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Jansen|11.02.2020|14:30

"Sport wichtig für soziales Miteinander"

Gesprächsrunde in Hamburg: "Ich würde jedem Kind raten, Fußball zu spielen".[Foto: Oliver Jensen]

Im Fußball geht es um mehr als nur Tore, Siege und Trophäen. Ein Sport, der Millionen von Menschen aus allen Schichten anspricht und der jedes Wochenende von allen Altersgruppen betrieben wird, hat auch eine soziale Verantwortung. Doch wird der Fußball dieser Verantwortung überhaupt gerecht? Oder bestimmen Gewalt, Profitsucht, Homophobie, veraltete Strukturen und Umweltsünden den sportlichen Alltag? Genau darüber wurde am Montagabend beim 1. LOTTO-Talk des Jahres 2020 im Hamburger Hotel Le Meridien diskutiert.

Die Gäste waren der ehemalige Nationalspieler und aktuelle Präsident des Hamburger SV,  Marcell Jansen , der Sportjournalist und Ex-Schiedsrichter Lutz Lüttig sowie der Leiter des Hamburger Literaturhauses und Fußballkenner Professor Dr. Rainer Moritz. Die Moderation übernahmen die bekannte Sportkommentatorin Birgit Hasselbusch und der Pressesprecher des Hamburger Fußball-Verbandes, Carsten Byernetzki.

Im Fußball werden Kinder mit Migrationshintergrund integriert

"Wir haben ein Thema, das viele Abende füllen könnte. Wir wollen schauen, dass wir trotzdem zu ein paar guten Ergebnissen kommen", sagte Byernetzki zur Einleitung. Jansen dachte dabei zunächst an seine eigenen Anfänge zurück. "Ich habe laut meiner Mama schon als Kind das Zimmer zusammengeschossen. Damals habe ich nicht daran gedacht, ob ich später mal ein größeres oder kleineres Auto fahre. Ich wollte einfach nur Fußball spielen." Umso glücklicher ist er, heute als Präsident des HSV Sportmöglichkeiten zu schaffen. "Sport ist das effektivste Mittel, um Kinder und Jugendliche in ein soziales Miteinander zu bekommen." Moritz sieht das genauso: "Gerade im Fußball werden Kinder mit Migrationshintergrund schnell integriert. Und wenn diese Kinder dann auch noch ein Tor schießen, sind sie gleich die Stars. Das ist nicht überall so."

Unstrittig ist, dass der Fußball auch seine dunklen Seiten hat. Lüttig glaubt allerdings, dass Vorfälle wie Gewalt auf Fußballplätzen kein völlig neues Phänomen sind: "Früher hat man die Vorfälle, die es ebenfalls gegeben hat, allerdings noch nicht so intensiv bearbeitet. Heute glauben wir, alles intensiv besprechen und Schlussfolgerungen daraus ziehen zu müssen. Ich will nicht kleinreden, was heute passiert. Es passieren schlimme Dinge. Aber durch die mediale Bestrahlung bekommen wir einen schiefen Eindruck." Gleichwohl wollte niemand der Beteiligten über die Probleme hinwegsehen. "Was auf den kleinen Fußballplätzen passiert, ist ganz entscheidend", sagte Jansen. "Denn wenn niemand mehr Lust hat, am Wochenende als Schiedsrichter ein Spiel zu leiten, dann haben wir ganz andere Probleme." Hier stimmte Lüttig zu: "Wir müssen dringend daran arbeiten, mehr Schiedsrichter zu bekommen. Wir haben in acht Jahren 20.000 Schiedsrichter verloren. Dieser Entwicklung müssen wir entgegenwirken."

Vorbildfunktion: Die Jungs schauen auf die Profis

Lüttig nimmt dabei den Profifußball mit seiner Vorbildfunktion in die Pflicht: "Die Jungs schauen auf die Profis. Sie achten darauf, wie die Profis spielen, sich bewegen, sich Freistöße herausholen oder dem Schiedsrichter entgegentreten. Genau das Gleiche sehen wir daraufhin auf den Jugendplätzen." Auch Jansen möchte, dass junge Spieler ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Gleichwohl aber solle man nicht die Verantwortung lediglich auf junge Fußballspieler abschieben. Dabei dachte Jansen an sich selber zurück: "Was wusste ich mit 20 Jahren vom Leben? Gar nichts - außer dass ich ganz gut Fußball spielen konnte."

Dennoch glaubt Jansen, dass sich die Profifußballer ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Auch hier dachte er an seine aktive Zeit zurück: "Ich war Nationalspieler und kann daher sagen, dass der DFB immer sehr viel getan hat. Genauso war es bei den Traditionsvereinen Gladbach, Bayern München und HSV, für die ich gespielt habe. Hier beim HSV mussten wir zum Beispiel Verantwortung tragen, ein Projekt vom Hamburger Weg (eine Stiftung des HSV, Anm.d.Red.) übernehmen und uns dort selber einbringen."

Gibt es Homophobie im Fußball?

Ein weiteres Thema der Gesprächsrunde war Homosexualität im Fußball. Warum existieren kaum Profispieler, die sich zur Homosexualität bekennen? Gibt es Homophobie auf den Fußballplätzen? Hier knüpfte Moritz an: "Warum outen sich Politiker und Schauspieler, Fußballspieler allerdings nicht? Eben weil klar ist, dass eine homophobe Stimmung noch immer da ist." Jansen sagte dazu: "Wenn jemand seine Sexualität nicht öffentlich machen möchte, muss man das akzeptieren. Aber es gibt ja auch positive Beispiele wie Thomas Hitzlsperger . Er hat das zwar erst nach der Karriere publik gemacht, hat danach aber dennoch einen guten Weg eingeschlagen."

Nach 90 Minuten war die muntere Gesprächsrunde beendet. Den vielleicht wichtigsten Satz sagte dabei Lutz Lüttig: "Wichtig sind nicht die Profis. Die machen nur einen kleinen Teil des Fußballs aus. Wichtig sind vielmehr die sieben Millionen Menschen, die selber aktiv Fußball spielen." Dabei schloss Jansen wieder an seine eingangs beschriebenen Kindheitserinnerungen an: "Ich würde jedem Kind raten, Fußball zu spielen. Aber eben wegen dem Spiel und nicht wegen dem dicken Auto mit 19 Jahren."

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