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Ex-Aue-Trainer |25.06.2019|13:30

Tedesco-Zimmerkollege Drews jetzt beim HSV

Hannes Drews machte zusammen mit dem ehemaligen Schalke-Coach Domenico Tedesco seinen Trainerschein.[Foto: Oliver Jensen]

In der Saison 2017/2018 war Hannes Drews noch Cheftrainer in der 2. Bundesliga beim FC Erzgebirge Aue. Nach einer einjährigen Auszeit übernimmt der 37-Jährige nun die U 21 des Hamburger SV in der Regionalliga Nord. Er selbst war nie Profi. Im Interview mit FUSSBALL.DE erzählt Drews, wie er es vom F-Jugendtrainer seines Heimatvereins zum Profitrainer geschafft hat.

FUSSBALL.DE: Herr Drews, warum geht ein Trainer mit Zweitliga-Erfahrung in die Regionalliga?

Hannes Drews: Das hat zweierlei Gründe. Der HSV ist ein sehr großer Verein mit großer Strahlkraft – auch wenn die Lizenzmannschaft momentan in der 2. Bundesliga spielt. Hinzu kommt, dass ich selber aus Norddeutschland komme, immer ein HSV-Sympathisant war und früher selber Spiele im alten Volksparkstadion verfolgt habe.

Vor einem Jahr haben Sie den FC Erzgebirge Aue freiwillig verlassen, nachdem Sie den Klassenerhalt über die Relegation geschafft haben. Was war der Grund für den Abschied?

"Jeder Trainer muss seinen eigenen Weg finden. Man kann sicherlich einige Bücher lesen. Aber nicht alles was darin steht, ist richtig"

Drews: Das hatte nichts mit meiner Arbeit im Verein zu tun. Für den Entschluss, meine Arbeit in Aue zu beenden, gab es persönliche Gründe, die ich nicht weiter erläutern möchte. Ich glaube aber, dass das die richtige Entscheidung war.

Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern haben Sie nie höherklassig Fußball gespielt. Wie begann Ihre Trainerlaufbahn überhaupt?

Drews: Ich habe mit 16 Jahren bei meinem Heimatverein TuS Nortorf begonnen, die F-Jugend zu trainieren. Parallel dazu habe ich selber noch gespielt, musste aber mit Anfang 20 aufhören, weil ich mehrmals am Knie operiert wurde. Von diesem Zeitpunkt an habe ich mich voll auf die Trainertätigkeit konzentriert. Ich hatte aber zu diesem Zeitpunkt nicht daran gedacht, dies später beruflich machen zu können. Ich habe eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht und auch in diesem Beruf gearbeitet.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Ihre Trainertätigkeit zum Beruf werden könnte?

Drews: Relativ spät. Ich habe bei TuS Nortorf die 1. Herren übernommen, bin dann zu Holstein Kiel gewechselt und dort Jugendtrainer geworden. Das war allerdings zunächst nur nebenberuflich. Ich habe weiterhin in meinem Beruf als Versicherungskaufmann gearbeitet. Als im Zuge der Lizenzierung in Kiel mehr Stellen geschaffen wurden, wurde mir bewusst, dass ich das vielleicht beruflich machen kann.

Ist es für jemanden, der selbst nie Profi war, schwieriger Berufstrainer zu werden?

Drews: Es gibt keinen Königsweg in den Profifußball. Wenn man selber nie Profi war, braucht man sicher mehr Glück, weil man nicht so viele Kontakte hat. Aber: Jeder kann mit Fleiß und Engagement auf sich aufmerksam machen. Leider wird in Deutschland die Arbeit eines Trainers meist nach dem Tabellenplatz bewertet. Dabei ist es aus meiner Sicht viel entscheidender, wie man mit den Jungs umgeht und die Spieler weiterentwickelt. Sinnvoll sind außerdem die Trainerlizenzen.

Weil man bei den Lehrgängen so viel lernt?

Drews: Einmal natürlich das. Genauso wichtig ist es aber, dass man dadurch viele neue Leute kennenlernt. Man tauscht sich mit Personen aus verschiedenen Vereinen aus und baut sich dadurch ein eigenes Netzwerk auf.

Und gelangt dadurch vielleicht an Jobs?

