dann unter der Woche in der Jugendabteilung des 1. FC Köln. Über Uwe Helmes, Vater von Ex-Nationalspieler Patrick Helmes , der seine Jugend bei den Sportfreunden Siegen verbrachte, entstand der Kontakt zum FC. „Dort war ich als Fahrer der Jugendmannschaften angestellt“, so Boldt. An den Wochenenden jedoch verbrachte er seine Zeit beim Heimatverein in Siegen. Zeugwart und Betreuer in Personalunion – für Boldt der perfekte Gegenpol zum Job in Köln.

Seit Mitte der 90er-Jahre – Ingo Peter hatte gerade das Traineramt der Sportfreunde übernommen – ist Boldt festangestellt als Zeugwart für den Verein aktiv. „Ich habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht“, stellt Boldt fest. „Man erinnert sich natürlich öfter an die schönen Dinge, da man täglich darüber spricht.“ Zu den Höhepunkten seiner Zeit bei den Sportfreunden zählt die Aufstiegsrunde in die zweite Bundesliga im Jahr 1998, in der man erst im letzten Spiel an TeBe Berlin scheiterte. Auch das Erreichen des Viertelfinals im DFB-Pokal in der darauffolgenden Saison war für Boldt herausragend. „Wir haben damals Bochum, Mainz und Freiburg rausgeworfen und sind erst an Wolfsburg gescheitert“, erinnert er sich.

Gute Erinnerungen verbindet der Kult-Zeugwart der Sportfreunde jedoch nicht nur mit bestimmten Spielen – vor allem die Menschen sind es, die den Job für Boldt zu etwas so besonderem machen. „Ich kenne durch meinen Beruf viele Leute im deutschen Profifußball. Man läuft sich immer wieder einmal über den Weg und kennt sich.“ Doch den Wandel der Zeit hat auch Boldt längst ausgemacht. „Die Jungs heutzutage sind alle nett, keine Frage. Aber früher waren mehr echte Typen dabei, mit denen verbinden mich noch immer viele feste Freundschaften.“ So hat er beispielsweise mit Ex-SFS-Profi und Dynamo Dresdens Co-Trainer Peter Nemeth noch heute stets Kontakt, auch mit Preußen Münsters Präsidiumsmitglied Carsten Gockel oder Münsters Ex-Trainer Ralf Loose versteht sich Boldt gut. „Die Freude ist immer riesengroß, wenn man sich trifft“, sagt der Siegener.

Die besten Erinnerungen hat Boldt jedoch an Patrick Helmes. Von 1992 bis 1997 und von 2000 bis 2005 kickte der 13-malige Nationalspieler in Siegen und schloss dabei eine feste Freundschaft mit Boldt. „Ich habe ihn von klein auf betreut, war wie ein Vater für ihn. Während seiner Zeit in der Jugend des FC habe ich ihn jeden Tag von Siegen zum Training in Köln gefahren. Er hat mir gesagt, dass er sich gut vorstellen kann, irgendwann einmal nach Siegen zurückzukehren, um dort Trainer zu werden“, weiß Boldt. Momentan absolviert Helmes bereits einen Trainerlehrgang.

Neben guten Erinnerungen verbindet Reinhold Boldt und die Sportfreunde Siegen aber auch der für den Verein in den letzten Jahren unaufhaltsame Abstieg. Seit der Saison 2005/2006, in der die SFS in der 2. Liga kickten, geht es aufgrund finanzieller Probleme - mit zwischenzeitlichen Ausnahmen - bergab. Zwar konnte man 2012 wieder den Aufstieg in die Regionalliga West feiern und dort zwei erfolgreiche Jahre verbringen. Ein Einschnitt war dann jedoch der Rückzug des Siegener Hauptsponsors vor etwa zwei Jahren und der damit um die Hälfte geschrumpfte Etat, der in der letzten Saison den Abstieg aus der Regionalliga bedeutete.

