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Futsal-Landesauswahlturnier in Duisburg |24.01.2015|11:00

Timo Heinze: Neue Liebe, alte Ambitionen

Timo Heinze spielt in der Futsal-Mannschaft des SC Bayer Uerdingen. [Foto: privat]

Mit zwölf Jahren kam Timo Heinze zum FC Bayern. Kurz vor dem Sprung in den Profifußball platzte sein Traum. Durch Futsal hat er die Freude am Fußball wiederentdeckt und nimmt nun als Kapitän der Niederrhein-Auswahl am Futsal-Landesauswahlturnier in Duisburg teil. Wieder treiben ihn hohe Ambitionen an.

Mats Hummels, Thomas Müller, Manuel Neuer. Die meisten Menschen kennen die drei Weltmeister nur aus dem Fernsehen. Timo Heinze war ihr Teamkollege. Im Alter von zwölf Jahren wechselte der Rosenheimer zum FC Bayern und durchlief alle Jugendmannschaften des Rekordmeisters. Er lief in Länderspielen für die U 16, U 17 und U 19 auf. In München wurde er nach dem Schritt in den Seniorenbereich im Winter 2008/2009 sogar zum Kapitän des FC Bayern II ernannt.

Ein paar Spieltage später wurde er abgesägt. Ersatzbank statt Profitraum. Der Rückschlag machte Heinze zu schaffen. Im Sommer schloss er sich der Spielvereinigung Unterhaching an: „Es war nicht das, was ich wollte.“ Zu dieser Zeit verlor Heinze den Spaß am Fußball. Zu verbissen versuchte er, die Wende zu erzwingen. „Ein Kopf-Problem.“

Fußball wird zur Nebensache

"Wir waren absolute Laien und mussten uns im Zug noch schnell die Regeln durchlesen"

Ein paar Tage nach dem letzten Saisonspiel ergriff er die Flucht. Heinze reiste mit dem Rucksack nach Bali. Nach einigen Wochen auf der Insel im Indischen Ozean, in denen er ein Tagebuch führte, um seine Gedanken zu verarbeiten, kehrte er nach Deutschland zurück. In Köln wagte er den Neuanfang. Sportstudium statt Saisonvorbereitung. Seine Aufschriebe aus Bali fasste er später in dem Buch „Nachspielzeit – eine unvollendete Karriere“ zusammen.

Fußball spielte in dieser Zeit nur noch eine Nebenrolle. Außer einem Kurs an der Sporthochschule hatte er wenig Berührung mit seiner großen Leidenschaft. „Ich habe das ein paar Monate ganz bewusst zurückgeschraubt und hatte sogar Probleme, mir Spiele anzusehen. Die Erinnerungen waren einfach noch zu frisch. Heute ist das wieder ganz anders“, erklärt Heinze.

Futsal als neue Liebe

Eines Tages wurde er jedoch von den Futsal Panthers angesprochen, die auf der Suche nach neuen Spielern für ihr Team waren. Kurze Zeit später reiste Heinze mit einigen Kumpels zum ersten Turnier nach Münster – allerdings noch in der Zweiten Mannschaft der Panthers: „Wir waren absolute Laien und mussten uns im Zug noch schnell die Regeln durchlesen.“

Heinze merkte schnell, dass Futsal „richtig Bock macht“ und kickte fortan für die Erste Mannschaft. Als sich das Team dann auflöste, wechselten viele Spieler zu Bayer Uerdingen. In der WFLV-Futsal-Liga liefern sich Heinze und seine Mitspieler seitdem mit den Holzpfosten Schwerte und UFC Münster einen heißen Dreikampf um den Einzug in den DFB-Futsal-Cup . Aktuell fehlen fünf Punkte auf den zweiten Platz, der die Qualifikation für das Viertelfinale bedeutet. „Wir werden alles geben, aber man muss auch realistisch bleiben“, meint Heinze.

Halbfinale mit Uerdingen

2013 glückte Uerdingens Futsal-Team hingegen der Einzug in den DFB-Futsal-Cup. Erst im Halbfinale unterlag man den Hamburg Panthers, dem späteren Turniersieger. An die Stimmung bei diesem Turnier erinnert sich Heinze gerne: „Beim Viertelfinale waren ein paar hundert Zuschauer da.“ Deutlich mehr als bei den Ligaspielen in Uerdingen. „Das Interesse ist leider noch gering, trotzdem geht man an die Sache ran, wie ein Leistungssportler“, so Heinze, der dem Futsal in Deutschland mehr Aufmerksamkeit wünscht.

Das Problem sieht der 28-Jährige weniger in der Attraktivität als in der Aufmerksamkeit: „Sobald die Leute in die Halle kommen, sind alle begeistert. Es ist also viel Potenzial vorhanden – für Spieler und Zuschauer.“ Das habe das Finale im vergangenen Jahr zwischen den Holzpfosten Schwerte und N.A.F.I. Stuttgart bewiesen, bei dem die Begeisterung von den Rängen auf das Feld übergeschwappt sei.

DFB-Scouts vor Ort

Durch Futsal hat Heinze den Spaß am Fußball wiederentdeckt. Allmählich drängen auch seine sportlichen Ambitionen wieder an die Oberfläche. Da kommt das Futsal-Landesauswahlturnier in Duisburg gerade recht. Vom 23. bis 25. Januar messen sich die Auswahlteams der 21 Landesverbände in der Sportschule Wedau. Heinze führt die Auswahl des Niederrheins als Kapitän an und möchte sich vor den Augen einiger DFB-Scouts von seiner besten Seite zeigen.

Über eine Futsal-Nationalmannschaft wird bereits seit längerer Zeit spekuliert, bald könnte die Idee des DFB konkreter werden. Verständlich, dass auch Heinze hellhörig wird: „Es wäre natürlich eine Ehre, wieder sein Land zu vertreten. Aber auch die internationalen Vergleiche reizen mich.“ Nicht nur aus persönlicher Sicht würde Heinze eine Futsal-Nationalmannschaft begrüßen. Er erkennt darin - abgesehen von den Futsalern auch - eine Motivation für Fußballer, sich auf Futsal zu spezialisieren und so die positive Entwicklung des Futsal weiter voranzutreiben.

Mit der Niederrhein-Auswahl hofft Heinze ebenfalls auf eine positive Entwicklung. Den 19. Platz in der ersten Auflage des Futsal-Auswahlturniers möchte er in diesem Jahr vergessen machen. „Unser Verband ist schon sehr aktiv, was Futsal betrifft. Dennoch darf man keine Wunderdinge erwarten, wir gehören sicherlich nicht zu den Top-Teams.“ Eine Aussage, die wohl auch für eine mögliche Futsal-Nationalmannschaft gelten könnte.

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