Drews: Teilweise ist das so. Als ich die A-Lizenz gemacht habe, lernte ich Ingo Götze kennen, der zu dieser Zeit im Nachwuchsleistungszentrum von Holstein Kiel beschäftigt war. Er hat mir damals erzählt, dass bei Holstein neue Jugendtrainer gesucht werden und ich mich dort bewerben könne. Das habe ich dann getan und wurde verpflichtet.

Wann haben Sie Ihre Lizenzen gemacht?

Drews: Die C-Lizenz habe ich mit 16 Jahren in Malente gemacht, als ich bei der Landesauswahl gewesen bin. Mit 28 Jahren habe ich die B-Lizenz gemacht, mit 29 die A-Lizenz. Damals war ich noch bei TuS Nortorf und hatte einfach den Anspruch, neuen Input zu bekommen. Den Fußball-Lehrer nahm ich in Angriff, als ich bei Holstein Kiel war. Das war allerdings nicht mit dem Ziel verbunden, Profitrainer zu werden. Ich wollte mir einfach nur mehr Wissen aneignen.

Was kann ein junger Trainer neben den Lehrgängen ansonsten noch machen, um sich weiterzuentwickeln?

Drews: Jeder Trainer muss seinen eigenen Weg finden. Man kann sicherlich einige Bücher lesen. Aber nicht alles was darin steht, ist richtig. Ansonsten kann ich jedem raten, sich viele Fußballspiele anzuschauen – und zwar gezielt. Am besten schaut man sich die Spiele auf Video an, um hin und her spulen zu können. Wie läuft der Spielaufbau der Mannschaften ab? Wie wird umgeschaltet? Wie wird verteidigt? Dadurch habe ich sehr viel gelernt.

Wie haben Sie dann den Sprung vom Jugendtrainer bei Holstein Kiel zum Cheftrainer in der 2. Bundesliga geschafft?

Drews: Ausgelöst durch Julian Nagelsmann war es zu diesem Zeitpunkt ein Trend, junge Trainer zu verpflichten. Ich war während des Fußballlehrer-Jahrgangs mit Domenico Tedesco auf einem Zimmer. Als er dann in Aue aufgehört hat (Tedesco wechselte zum FC Schalke 04, Anm.d.Red.), hat er meinen Namen ins Rennen geschmissen. Das war natürlich hilfreich. Zunächst hatte sich der Verein aber gegen mich und für einen anderen Trainer entschieden.

Thomas Letsch bekam den Job, der allerdings nach drei Pflichtspielniederlagen wieder freigestellt wurde.

Drews: Genau. Daraufhin kam der Anruf von Helge Leonhardt, dem Präsidenten des FC Erzgebirge Aue. So nahm die Sache ihren Lauf.

Sie hatten vor Ihrem Dienstantritt in Aue keine Erfahrung im Profifußball. Wie schwierig war die Umstellung vom Jugendtrainer zum Profitrainer?

Drews: Auf dem Platz leitet man die Spieler genauso an wie man es bei einer U 17- oder U 19-Mannschaft tut. Ich achte nun noch mehr auf Details, weil die Spieler ein anderes Niveau haben. Aber der größere Unterschied ist das ganze Drumherum. Als Jugendtrainer musste ich mich einzig und allein mit meiner Mannschaft auseinandersetzen. In Aue musste ich mich erstmals mit wesentlich mehr Dingen abseits des Platzes beschäftigen, zum Beispiel mit Fan-Treffen vor Ort, Medienterminen oder Pressekonferenzen.

Sie haben in Ihrem Werdegang selbst erlebt, wie schnelllebig der Fußball ist. Beim HSV gab es schon Beispiele wie Thomas Doll, Joe Zinnbauer oder zuletzt Christian Titz, die Trainer der zweiten Mannschaft waren und dann plötzlich zum Trainer der Profis befördert wurden. Haben Sie über dieses Szenario schon einmal nachgedacht?

Drews: Nein, überhaupt nicht. Die Lizenzmannschaft hat einen Neuanfang mit einem sehr guten und erfahrenen Trainer. Ich bin mir sicher, dass das Team unter Dieter Hecking eine gute Saison spielen wird und seine Ziele erreicht.

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