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SV Moggast|18.11.2014|09:30

Schmadtke: Vom Torwart zum Kreisliga-Knipser

Das ehemalige Torhüter-Talent Nils Schmadtke geht seit Anfang des Jahres als Stürmer für den SV Moggast in der Kreisliga auf Torejagd. [Foto: Wolfram Kämpf]

Irgendwann waren die Bedenken beiseite geschoben. Nils Schmadtke stand wieder in Fußballklamotten auf dem Trainingsplatz. Trotz der seltenen Freizeit und trotz der langen Anfahrt von Nürnberg in den kleinen Ort Moggast im Landkreis Forchheim. Ob es die Überredungskünste seiner beiden Arbeitskollegen waren, die sich nebenbei als Kreisliga-Trainergespann in der fränkischen Provinz engagieren, oder schlicht die Lust auf Fußball, kann der Sohn von Kölns Manager Jörg Schmadtke so genau nicht sagen. Wahrscheinlich beides. Ein paar Monate später landete jedenfalls Schmadtkes Spielerpass bei den Verantwortlichen des SV Moggast. Und seitdem ist der 25-Jährige wieder drin. In seinem Sport, im Training, Wettkampf und den Kabinengesprächen über Aufstellung, Gegner und Ambitionen.

Genau das war für Schmadtke lange Zeit mehr als eine Freizeitveranstaltung. Fußball war sein Leben, sein Traum und - so glaubte er lange Zeit - seine Zukunft. Das Vorbild kam dabei aus der eigenen Familie: Nils Schmadtke war auf dem besten Wege, Profi-Torwart zu werden, genau wie sein Vater Jörg, der 375 Spiele in der Bundesliga und 2. Liga für Fortuna Düsseldorf und den SC Freiburg bestritt, ehe er sich als Trainer und Manager in den deutschen Top-Ligen einen Namen machte.

„Als Torwart kann ich nur verlieren. Jeder erwartet dann, dass ich in der Kreisliga jeden Ball halte, aber das ist beim besten Willen nicht möglich.“

Nils' Weg als Profi endete hingegen, bevor die Karriere richtig begonnen hatte. Noch in der Jugendzeit hatte er beim heutigen Arbeitgeber seines Vaters, dem 1. FC Köln, angeheuert. Von dort aus ging es zur U 19 von Borussia Mönchengladbach, wo er zur Nummer eins der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft avancierte. Schmadtke galt als talentiert und durchsetzungsstark, der Weg zu einer erfolgreichen Laufbahn schien vorgezeichnet. Der Zeit in Mönchengladbach folgte im Sommer 2008 der erste Profivertrag. Der Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt verpflichtete den 1,95 Meter großen Keeper.

Doch bei dem Klub aus Oberbayern wurde Schmadtke nicht glücklich. Er kam nicht wie erhofft zum Zuge. Statt in der 2. Liga absolvierte er lediglich einige Einsätze mit der Reserve in der Bayernliga. „Vielleicht war ich zu jung und bin zu früh aus Mönchengladbach weggegangen“, spekuliert er heute. Den Beweis für diese These wird es nicht mehr geben. Der Vertrag in Ingolstadt wurde jedenfalls nach einem halben Jahr wieder aufgelöst und damit begann das Warten auf einen neuen Arbeitgeber. Es endete mit einer Enttäuschung. Der Torwart kam nicht mehr unter im deutschen Profifußball.

