Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Ehrenamt |24.01.2021|10:00

Schütt: 84-Jähriger Platzwart beim FC Fockbek

Harald Schütt: "Ich möchte das Amt ausüben, solange es noch geht."[Foto: Jonas Bargmann]

Anzeige

"Das ist mein Revier", sagt Harald Schütt, während er auf das Gebäude vor sich zeigt. Es ist das Vereinsgebäude des FC Fockbek am Krattredder, direkt an der Kreisstraße 98. Der 84-Jährige ist dort Platzwart. Den Sportplatz selbst bezeichnet er liebevoll als "Wohnzimmer". Aus guten Gründen: Hätte das Coronavirus den Spielbetrieb in Deutschlands Amateurklassen nicht lahm gelegt, wäre Schütt "täglich zwischen zwölf und 13 Stunden vor Ort".

Er hätte viel zu tun: Das Kreiden und den Aufbau der Spielfelder bei Jugendmannschaften beispielsweise oder die Schiedsrichterbetreuung oder das Sauberhalten des Geländes. Weil zeitweise viel Arbeit anstand, brachten seine Kinder Jörg und Beate das Essen manchmal auf den Sportplatz. "Aber nicht am Freitag, da hole ich mir immer Currywurst und Pommes mit Mayonnaise. Das ist mein Essen", sagt er und fängt an zu lachen. Inzwischen wird er beim Mähen der Spielfelder vom Bauhof der Gemeinde Fockbek unterstützt.

Seit 2004 ist "Schütti" – so sein Spitzname – Platzwart beim örtlichen Fußballverein. Sohn Jörg und Enkel Patrick waren schon vorher im Klub. "Damals wollte ich bei meiner Familie sein und habe dann gesagt, dass ich den Rasen in Ordnung bringe", sagte er. Dass er mittlerweile in einer eigenen Wohnung in einer Seniorenwohnanlage wohnt, hindert ihn nach wie vor nicht, den FCF zu unterstützen – der Sport ist schließlich sein Lebensbegleiter.

Der im November 1936 geborene Büdelsdorfer trat mit 15 Jahren beim ortsansässigen BTSV ein: Feldhandball und Leichtathletik standen auf dem Programm. "Handball war damals Sportart Nummer eins bei uns. Dort, wo nun die Fußballer schwitzen und stöhnen, haben wir gespielt", erinnert sich der gelernte Schneidermeister. Gemeint ist das traditionsreiche Eiderstadion, in dem die FT Eider Oberliga-Fußball bot. Mittlerweile trägt die erste Herrenmannschaft um Trainer Frank Weschke dort seine Heimspiele in der Landesliga aus.

"Er verkörpert den familiären Verein wie kein Zweiter"

Als gerade Volljähriger stieg er mit dem Büdelsdorfer TSV in die Bundesliga auf und erreichte sogar einmal mit seiner Mannschaft Platz vier. "Wir hatten ein starkes Team und sind quer durch Deutschland gereist. Teilweise haben wir vor 5000 bis 6000 Zuschauern gespielt." Als Reiseziel nannte er Solingen, Gummersbach, Großwallstadt, Flensburg und Wellinghofen im Dortmunder Stadtbezirk Hörde.

Handballprofi und Pferdebesitzer

Im Anschluss an seine Spielerkarriere trainierte er Handballvereine in Rendsburg und Nübbel. Der Fußball spielte bis dato keine Rolle. Auch nicht, als er sich gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Renate, mit der er 55 Jahre verheiratet war, drei Pferde anschaffte – Hannoveraner und Haflinger. Er begleitete sie und ihre Tochter auf Turnieren. "Ich war sogar Jugendwart beim Reitverein Moholz in Nübbel", erinnert sich Schütt. Er schloss sich mit weiteren Mitgliedern zusammen und war für den Aufbau des Klubs zuständig. Sport hat sein Leben auf allen Ebenen dominiert. "Ich war immer in Bewegung."

Abseits des Platzes gründete er mit Freunden eine Musikband: die "Originalen Ernstthaler". Dort spielte er Becken und sang. Aufgetreten sind sie auf Hochzeiten. "Und plötzlich habe ich dann mein Instrument weggelegt und mit der Braut getanzt", sagte er und fängt an zu lachen. Die Bronze legierten Becken hat er inzwischen ganz beiseite gelegt – nicht aber seine hilfsbereite, lockere und unbekümmerte Art, mit der er allen Spieler*innen, Trainer*innen und Zuschauer*innen seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten als Platzwart gegenübertritt. Als er über die Bedeutung seines Ehrenamts spricht, schießen ihm die Tränen in die Augen. "Es ist mein Leben. Auch wenn es Arbeit ist, hat diese Tätigkeit das Feuer in mir entfacht. Ich möchte das Amt ausüben, solange es noch geht."

Steffen Sievers, Pressesprecher des FC Fockbek, würdigte ihn: "Er verkörpert den familiären Verein wie kein Zweiter." Dabei erinnert sich Sievers an eine Situation im Oktober des Vorjahres, als bekannt wurde, dass der Fußball in Folge des Coronavirus erneut zum Stillstand kommen wird. "Die Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft standen beisammen, als er sie mit Durchhalteparolen motivierte", so Sievers. "Das war so emotional, dass einige Spieler anfingen, zu weinen. Das war ein sehr ergreifender Moment." Um Schütt einen besonderen Dank auszusprechen, wurde der Gehweg auf dem Sportplatz in "Harald-Schütt-Weg" umbenannt. Zudem überreichte der Verein seinem Platzwart einst einen Banner: "Ein Mann, ein Verein, eine Legende", steht dort drauf. Mittlerweile hängt dieser am Haupteingang des Sportgeländes.

Sehnsucht nach Fußball

Zuletzt wurde Schütt im Rahmen des Rendsburger Geschenkebaums für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. Trotz der Ehrungen zeigt sich der 84-Jährige bescheiden – er will nicht gerne alleine im Mittelpunkt stehen. "Man freut sich zwar darüber, aber andere Vereine und Menschen machen auch vieles ehrenamtlich. Es geht eben immer nur gemeinsam. "Das Gemeinsame würde er gerne wieder am Krattredder erleben: das Toben der jüngsten Nachwuchsfußballer*innen, die Gespräche mit Eltern oder den Spielern aus den Herrenteams. Unter den derzeitigen Umständen nicht möglich. Es sei eine "komische Stille", bemerkt er. Und obwohl Pflichtspiele und Trainingseinheiten nicht stattfinden dürfen, ist er regelmäßig auf der Sportanlage – einfach, um nach dem Rechten zu sehen. "Ordnung auf dem Platz muss sein. Das sollte Grundvoraussetzung sein", betont der 84-Jährige. "Manchmal gehe ich einfach auf den Platz oder schnappe mir einen Besen."

Mit den besonderen Corona-Einschränkungen komme der Rentner gut zurecht. "Auch wenn es natürlich schwer fällt. Wir hoffen alle, dass es bald wieder weitergehen kann." Eines ist nicht zu übersehen: Die Sehnsucht nach Fußball in seinem "Wohnzimmer" ist groß.

Dieser Artikel erschien bereits in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.
Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Lieber Fußballfreund,

du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Nutzungsbedingungen“ und „Inhalteverantwortung“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.

Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.

Weiter