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Fan-Attacke |07.11.2018|12:00

Trainer angegriffen: Worms droht Punktabzug

Wird in der Partie bei Wormatia Worms von einem Fan attackiert: FK-Trainer Peter Tretter.[Foto: imago/Hartenfelser]

Dem Traditionsverein VfR Wormatia Worms droht in der Regionalliga Südwest der Abzug von einem Punkt. Außerdem beabsichtigt das Sportgericht, den Klub mit einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro zu belegen. Grund sind die Vorfälle beim Heimspiel gegen den FK Pirmasens (1:1). Nach dem Ausgleichstreffer des FKP hatte unter anderem ein Wormatia-Anhänger Pirmasens-Trainer Peter Tretter attackiert und verletzt.

Die Wormatia wurde gebeten, dem Sportgericht der Regionalliga Südwest bis zum 12. November mitzuteilen, ob der Klub dem Strafvorschlag zustimmen wird. Bei Zustimmung zum ergeht dann das Urteil. Sollte Worms dem Strafantrag nicht zustimmen, muss das Sportgericht der Regionalliga Südwest zu einem Urteil kommen, ist dabei allerdings nicht an den Strafantrag gebunden. Aktuell belegt der VfR mit 17 Punkten Rang 14 und damit einen möglichen Abstiegsrang.

Verein für Fehlverhalten seiner Anhänger verantwortlich

Das Sportgericht fasste die unrühmlichen Ereignisse so zusammen: „Nach dem Ausgleichstreffer für den FK Pirmasens überwanden mindestens zwei Anhänger des Vereins Wormatia Worms die Innenraumumzäunung und betraten verbotswidrig den Innenraum. Während eine Person von Ordnern aufgehalten werden konnte, erreichte ein anderer Anhänger die Trainerbank des FK Pirmasens und attackierte dort den Cheftrainer des FKP. Bei diesem Angriff zog sich der Cheftrainer Verletzungen zu. Der Anhänger konnte danach überwältigt werden und verletzte hierbei noch einen Ordner. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin das Spiel in der 85. Minute und berief die Spieler in die Kabinen. Auf dem Weg dorthin wurde ein Spieler des FK Pirmasens von einem Wormser Anhänger angespuckt.“

"Nach ständiger Rechtsprechung des Sportgerichts der Regionalliga Südwest ist ein Verein für das Fehlverhalten seiner Anhänger verantwortlich"

Weiter heißt es: „Das Verhalten der Anhänger des VfR Wormatia Worms stellt sportrechtlich ein unsportliches Verhalten dar. Nach ständiger Rechtsprechung des Sportgerichts der Regionalliga Südwest ist ein Verein für das Fehlverhalten seiner Anhänger verantwortlich. Im Rahmen der Strafzumessung war zu Gunsten des VfR Wormatia Worms zu berücksichtigen, dass der VfR Wormatia Worms sich für die Vorfälle entschuldigt und bereits erste Sicherheitsmaßnahmen - wie zum Beispiel die Schließung der Vortribüne oder die Anschaffung eines Spielertunnels - umgesetzt hat. Außerdem hat der Verein angekündigt, gegen die Täter Stadionverbote verhängen zu wollen.“

„Besonders gravierender Vorgang - Grenze überschritten“

Bei einer Geldstrafe will es die Kammer dennoch nicht belassen. „Aus Sicht des Sportgerichts stellt der tätliche Angriff auf den Gästetrainer einen besonders gravierenden Vorgang dar, der - selbst bei allen unsportlichen Vorgängen, die sich in deutschen Fußballstadien abspielen - eine Grenze überschreitet, die für die Sportgerichtsbarkeit unter keinen Umständen geduldet werden kann“, so die Sportrichter.

Deshalb könne der Vorfall mit einer Geldstrafe nicht mehr in ausreichendem Maße geahndet werden. „Somit war auch eine Aberkennung von einem Punkt in der laufenden Saison der Regionalliga Südwest auszusprechen“, teilte die Kammer mit: „Aus Sicht des Sportgerichts ist der Punktabzug schon deshalb gerechtfertigt, weil der Vorfall für sich genommen schon den möglichen Abbruch des Spiels - mit der Folge der Spielwertung von 0:2 zulasten des VfR Wormatia Worms - nahegelegt hätte.“

Der FK Pirmasens selbst hatte „nach reiflicher Überlegung“ auf einen Einspruch gegen die Spielwertung verzichtet.

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