Zum Probetraining überredet

Der damals 20-Jährige jammerte nicht lange, sondern zog einen Schlussstrich unter die Profikarriere. Es war Zeit für Plan B: Schmadtke begann ein Studium. Die Momente, in denen er diese Entscheidung bereut oder wehmütig wird, sind äußerst selten. „Es schmerzt ab und an noch ein wenig, aber ich schlafe bestimmt nicht mit Tränen in den Augen ein“, sagt Schmadtke, „es gibt nun einmal Situationen, in denen man ehrlich zu sich selbst sein muss. Und ich war zu der Erkenntnis gekommen, dass es nicht sein soll.“

Nach dem Studium kehrte er zum Sport zurück. Wenn auch in einem ganz anderen Bereich. Schmadtke landete beim Sportartikelhersteller adidas. Und von dort war der Sprung zum SV Moggast nicht mehr weit. Schließlich traf er in seiner Abteilung auf die beiden SV-Spielertrainer Alexander Roth und Christian Staatz. Schmadtke ließ sich zu einem Probetraining überreden und blieb.

Seit Anfang des Jahres läuft er, immer wenn es der Job erlaubt, im Trikot des SV Moggast auf. Er feierte auf Anhieb den Aufstieg in die Kreisliga Erlangen-Pegnitzgrund 2 . Schmadtke hat sich einen Namen gemacht. Aber nicht als guter Torwart, sondern als Stürmer – und, was vielleicht noch wichtiger ist, als echter Teamplayer. „Er ist ein super Typ, umgänglich und nett. Wir sind stolz, ihn in der Mannschaft zu haben“, sagt Abteilungsleiter Lothar Schmidt.

Ein Comeback im Tor war nie ein Thema. Mit Bernd Probst verfügt der Klub über einen gestandenen Keeper und Schmadtke war nicht scharf auf den Posten. „Da kann ich nur verlieren. Jeder erwartet dann, dass ich in der Kreisliga mit meiner Vergangenheit jeden Ball halte, aber das ist beim besten Willen nicht möglich.“ Zudem macht der gebürtige Düsseldorfer im Angriff eine gute Figur. „Er ist eine Stütze der Mannschaft“, bestätigt SV-Coach Roth, der Schmadtke auch schon in die Innenverteidigung, aber noch nie ins Tor beordert hat.

Vergangenheit kaum Thema

Die meisten SV-Spieler ahnten lange nichts von Schmadtkes Vorgeschichte und von dessen prominentem Vater. „Für die Jungs war ich einfach nur der Nils und das war gut so“, sagt Schmadtke. Als den Mannschaftskameraden klar wurde, wer dieser Nils wirklich ist, war er längst integriert und seine für einen Kreisliga-Akteur ungewöhnliche Vergangenheit kein großes Thema mehr. Das wurde es erst, als die gesamte Konkurrenz erfuhr, wer da für den SV stürmt. Der Stadionsprecher des SV 08 Auerbach hatte Vater Jörg Schmadtke, der sich im Oktober ausnahmsweise das Auswärtsspiel des SV Moggast mit seinem Filius in der Startelf anschaute, unter den Zuschauern ausgemacht und dies per Lautsprecher verkündet. „Seitdem gibt es immer wieder Anfragen seitens der Medien“, sagt Schmidt, „dem Nils ist der Rummel sicherlich nicht recht.“ Doch die Aufregung wird sich bald wieder legen, da ist sich der Abteilungsleiter sicher.

Schmadtke lässt sich sowieso nicht aus der Ruhe bringen. Er ist glücklich, beim SV einen schönen Ausgleich zum Stress des Alltags gefunden zu haben - auch weil es familiär zugeht und viele Gleichaltrige dort spielen. „Ohne Sport geht es nicht für mich“, sagt er. Dafür fährt er gerne die 45 Minuten von Wohnort Nürnberg nach Moggast. Der persönliche sportliche Erfolg und Werdegang spielen inzwischen eine Nebenrolle. Schmadtke weiß nicht einmal, wie viele Tore er in der laufenden Spielzeit erzielt hat. „Für diese Statistik interessiere ich mich nicht“, sagt er. Natürlich will er mit dem Team die Klasse halten und vor den zumeist rund 150 Zuschauern mit vollem Engagement zu Werke gehen. Entscheidend ist für ihn aber, dass er zurück ist, zurück auf dem Fußballplatz, der ihm immer noch so viel bedeutet.

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