Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Ostfriesenpower |09.08.2020|12:00

Rekordhalterin Lübbers ließ die Post abgehen

Claudia Tschöke (geb. Lübbers): "Die Männer mussten sich erstmal daran gewöhnen, dass wir plötzlich mehr Aufmerksamkeit bekamen"[Foto: Bilder: Hennies, privat / Collage: FUSSBALL.DE]

Claudia Tschöke aus Tannenhausen, einer Ortschaft mit knapp 2000 Einwohnern, die zur Kreisstadt Aurich in Ostfriesland gehört, ist heute Schatzmeisterin im Fußballkreis Ostfriesland. Heute 42 Jahre alt, zweifache Mutter und Bankkauffrau von Beruf. Unter ihrem Mädchennamen Claudia Lübbers spielte sie von 1994 bis 1996 achtmal im Frauen-Nationalteam und stellte dabei zwei Rekorde auf, die nach wie vor gültig sind.

Die Ostfriesin ist bis heute die jüngste A-Nationalspielerin und zugleich auch jüngste Torschützin. 16 Jahre und 99 Tage war sie alt, als sie am 25. September 1994 bei ihrem Debüt gegen die Schweiz traf. Es war das 9:0 (64.) beim 11:0 im EM-Qualifikationsspiel im südbadischen Weingarten. Eingewechselt worden war Lübbers damals zur zweiten Halbzeit für Martina Voss, die heute als Martina Voss-Tecklenburg Bundestrainerin ist. Weitere prominente Mitspielerinnen und Torschützinnen damals beim 100. Länderspiel der Frauen waren Silvia Neid, Maren Meinert und die legendäre - inzwischen verstorbene - Heidi Mohr, deren 104 Tore für den DFB noch immer das Nonplusultra sind. "Ich habe im Mittelfeld den Ball bekommen, bin losmarschiert und habe den Ball mit dem linken Fuß mittig unter die Latte gehämmert", erinnert sich Lübbers. Mächtig stolz sei sie gewesen über ihren Treffer vor den Augen des Vaters im Publikum, "auch wenn es nur das 9:0 war, also nicht so richtig bedeutsam."

Ihr zweites Tor erzielte das technisch begabte Kraftpaket am 28. Juni 1996 in Mannheim beim 8:0 über Island. Dass es nicht mehr als acht A-Länderspiele wurden, lag an der Ausbildung nach dem Abitur. "Mit meinem Arbeitgeber war abgesprochen, dass ich frei bekomme. Doch dann kam ich von einem Länderspiel und habe festgestellt, dass mir die Tage vom Urlaub abgezogen worden waren." Bis zu 90 Tage jährlich wäre Lübbers vermutlich unterwegs gewesen. Die Auswahlkarriere hat sie deshalb beendet: "Ich musste nicht lange überlegen."

Als 15 Jahre altes Mädchen war Claudia Lübbers zum  SV Wilhelmshaven ins Regionalligateam der Frauen gekommen, nachdem sie 1990 zu den SVW-Mädchen gewechselt war. Erste Station für das in Wittmund geborene Talent war der VfR Germania Wiesmoor . "Mit neun Jahren ging es los, im älteren E-Jugend Jahrgang. Ein Lehrer hat mich entdeckt, mein Vater hat ja gesagt", erinnert sich die spätere Nationalspielerin, die zuvor ganz profan mit ihren Brüdern und Freunden auf der Straße gekickt hat.

"Ich habe im Mittelfeld den Ball bekommen, bin losmarschiert und habe den Ball mit dem linken Fuß mittig unter die Latte gehämmert"

Den Frauen des SV Wilhelmshaven gelang nach vielen Jahren in unteren Spielklassen 1989 der Aufstieg in die damals erstklassige Oberliga Nord, wo auf Anhieb die Vizemeisterschaft hinter dem VfR Eintracht Wolfsburg heraussprang. Mit diesem zweiten Platz qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer Helmut Fünfstück für die neu geschaffene Bundesliga. Dort erwischte die Mannschaft einen hervorragenden Start, schlug am ersten Spieltag im Stadion Rüstersiel den 1. FC Neukölln aus Berlin mit 6:1. Iris Taaken erzielte in der ersten Minute das historische erste Tor der Bundesligageschichte des SVW. Martina Haschen hatte geflankt und Taaken geköpft. Am Saisonende fehlte der Mannschaft genau ein Punkt auf einen Nichtabstiegsplatz.