Inzwischen ist die Mannschaft, die von Ottmar Griffel trainiert wird, in der Oberliga Westfalen angekommen. Immerhin: Dort spielen die Sportfreunde in dieser Saison um den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga West mit, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Und den möchte Boldt unbedingt noch einmal mitgehen. „Ich mache so lange weiter, bis wir noch mindestens einmal aufgestiegen sind“, erklärt der Vater von sieben Kindern. Doch sein großer Traum ist die dritte Liga: „Wenn wir zum Auswärtsspiel fahren und auf der Autobahn in Siegen nicht Richtung Ruhrgebiet, sondern Richtung Frankfurt fahren können, dann spielen wir dritte Liga. Dann wäre für mich Schluss.“ Kurz vor dem Ende seiner Tätigkeiten stand Boldt gemeinsam mit seiner Frau Manuela, die beim Verein als Wäschefrau angestellt war, bereits 2008. Damals stand der Verein kurz vor der Insolvenz, die Mitarbeiter konnten nicht mehr bezahlt werden. Doch für Boldt wurde eine Lösung gefunden, wie sein weiteres Engagement für den Verein finanziell gesichert werden konnte. Denn die Sportfreunde ohne Boldt – das wollte keiner.

Und auch wenn sein Herz an den Sportfreunden und der Stadt Siegen hängt: Unter gewissen Umständen könnte sich auch SFS-Identifikationsfigur Boldt einen Vereinswechsel vorstellen. „Ich habe gute Kontakte zum SV Darmstadt. Wenn es zum Ende meiner persönlichen Karriere noch einmal klappen sollte, bei einem Erst- oder Zweitligisten zu arbeiten, wäre das schon schön“, sagt Boldt. Doch klar ist, dass er seine Zeit im Siegerland nicht missen möchte. „Ich vergleiche die Sportfreunde immer ein bisschen mit Schalke 04. Hier geht es ständig drunter und drüber. Das Umfeld ist nicht einfach, die Herausforderung zu überleben ist ständig da, aber das brauche ich irgendwie.“ Und bei allem Negativen: In Siegen weiß man, was man an „Reini“ hat. „Ich bin wirklich stolz darauf, was ich in Siegen erreicht habe. Jeder kennt mich, das ist ein schönes Gefühl.“ Und das ist der Grundstein für Boldts Ziel: „Ich möchte dabei helfen, das Schiff Sportfreunde Siegen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen“, sagt der 58-Jährige.

Weitere Folgen der Serie:

Teil 73: Knopp in Koblenz: Tag und Nacht da für die TuS

Teil 72: Benno Kischnick: Linienrichter seit 50 Jahren

Teil 71: Der blinde Pressesprecher: Manuel Beck beeindruckt!

Teil 70: Ilse Kuck (81): Die Kassiererin der Herzen

Teil 69: Ede Strehl: Für Bochum so wichtig wie die Uni

Teil 68: Onur Ulusoy: Der Junkie mit dem großen Traum

Teil 67: Vater Sczurek (57): Leistungsträger beim eigenen Sohn

Teil 66: 500 Buden: Gerd Müller, der Bomber vom Neckar

Teil 65: Michael Wurst: Schräger Vogel mit drei Leben

Teil 64: Wäschefrau Johanna Bus: Mit Neururer fing alles an

Teil 63: Grotifant vom KFC Uerdingen: Der Rockstar unter den Maskottchen

Teil 62: Der treue Theele: 500 Ligaspiele in Folge

Teil 61: Kultfigur Paul Kluth: Mit 82 Jahren immer noch Schiri

Teil 60: Anton Plattner: Tiki-Taka mit dem Altmeister

Teil 59: Die Ibrahimis: Hier pfeift die Schiri-Familie

Teil 58: Hier kommt Kurt: Auch mit 81 noch der Macher

Teil 57: Mirko Kluges schlauer Plan: Kicken statt Langeweile

Teil 56: Talent-Spürnase Wimmer: Er förderte Schweini

Teil 55: Legende Burgbacher: Keine fliegt so schön

Teil 54: Der Trainer-Trainer-Spieler: Markus Marburg ist Kult!

Teil 53: Hans Lubberich: Der 650-Kilometer-Chronist

Teil 52: Urgestein Karl Schmidt: Vorbild seit 1948

Teil 51: Mr. Meckinghoven: Wassereis statt Magnum Gold

Teil 50: Wie Treter Dieter Becker zum Kultschiri wurde

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