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Tabellenletzter |11.10.2017|16:00

Überrumpelt in Unterföhring: Faber nun Coach

Peter Faber (rechts) ist der neue Trainer des bayerischen Regionalligisten FC Unterföhring, für den auch ein Nationalspieler kickt - und zwar der Liechtensteiner Martin Büchel (linkes Foto, links). [Foto: Imago, Michael Matejka / Collage: FUSSBALL.DE]

14 Spiele, kein Sieg: Deshalb zog Aufsteiger FC Unterföhring aus der Regionalliga Bayern die Reißleine und trennte sich vor wenigen Tagen von Cheftrainer Thomas Seethaler. Sein Nachfolger: Peter Faber, älterer Bruder von Präsident Franz Faber und Onkel von FCU-Mittelfeldspieler Andreas Faber. Zusammen will die Faber-Familie den Liganeuling aus der Krise führen.

Im aktuellen FUSSBALL.DE -Interview mit Mitarbeiter Christian Knoth spricht Peter Faber über seine unerwartete Berufung zum Cheftrainer, ein weiteres Familienmitglied im Verein, den Nationalspieler beim FCU und ein besonderes Spiel gegen seinen Herzensklub.

FUSSBALL.DE: Beim 1:5 gegen die U 23 des FC Ingolstadt 04 standen Sie noch nicht an der Seitenlinie. Ihr Neffe Andreas Faber, der eigentlich Spieler ist, übernahm interimsweise die Leitung. Warum, Herr Faber?

Peter Faber: Ich war auf einer Familienfeier. Der Termin stand bereits lange fest, da konnte ich nicht absagen. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich mit dem Trainerwechsel ein wenig überrumpelt wurde. (lacht) Dass ich Coach beim FC Unterföhring werde, war nie geplant. Die Entscheidung kam auch für mich überraschend.

"Dass ich Coach beim FC Unterföhring werde, war nie geplant. Die Entscheidung kam auch für mich überraschend"

FUSSBALL.DE: Erklären Sie uns das doch einmal etwas genauer.

Faber: Mein jüngerer Bruder Franz, der schon lange Vereinspräsident ist, hatte mich im Sommer gefragt, ob ich ihn bei seiner Arbeit für den FCU unterstützen möchte. Durch den Aufstieg in die Regionalliga Bayern ist nun einmal noch mehr zu tun. Ich habe zugesagt und war zuletzt als Technischer Leiter für den Verein tätig. Und jetzt bin ich plötzlich Trainer.

FUSSBALL.DE: Mit Ihrem Bruder Franz, Mittelfeldspieler und Präsidentensohn Andreas und Ihnen sind also drei Faber-Familienmitglieder im Verein. Oder haben wir noch jemanden vergessen?

Faber: Das haben Sie tatsächlich. (lacht) Unser Mittelfeldspieler Michael Kain ist der Sohn meiner Schwester und gehört ebenfalls zur Familie. Auch er ist schon lange im Verein, spielt seit 2008 in Unterföhring. Ich bin sozusagen der Letzte aus unserer Familie, der den Weg zum FCU gefunden hat.

FUSSBALL.DE: Dass der Verein für die Familie Faber etwas Besonderes ist, sollte bei dieser Konstellation selbstverständlich sein, oder?

Faber: Klar. Vor allem für Franz ist der FC Unterföhring ein wichtiger Bestandteil im Leben. Allein dadurch hängt unsere Familie sehr am Klub. Über den Aufstieg in die Regionalliga Bayern in der zurückliegenden Saison haben wir uns alle riesig gefreut.

FUSSBALL.DE: Seien Sie ehrlich: Gibt es bei Familienveranstaltungen überhaupt noch andere Themen als den FC Unterföhring?

Faber: (lacht) Das ist eine berechtigte Frage. Wir sind alle sportbegeistert und fußballverrückt. Da ist es keine große Überraschung, dass sich viele Gespräche um den FC Unterföhring drehen. Allerdings heißt das nicht, dass andere Themen zu kurz kommen. Auch wir können den Sport einmal ruhen lassen und uns mit anderen Dingen auseinandersetzen.

FUSSBALL.DE: Ist es für Ihren Job eher ein Vorteil oder ein Nachteil, wenn mehrere Familienmitglieder im Verein sind?

