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Lebensretter |24.12.2018|13:00

Rettung in letzter Sekunde

Mitspieler und Freunde: Marcel Bösel (links) bewahrte Marcel Ameis vor dem Ersticken.[Foto: 2018 Getty Images]

Nach einem Zusammenprall in einem Spiel der Kreisliga A lag Marcel Ameis reglos am Boden. Sein Mitspieler Marcel Bösel reagierte geistesgegenwärtig und zog ihm die verschluckte Zunge aus dem Hals. Ameis kam wieder zu sich. Seine Freundin hat nun verfügt, dass er nur noch dann spielen darf, wenn „der andere Marcel“ auch dabei ist.

Marcel Bösel greift nach seinen Krücken. Langsam humpelt er zum Vereinsheim von Fortuna Gronau . Eine Bänderverletzung zwingt den Angreifer zum Zuschauen. In Höhe der Trainerbank trifft Marcel Bösel auf Marcel Ameis. Sein Teamkollege klopft ihm auf die Schulter. „Wird Zeit, dass du wieder fit wirst“, sagt Ameis. „Wir brauchen dich“. Er meint die Treffer seines Mitspielers: Marcel Bösel ist der Torjäger bei Fortuna Gronau. Im westlichen Münsterland hat sich der 24-Jährige einen Namen gemacht.

Auch am 7. Spieltag der Kreisliga A stand Marcel Bösel im Strafraum mal wieder richtig. Er handelte blitzschnell. Es ging aber nicht um einen Torabschluss. „Womöglich hat er mir damals das Leben gerettet“, sagt Ameis. An diesem 16. September trat Fortuna Gronau beim FC Vreden an. Es lief nichts zusammen für die Gäste. Sie lagen 0:2 hinten, spielten nach einer Roten Karte in Unterzahl. Dann kam die 56. Minute. Freistoß für Gronau. Innenverteidiger Marcel Ameis ging mit nach vorne. Teglat Chabou brachte den Ball vor das Tor. Ameis stieg hoch, köpfte ein. Doch von seinem Treffer bekam er nichts mit. In der Luft prallte der 28-Jährige mit Vredens Torwart Jannik Kohlar zusammen. „Danach habe ich einen kompletten Filmriss“, sagt Ameis.

Bilder im Kopf

"So etwas kann jederzeit auf jedem Sportplatz passieren."

Dafür kann Marcel Bösel die Sekunden nach dem Zusammenprall detailliert schildern. „Ich habe mich gewundert, dass der Marcel nicht gejubelt hat“, sagt der Fortuna-Kapitän. „So oft trifft er ja auch nicht.“ Marcel Bösel näherte sich dem Torschützen. Er sprach ihn an. Keine Reaktion. „Ich habe dann gesehen, dass sein Oberkörper zittert und er offenbar nicht mehr atmet“, erzählt Bösel. Dem Angreifer schossen Bilder in den Kopf. Vor seinem Auge sah er Videos von Fußballern, die ihre Zunge verschluckt hatten. Die zu ersticken drohten.

Bösel wusste, dass jede Sekunde zählt. Er drückte seinem Teamkollegen den Kiefer auseinander, griff nach Ameis‘ Zunge, zog sie aus dem Rachen. Bange Blicke. Kurz darauf war der verunglückte Spieler wieder bei Bewusstsein. „Es heißt ja immer, dass die Sozialen Medien einen verblöden lassen“, sagt Bösel. „Ich war aber froh, dass ich die Videos auf den Plattformen gesehen habe.“ Ameis berappelte sich, spielte die Partie in Vreden sogar zu Ende.

Am Spielfeldrand hatte niemand registriert, welche Dramatik sich im Strafraum abgespielt hatte. „Ich stand ja 60 Meter vom Geschehen weg und habe die Rettungsaktion gar nicht mitbekommen“, erzählt Fortuna-Trainer Orhan Boga. „Hätte man mir gesagt, dass Marcel bewusstlos war, hätte ich ihn natürlich sofort runtergenommen.“ Dafür verzichtete er im kommenden Spiel auf seinen Innenverteidiger. Ameis war zwei Tage nach der Partie in Vreden zum Arzt gegangen. „Das hätte ich eigentlich sofort machen sollen“, sagt er heute. Der Arzt diagnostizierte eine Schädelprellung sowie eine Gehirnerschütterung und erteilte dem Gronauer ein Sportverbot.

In den Tagen nach der Rettungsaktion machten sich die beiden Spieler ihre Gedanken. Auch über die Sicherheit im Amateurfußball. „So etwas kann jederzeit auf jedem Sportplatz passieren“, sagt Bösel. „Deshalb wäre es gut, wenn die Vereine mit ihren Mitgliedern die Grundsätze der Ersten Hilfe auffrischen würden.“ Er selbst hat für die Führerscheinprüfung einen Kurs machen müssen. „Das ist aber auch schon wieder viele Jahre her“, sagt er. „Man vergisst so vieles schnell.“ Er ist sich sicher, dass die Hälfte aller Fußballer keine Lagerung in der stabilen Seitenlage hinbekäme. Marcel Ameis nickt bei der Schilderung „Das mit dem Auffrischungskurs würde ich begrüßen“, sagt er.

Schnell fit werden

Die Rettungsaktion hat die Freundschaft der beiden Männer noch verstärkt. „Bei uns im Kader ist der Zusammenhalt aber ohnehin groß“, sagt Marcel Bösel. Ein Schicksalsschlag verbindet die Fußballer aus Gronau: Im November 2017 starb ihr Mitspieler Simon Kalitzki bei einem Verkehrsunfall. Marcel Bösel kündigte kurz darauf an, dem Verein treu zu bleiben. Er schlug Angebote aus der drei Klassen höheren Westfalenliga aus. „Ich wollte weiter für Simons Mannschaft spielen“, sagt er. Sie haben dem Verstorbenen ein Andenken in Gronau gemacht und seine Rückennummer 17 an die Kabinenwand gepinselt.

Marcel Bösel hat sich zudem vorgenommen, noch ein paar Tore in dieser Saison zu schießen. „Ich hoffe, dass ich nach der Winterpause wieder fit bin“, sagt er. Auch Ameis freut sich darauf, wieder mit Bösel auf dem Platz zu stehen. Strenggenommen darf er ohne ihn gar keine Spiele mehr bestreiten. Seine Verlobte Jennie, die damals in Vreden verhindert war, hatte sich die dramatische Geschichte erzählen lassen: „Sie hat gesagt, dass ich nur noch spielen soll, wenn der andere Marcel auch dabei ist.“

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