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FSV Salmrohr |28.03.2016|18:30

Salmrohr: Das Dorf, das die 2. Liga rockte

Der FSV Salmrohr schrieb als kleinstes Fußballdorf der 2. Liga Geschichte. [Foto: Fotos Arens, imago; Collage FUSSBALL.DE]

In einem ganz speziellen Ranking zur Zweiten Bundesliga liegt der FSV Salmrohr unverändert an der Spitze. Zwar folgte nach dem Aufstieg 1986 postwendend knapp ein Jahr später der Abstieg – bis heute ist der FSV aber der Verein aus dem kleinsten Zweitligaort. Nur rund 1.300 Einwohner zählt der Gemeindeteil  von Salmtal. Da kann auch der damalige Zweitliga-Standort Hoffenheim mit seinen 3.300 Bürgern nicht mithalten.

„Das Familiäre hat uns immer ausgezeichnet und tut es auch heute noch“, sagt Peter Rauen. Er ist stolz auf den Zusammenhalt im „Fußballdorf“ zwischen Mosel und Eifel, 30 Kilometer nordöstlich von Trier. Ob als Helfer, Zuschauer, Spieler oder im Vorstand – fast jeder im Ortsteil der Gemeinde Salmtal ist irgendwie mit dem heutigen Oberligisten verbandelt. Und natürlich regiert der Fußball auch bei den Rauens: Während Vater Peter inzwischen Ehrenpräsident ist und mit Rat und Tat weiterhin zur Verfügung steht – besonders während der Insolvenz Anfang 2014 legte er sich nochmal mächtig ins Zeug – ist heute Sohn Christian am Steuer. Gemeinsam mit Thomas Kröffges bildet er eine Doppelspitze. Auch die dritte Generation ist schon fleißig dabei; Alexander (14) und Moritz (9) sind als rechter Verteidiger beziehungsweise Torwart wichtige Stützen in den jeweiligen Nachwuchsteams des FSV.

Opa Peter stieg 1970 bereits im Alter von 25 Jahren als Vorsitzender ein, führte die „Macht vom Dorf“, wie sie sich auch heute noch selbstbewusst nennt, nicht nur als Funktionär, sondern auch als Spieler nach oben. Auch dank der Tore des einst wegen seiner Kopfballstärke so gefürchteten Rauen wurde der Durchmarsch aus der Kreisliga geschafft. 1978 war der FSV bereits in der damals neu gegründeten, drittklassigen Oberliga angekommen.

Toppmöller, Hölzenbein, Kleff

Tausende von Zuschauern erlebten die Topspiele in den „Goldenen Achtzigern“ mit, in denen mit dem Zweitliga-Aufstieg auch der große Wurf gelingen sollte. Altstars wie der aus dem benachbarten Rivenich stammende Ex-Lauterer Klaus Toppmöller, der 1974er Weltmeister Bernd Hölzenbein und Torwartlegende Wolfgang Kleff zählten seinerzeit zum Salmrohrer Personal – gute Kontakte, ein euphorisches Umfeld und eine solide Wirtschaftskraft, die Netzwerker Rauen herzustellen wusste, machten die seinerzeit spektakulären Verpflichtungen möglich.

Bis 1998 amtierte der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Bauunternehmer bei „seinem“ FSV, dann bat man ihn im benachbarten Trier um Hilfe, als es der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Eintracht sehr schlecht ging. Peter Rauen schaffte den Weg aus der Krise, das sportliche Kommando übernahm dabei Paul Linz, mit dem die Eintracht 2002 in die Zweite Bundesliga aufsteigen sollte.

Linz war dem Ruf von Rauen schon 1989 gefolgt, als er zunächst als Spieler und dann bis 1996 als Trainer in Salmrohr fungierte. Sein Comeback beim FSV feierte Linz dann im September 2014. Auf Bitten seines Kartenbruders Rauen übernahm er den in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar völlig fehlgestarteten FSV, führte ihn  nicht nur in sicheres Fahrwasser, sondern auch zum Sieg im Rheinlandpokal. Der achte Cup-Sieg der Vereinsgeschichte brachte in der ersten Runde um den DFB-Pokal den Vergleich mit Zweitligist VfL Bochum (0:5) ein. 4.000 Zuschauer erinnerten an jene Kulissen, die es beim Ausflug in die Zweite Bundesliga 1986/87 in Duellen mit dem Karlsruher SC, Darmstadt 98 oder Hannover 96 gab.

Duell gegen Trier

Der FSV würde allzu gerne wieder den Bitburger-Rheinlandpokal holen. Im Halbfinale wartet mit Regionalligist Eintracht Trier (Mittwoch, 20. April, 17.30 Uhr) just der große Lokalrivale, den man im vergangenen Jahr beim 2:1 nach Verlängerung im Achtelfinale aus dem Weg geräumt hatte.

„Die Einnahmen aus dem DFB-Pokal wären sicher noch einmal ein warmer Geldregen für uns“, lässt Christian Rauen durchblicken. Verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln umzugehen, hat er von seinem Vater gelernt: „Außerdem gilt beim FSV immer noch die Devise ‚ein Wort ist ein Wort`. Das kommt bei den Spielern und anderen Verhandlungspartnern sehr gut an.“