Faber: Weder noch. Familiäre Verbindungen spielen bei meiner Arbeit als Trainer keine Rolle. Das dürfen sie auch nicht. Ich habe 20 Spieler im Kader, die alle gleich behandelt werden. Ob darunter auch meine beiden Neffen sind, ist vollkommen egal. Sie müssen genauso um einen Stammplatz kämpfen wie alle anderen auch.

FUSSBALL.DE: Der FCU hat noch kein Saisonspiel gewonnen und ist Schlusslicht. Wie realistisch ist ein Klassenverbleib in der Regionalliga?

Faber: Wir wissen, dass es sehr schwer wird. Der Rückstand auf die Relegationsplätze beträgt schon jetzt acht Punkte. Wir glauben aber an den Klassenverbleib. Unmöglich ist das Unterfangen nicht. Die Einstellung der Mannschaft stimmt, das Engagement der Spieler ist klasse. Wichtig ist, dass wir so schnell wie möglich ein Erfolgserlebnis einfahren. Mit dem nötigen Selbstvertrauen sind wir dann auch dazu in der Lage, eine Serie zu starten.

FUSSBALL.DE: Sind Sie überrascht, dass die Qualität in der Liga so hoch ist, oder war das zu erwarten?

Faber: Uns war klar, dass wir als Underdog in die Saison gehen und fast immer der Außenseiter sind. Dass die Gegner aber derart stark sind und nach 14 Spielen immer noch kein Sieg zu Buche steht, hätten wir - ganz ehrlich - nicht gedacht.

FUSSBALL.DE: Trotz der bisher ernüchternden Bilanz gab es bereits einen großen Saisonhöhepunkt: Das Derby gegen Spitzenreiter TSV 1860 München (0:3). Wie haben Sie die Partie erlebt?

Faber: Die Begegnung war für alle im Verein ein absolutes Highlight. Und gerade für mich als langjähriger Fan der Münchner ‚Löwen“ war es ein ganz besonderer Tag. Seit meiner Kindheit drücke ich dem TSV 1860 die Daumen. Ich hoffe, dass der Aufstieg in die 3. Liga gelingt und der Verein dann einen positiven Neuanfang im Profifußball in Angriff nehmen kann.

FUSSBALL.DE: Also waren Sie nicht allzu traurig über die Niederlage?

Faber: (lacht) Mit Sicherheit hätten wir die Punkte gut gebrauchen können. Und die Freude über einen Sieg gegen den großen TSV 1860 München wäre riesig gewesen. Die „Löwen“ waren aber die klar bessere Mannschaft, das müssen wir neidlos anerkennen. Und deshalb geht es auch in Ordnung, dass mein Herzensverein bei uns gewonnen hat. Die Trauer darüber hielt sich in Grenzen.

FUSSBALL.DE: Am Samstag geben Sie in der Partie gegen den VfR Garching Ihr Debüt. Glauben Sie, dass es mit dem ersten Saisonsieg klappen kann?

Faber: Erst einmal möchte ich betonen, dass ich großen Respekt davor habe, welche hervorragende Arbeit seit Jahren in Garching geleistet wird. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass der VfR nach der Aufstiegssaison 2015/2016 so souverän in der Klasse geblieben ist und auch aktuell nichts mit dem Abstieg zu tun hat. Um die Auswärtsstärke des VfR wissen wir. Aber trotzdem haben wir selbstverständlich das Ziel vor Augen, endlich einmal zu gewinnen. Und ich bin froh, dass ich gegen Garching wieder auf Martin Büchel zurückgreifen kann, der in den vergangenen beiden Spielen fehlte, weil er mit der Nationalmannschaft Liechtensteins unterwegs war.

FUSSBALL.DE: Für Martin Büchel stehen bereits bemerkenswerte 68 Länderspiele zu Buche. Noch vor rund einem Monat spielte er beim 0:8 gegen Spanien gegen Weltstars wie Andres Iniesta (FC Barcelona) und Sergio Ramos (Real Madrid). Wie wichtig ist er für Ihre Mannschaft?

Faber: Keine Frage: Martin ist einer unserer besten Spieler. Mit seiner Erfahrung und seinem Können hat er in der zurückliegenden Saison auch einen großen Teil zum Aufstieg beigetragen. Es tut dem Verein immer sehr weh, wenn er auf Länderspielreise ist. Umso schöner ist es dann aber, wenn er wieder zur Verfügung steht. Auch auf die Leistungen von Martin kommt es an, wenn wir in dieser Liga bestehen wollen.

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