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Flüchtlinge |08.10.2019|12:00

SV Blumenau: Die Kinder von der Straße holen

Soziale Verantwortung wird hier groß geschrieben: Der SV Blumenau integriert erfolgreich Flüchtlinge. [Foto: SV Sentilo Blumenau]

Der Name SV Sentilo Blumenau macht neugierig. Woher stammt dieser etwas seltsam anmutende Name für einen Fußballverein? Wobei die Erklärung eigentlich ganz einfach ist. Sentilo ist der Name des Gründers von Sendling, und Sentilinga war jahrhundertelang sogar der Name des Münchner Stadtteils Sendling, der süd- bis südwestlich von der City der bayerischen Landeshauptstadt liegt.

"Toleranz, Integration und Gewaltlosigkeit gegenüber jedem, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und sexueller, religiöser oder politischer Einstellung prägen unser Handeln und stehen als Ziel über der täglichen Arbeit", heißt es im Leitbild des Vereins: "Wir vermitteln und fördern soziale Werte. Unsere Funktionsträger und Übungsleiter verstehen sich als Vorbilder und haben hierfür einen gemeinsamen Ehrenkodex erarbeitet. Gerade in der Jugendarbeit muss das Leitbild vermittelt und vorgelebt werden." Und das Leitbild schließt mit dem Satz: "Wir sind die, die die Kinder von der Straße holen!" Ein bemerkenswertes und außergewöhnliches Credo eines kleinen Fußballvereins, der in der tagtäglichen Arbeit einen unglaublich wertvollen Beitrag zum Allgemeinwohl leistet. Und dies nicht nur auf den Sport beschränkt.

"Multi-Kulti ist hier gang und gäbe"

Christoph Schaffelhuber ist 1. Vorsitzender von Sentilo Blumenau, einem Klub, der sich sehr stark in der Flüchtlingsarbeit engagiert und viel bewegt hat. 15 Flüchtlinge, 13 männliche und zwei weibliche, werden von Sentilo als aktive Mitglieder geführt. "Diese Spielerinnen und Spieler sind bei uns in den Trainings- und Spielbetrieb integriert und auch vollwertige Mitglieder des Vereins", berichtet der Klubchef. Er sieht seinen Verein in der Verantwortung, etwas zu tun: "Es gibt den sozialen Auftrag, wenn es der Sportverein nicht tut, wer soll es sonst machen?" Man habe sich nicht danach gedrängt, "es ist einfach passiert", berichtet der 52-Jährige.

"Es gibt den sozialen Auftrag, wenn es der Sportverein nicht tut, wer soll es sonst machen?"

Das Miteinander verschiedener Nationalitäten hat im Stadtteil Tradition. "Wir haben zwar neue Spieler gesucht, aber wir haben keine Aktion gestartet, das kam eher über die Mund-zu-Mund-Progaganda. Multi-Kulti ist hier gang und gäbe", betont Schaffelhuber, der im Verein nicht nur als Klubchef tätig ist, sondern auch die 2. Damen-Mannschaft trainiert. Eine der geflüchteten weiblichen Spielerinnen ist Mitglied in seinem Team, die andere spielt in der ersten Mannschaft.

Zu Beginn war sportlich klar, dass die männlichen Flüchtlinge in der 2. Mannschaft spielen. Schaffelhuber: "Aber mittlerweile könnte der eine oder andere auch in der 1. Mannschaft spielen. Da hat sich das gezielte Training ausgezahlt, die haben sich zum Teil sportlich sehr schnell weiterentwickelt." Neben dem Status "beitragsfrei" (Grundbeitrag und Spartenbeitrag) hat Blumenau in den vergangenen beiden Jahren auch immer wieder kleinere und größere Bezuschussungen vorgenommen. Dabei ging es um die Anschaffung von Trainingskleidung, die Teilnahme an Abschlussfahrten und Trainingslagern sowie an Veranstaltungen aller Art. "Wenn durch zehn Spieler vielleicht drei unterstützt werden müssen, ist das Ganze schon möglich. Das sieht aber anders aus, wenn zehn Spieler für zehn andere die Gelder aufbringen müssen", so Schaffelhuber. Die Flüchtlinge stammen aus Afghanistan, Somalia und dem Irak. Sie sind zwischen acht und 24 Jahre alt. Gekickt wird auf der Bezirkssportanlage "Am Hedernfeld", es gibt einen Rasenplatz, ein Kleinspielfeld mit einer Rasenfläche und zwei Kunstrasenplätze.

Die DFB-Stiftung Egidius Braun hat im Rahmen der Initiative "2:0 für ein Willkommen" gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration eine Unterstützung in Höhe von insgesamt 5800 Euro bewilligt. Finanziert werden damit anteilig die Ehrenamtspauschale für zwei Trainer, die Teilnahme der Flüchtlinge an einem mehrtägigen Trainingslager und die Bereitstellung von Trainingsmaterialien. Zudem ist ein Zuschuss für Mitgliedsbeiträge enthalten.

Zuwendungen sind Ansporn und Motivation

"Wir haben aber die Summe für das Trainingslager nicht ausgeschöpft, weil außer den beiden Mädels nur noch ein weiterer Flüchtling mitgemacht hat", berichtet Schaffelhuber, "dabei haben wir deutlich gemacht, dass wir von Vereinsseite oder Spielerseite das nicht zahlen, sondern die Stiftung den Betrag zur Verfügung stellt." Trotzdem blieb es bei der geringen Resonanz unter den Flüchtlingen. Vielen der Flüchtlinge sei es unangenehm gewesen, dass sie von Vereinsseite so stark aus der finanziellen Verantwortung genommen werden würden. "Vielleicht wäre uns das umgekehrt genauso gegangen", meint Schaffelhuber, der sehr stolz ist, dass die DFB-Stiftung Egidius Braun die Vereinsaktivitäten in diesem Umfang unterstützt.

Schon im September 2017 hatte der Klub eine Anerkennungsprämie in Höhe von 500 Euro von der Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung erhalten. Die Zuwendungen sind Ansporn und weitere Motivation, in den Anstrengungen für eine Integration der neuen Mitbürger nicht nachzulassen.

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