Pionierzeit als Abenteuer

Die Pionierzeit der Frauenbundesliga, die damals noch in eine Nord- und eine Südstaffel unterteilt war, war trotzdem ein Abenteuer und aufregend genug. Helmut Fünfstück, Trainer des Teams seit 1974, erinnert sich: "Einigen Männern im Verein waren wir ein Dorn im Auge. Die mussten sich erstmal daran gewöhnen, dass wir plötzlich mehr Aufmerksamkeit bekamen." Zumal das Team ohnehin als lustige Truppe galt, deren Spielnachbetrachtungen schon mal bis zum Morgengrauen dauern konnten. Oft genug ging bei den Gelb-Roten im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. "Wir haben zum Teil heute noch Kontakt. Dann klönen wir über alte Zeiten."

Nach der Saison 1999/2000 aber wurde die Abteilung aufgelöst. Bis dahin war sie stets in der Regionalliga vertreten gewesen. Lübbers, Taaken und weitere Teammitglieder schlossen sich dem SuS Timmel in der Gemeinde Großefehn im Landkreis Aurich an. Drei Teams gab es dort. Lübbers spielte in allen, war zudem Spielertrainerin der Zweiten. Mit der Ersten stand sie sogar in der 2. Bundesliga. 2006 bis 2008 war die SpvG Aurich ihre letzte Station.

2016 wurde beim SVW wieder ein Frauenteam gegründet. Ihren ersten Einsatz hatte das neu formierte Team in der Winterhallenrunde 2016/2017. Auf dem Feld waren die Frauen zuletzt in die 3. Kreisklasse eingruppiert, belegten 2019/2020 unter sieben Team den vierten Platz in der Staffel Jade Weser Hunte. Zur neuen Saison ist das Team hochgestuft in die 2. Kreisklasse. "Wir haben 14 Spielerinnen neu dazu bekommen. Unser Kader umfasst jetzt 26 Frauen. Da kann man nicht mehr mit einem Siebenerteam spielen", erklärt Stefan Jürgens, der zusammen mit Yannik Alfeis die Mannschaft trainiert. Als Betreuerin ist Anja Hentschel dabei, drei weitere Hentschels gehören zum Kader: Michelle, Saskia und Vanessa.

"Dass wir auf dem Platz spielen, auf dem 1990 die Bundesligaspiele liefen, ist uns bewusst. Meine Spielerinnen kennen die Historie." Daran anzuknüpfen sei aber kein Ziel. "Wir haben zu viele Anfängerinnen und kein Mädchenteam", so Jürgens. "Wir leben vom Spaß am Spiel und unserer Gemeinschaft. Die ist richtig gut." Eine Überfliegerin gebe es nicht, aber mit Julia Bakker eine gute Torhüterin. "Das ist ganz wichtig." Ihren ersten Test zur neuen Saison gegen den Bezirksligisten SG Am Meer aus Bad Zwischenahn haben die SVW-Frauen übrigens gerade mit 3:2 gewonnen. Ein toller Auftakt nach der Pandemie-Pause. Fast scheint es, als ginge wieder ein bisschen die Post ab in Wilhelmshaven.

Und Claudia Tschöke? Die kickt heute noch manchmal in ihrer Freizeit. "Wir haben mit Freundinnen ein Ü 40-Team gegründet, ganz locker ohne Verein, und dürfen einen Rasenplatz nutzen." Ehemann, Haus, Beruf, Kinder, Funktionärswesen, verschlissene Knie – aber vom Fußball kann Claudia Tschöke, Ex-Nationalspielerin und mit der Niedersachsenauswahl zweifache U 19-Länderpokalsiegerin (1986 und 1987), nicht wirklich lassen.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Lieber Fußballfreund,

du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Nutzungsbedingungen“ und „Inhalteverantwortung“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.

Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.

Weiter