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Pühl vs. Pühl |30.11.2018|10:00

Schwestern: Brandenburgisches Zwillingsduell

Denise und Jacky Pühl beim WM-Spiel Deutschland gegen Schweden in Sotschi. [Foto: privat]

Pühl gegen Pühl: Das Duell der beiden 26 Jahre alten Zwillingschwestern Denise und Jaqueline geht in die nächste Runde. Anfang November verlor Denise Pühl mit ihrem Team SG Blau Weiß Beelitz in der Verbandsliga Brandenburg gegen Jaqueline Pühl vom FSV Babelsberg 74 daheim mit 0:4. Immerhin blieb Jacky, die bereits elf Treffer für den völlig überlegen, verlustpunktfrei die Liga dominierenden Spitzenreiter erzielt hat, dieses mal ohne Torerfolg. Denise fand trotzdem Gefallen am Schwestern-Duell. „Ich finde es immer ganz schön, weil man gegenseitig die Schwächen kennt“, sagt die Innenverteidigerin.

Jaqueline spielte beim FSV 74 im Derby einen offensiven Part. „Dass wir direkt gegeneinanderstanden, war eigentlich ein Zufall“, meint sie, die ebenfalls meist als Innenverteidigerin eingesetzt wird - das Zwillingsgen eben. „Meine Tore fallen, weil ich bei Standarts sehr stark bin, wenn ich nach vorne gehe. Acht der elf Tore sind, glaube ich, so gefallen.“ Jaqueline, Buchhalterin in Berlin, habe beim FSV „neue Herausforderungen“ gesucht, sagt sie.

"Wir hatten einfach Spaß"

Denise lebt in Beelitz und ist Erzieherin. Den Weg in den Verein haben beide erst spät gefunden, denn zunächst wollten die Eltern das nicht. „Unsere ersten Fußballschritte waren als kleine Mädchen auf dem Hof unseres Opas. Da haben wir gerne mit Bällen gespielt, später dann in der Siedlung auf Sandplätzen. Wir hatten einfach Spaß daran. Als wir von der Grundschule auf die weiterführende Schule kamen, waren wir in unterschiedlichen Klassen. Der Vater einer Freundin von Jacky war Jugendtrainer und hat dann unsere Eltern überzeugt, dass wir beim Fußball in guten Händen sind. Also durften wir mit zwölf Jahren in den Verein.“ Das war der Werderaner FC Victoria - bei den D-Junioren. Ein weibliches Team gab es noch nicht. „Am 8.März 2006, also am internationalen Tag der Frau, wurde dann ein Mädchen- und ein Frauenteam gegründet.“

„Es ist irgendwie komisch, gegen meine Schwester zu spielen“

2014 stand der Wechsel von Werder an der Havel nach Beelitz ins Frauenteam an. „Die Trainer wollten uns unbedingt haben und haben uns sehr unterstützt“, erzählt Denise. Im Sommer jedoch ist Blau Weiß aus der Regionalliga Nordost in die Landesliga abgestiegen. Brandenburg ist dort Spitzenreiter, Beelitz belegt derzeit den achten Tabellenplatz. Dementsprechend sei eine Rückkehr in die Regionalliga derzeit kein Thema. Und Jaquelines Ziel mit Babelsberg? „Auf jeden Fall wollen wir den Pokal verteidigen und Meister werden.“ Also aufsteigen? „Die Saison ist noch lang. Es warten noch dicke Brocken und es gibt verschiedene Meinungen, ob wir aufsteigen wollen oder nicht“, sagt Jacky.

Die nächste Begegnung Pühl gegen Pühl indes steigt bereits am kommenden Sonntag (2. Dezember) im Halbfinale des Wettbewerbes um den Landespokal. Gespielt wird in Beelitz. Im Finale vor zwei Jahren hatte Babelsberg das bessere Ende für sich, im Jahr zuvor Beelitz. „Es wird schwierig, aber uns liegt viel daran, Babelsberg zu ärgern. Der Ansporn bei uns im Team ist wirklich groß“, gibt sich Denise kämpferisch, gerade nach dem jüngsten 0:4. Das sei nämlich knapper gewesen, als das Resultat es ausdrückt. „Wir haben nichts zu verlieren. Babelsberg ist Favorit.“ Dass die Generalprobe am letzten Sonntag mit 1:2 gegen die SG Sieversdorf daneben ging, könne vielleicht sogar ein gutes Omen sein.

"Jedes Spiel beginnt bei Null"

Und Jacky meint: „Jedes Spiel beginnt bei Null und gerade im Pokal wirken die berühmten eigenen Gesetze. Wir gehen nicht mit dem Bewusstsein auf den Platz, vorab schon der Sieger zu sein.“ Ob die schwesterliche Verbundenheit dann für 90 Minuten nicht mehr zähle? „Das sehen wir beide ganz entspannt“, sagen beide nahezu gleichzeitig. Beelitz gegen Babelsberg sei ohnehin stets ziemlich besonders. Ein echtes Derby eben. „Zwischen unseren beiden Teams herrscht eine große Konkurrenz“, sagt Denise von der Sportgemeinschaft Blau Weiß. Aber als Schwestern-Duell gebe es da schon einen besonderen Reiz.

Früher standen die Zwillinge fast immer gemeinsam auf dem Platz. Nur als Denise nach einem Kreuzbandriss 2015 zunächst wieder in Babelsberg einstieg, waren sie mal getrennt, um dann wieder gemeinsame Sache zu machen. Auch 2014 gab es eine besondere Episode, als sie erstmals direkt gegeneinander spielten. Die 16 Minuten ältere Denise hütete damals für zehn Spiele das Babelsberger Tor, weil trotz Zwillingsdaseins gerade etwas Distanz angesagt war. Olle Kamellen, die längst ausgeräumt sind. Denn Zwillinge können nun mal nicht ohne einander. Was Aushilfstorfrau Denise damals gewurmt hat: Ausgerechnet die eigene Schwester erzielte beim Beelitzer 7:2-Erfolg einen Treffer.

„Es ist irgendwie komisch, gegen meine Schwester zu spielen“, meint Jacqueline heute. Neben dem Fußballplatz verbringen beide Frauen viel Zeit miteinander: „Als Zwillinge sind wir fast nicht zu trennen.“ Vor dem jüngsten Duell haben beide sogar gemeinsam übernachtet. Und im letzten Sommer waren sie zusammen im WM-Urlaub in Russland.

Nach erfolgreicher Bewerbung bei der Brandenburgischen Sportjugend für das bundesweite Projekt „Deutsch-russische Fußballbrücken“ waren 34 Teilnehmer zwischen 18 und 27 Jahren aus neun Bundesländern und 26 verschiedenen Fußballvereinen mit zehn russischen Teilnehmern gemeinsam unterwegs. Über St. Petersburg im Zug bis nach Sotschi. Unterwegs gab es viele Straßenturniere und weitere Fußball-Events. Das WM-Spiel zwischen Deutschland und Schweden stand auf dem Programm, der Besuch eines Ferienlagers am Schwarzen Meer, eine Besichtigungstour im Kaukasus, ein Kosakendorf bei Rostow am Don. „Wir haben sehr viel Tolles erlebt, hauptsächlich beim Fußball, weniger als Touristen“, sagen beide unisono.

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