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Integration |07.12.2018|15:00

TSV Nüdlingen: Trainingslager für Flüchtling

Keine Frage: Fahed Harba (M.) ist beim TSV Nüdlingen bei jedem Training dabei.[Foto: TSV Nüdlingen]

Es ist eine ganz besondere Geschichte, die sich in Nüdlingen, einem 3.000-Einwohner-Ort im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen, ereignet hat – und zwar eine besonders schöne. Der TSV Nüdlingen spielt in der A-Klasse Rhön 2 im bayerischen Landesverband und wird seit der Saison 2015/16 von Fahed Harba verstärkt. Der Syrer stammt aus Aleppo und wurde nach seiner Flucht aus dem Kriegsgebiet zusammen mit seiner Schwester und seiner Nichte in einer Wohnung in Nüdlingen untergebracht.

„Unser Abteilungsleiter ist dann auf die Idee gekommen, ihn zu einem Schnuppertraining einzuladen. Er hat sehr viel Spaß gehabt, und so hat alles angefangen“, berichtet Tobias Seufert, der dem Spielerrat des TSV angehört und auch die Initiative übernahm, als es galt, Harba die Teilnahme an einem viertägigen Trainingslager in Frankfurt am Main zu ermöglichen. Die Kosten in Höhe von insgesamt 120 Euro wurden auf Antrag des TSV hin im Rahmen der Initiative „2:0 für ein Willkommen“ durch die DFB-Stiftung Egidius Braun und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration übernommen. „Ohne diese Unterstützung hätte er nicht mitfahren können“, sagt Seufert. „Er hätte die finanziellen Mittel dafür einfach nicht aufbringen können.“

Seufert kann sich noch gut erinnern, wie Harba anfangs kaum Deutsch sprach. „Aber er war trotzdem bei jedem Training dabei“, betont Seufert, der als Sachbearbeiter im Landratsamt Bad Kissingen beschäftigt ist. Und das Trainingslager sei eine gute Gelegenheit gewesen, um den jungen Mann aus dem vom Krieg erschütterten Land noch enger in die Gemeinschaft der Fußballabteilung zu integrieren. Seufert: „Wir fahren ja als A-Klassen-Verein nicht zu einem Trainingslager, um uns fußballerisch zu verbessern. Da geht es mehr um das Zusammengehörigkeitsgefühl.“

Wörterbuch immer dabei

„Er hatte immer sein Wörterbuch dabei, um noch besser Deutsch zu lernen“

Der FSV Bischofsheim Maintal hatte den Platz für den TSV Nüdlingen zur Verfügung gestellt. Untergebracht war die Mannschaft mit ihrem syrischen Mitspieler in einer Jugendherberge. „Er hatte immer sein Wörterbuch dabei, um noch besser Deutsch zu lernen“, erzählt Seufert. Inzwischen belegt Harba an einer Schule auch einen Deutschkurs und absolviert in einer Elektrofirma ein – allerdings unbezahltes – Praktikum.

„Wir sind sehr dankbar, dass das alles unproblematisch über die Bühne gegangen ist. Fahed hat sicherlich ganz neue Eindrücke bekommen“, so Seufert, der auch dem erweiterten Vorstand des TSV angehört. Für das Kennenlernen war der Aufenthalt in Frankfurt für Harba ein ganz wichtiger Baustein, der seine weitere Integration gefördert hat. Das Beispiel Fahed Harba zeigt, dass mit relativ geringem Aufwand eine Menge bewirkt werden kann.

Die Egidius-Braun-Stiftung unterstützte in den Jahren 2015, 2016 und 2017 insgesamt 3.324 Fußballvereine, die sich für Flüchtlinge einsetzten, mit einer pauschalen Anerkennungsprämie von jeweils 500 Euro. Darüber hinaus wurden im Jahr 2017 insgesamt 60 Fußballvereine und -verbände mit einer individuellen Fördersumme für weitergehende gesellschaftliche Integrationsansätze gefördert.

Auch im Jahr 2018 werden gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie mit finanzieller Unterstützung der Nationalmannschaft Engagements gefördert, die geflüchteten Menschen den weitergehenden Zugang in die Gesellschaft, vor allem zu Bildungs- und Berufsangeboten, erleichtern.

Die Initiative "2:0 für ein Willkommen" läuft. Jetzt für Fördergelder bewerben!

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