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Regionalliga |08.09.2016|19:00

Walldorf dank App auf Augenhöhe mit FC Bayern

Regionalligist FC-Astoria Walldorf nutzt die App Sports One von SAP (Screenshot links). Auch sie hat womöglich einen Anteil daran, dass Coach Michael Born (rechts) mit Mittelfeldspieler Timo Kern Siege feiern kann. [Foto: SAP, Imago / Collage: FUSSBALL.DE]

Ein Südwest-Regionalligist auf Augenhöhe mit Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim und Rekordmeister FC Bayern München? Eigentlich undenkbar. Doch der FC-Astoria Walldorf hat in einem Bereich ähnliche Möglichkeiten wie die beiden Klubs aus der höchsten deutschen Spielklasse: Walldorf nutzt - als erster Viertligist in ganz Deutschland - die Sport-Software „SAP Sports One“, die auch die deutsche Nationalmannschaft verwendet.

Der SAP-Dienstleister „abat“ implementierte die Software beim Verein aus der 15.000 Einwohner-Gemeinde. „Seit ein paar Wochen arbeiten wir damit, profitieren enorm davon“, sagt FCA-Trainer Matthias Born im Gespräch mit FUSSBALL.DE .

"Wir sind durch den Einsatz von 'Sports One' ganz sicher nicht schlechter geworden"

Welche Möglichkeiten bietet „Sports One“? Die Software stellt eine Vielzahl von Modulen von Terminplanung über Talentscouting bis hin zur Trainingsgestaltung und Gegneranalyse zur Verfügung. Alle Bereiche werden vernetzt. „Ohne viele Telefonate führen zu müssen, ist der gesamte Trainerstab auf dem gleichen Stand“, meint der 44-jährige Born, der seit 2014 bei Astoria an der Seitenlinie steht.

Born liefert einige Beispiele, wie das Programm die Arbeit erleichtert. „Die medizinische Abteilung erfasst regelmäßig alle relevanten Daten und pflegt sie ein. So werde ich auf meinem Tablet sofort über kleinere Blessuren und Verletzungen der Spieler informiert, kann das Training darauf abstimmen. Wenn wir das über einen längeren Zeitraum machen, lassen sich später sogar Muster erkennen. Bei einigen Spielern ist es zum Beispiel möglich, dass sie auf bestimmte Übungen im Training negativ reagieren. Wenn ich als Trainer so etwas weiß, kann ich entsprechend handeln und so Verletzungen vorbeugen“, erklärt der Walldorfer Trainer, der einst selbst Spieler bei der TSG 1899 Hoffenheim war.

Auch das Scouting wird über „Sports One“ strukturiert. „Unsere Scouts tragen ihre freien Termine ein. Ich sehe auf einen Blick, wen ich wo und wann hinschicken kann. Das erspart viel Zeit“, so Born. „Die Ergebnisse der Beobachtungen werden ebenfalls eingetragen. Selbst Videos lassen sich hochladen.“

Unterstützung von Hopp

Es kommt nicht von ungefähr, dass Walldorf als erster Regionalligist die Sport-Software einsetzt. Denn SAP, die weltweit agierende IT-Firma von Gründer Dietmar Hopp, hat ihren Hauptsitz in Walldorf. Der 76-jährige Hopp ist nicht nur Mäzen und Gesellschafter beim Bundesligisten aus Hoffenheim, er engagiert sich auch als Sponsor in Walldorf. Der FCA spielt seit dieser Saison im Dietmar-Hopp-Sportpark. Auch dank des Engagements des Milliardärs hat sich die Infrastruktur des Vereins stark verbessert. Klubhaus und Trainingsgelände sind hochmodern.

Die Mannschaft von FCA-Trainer Matthias Born arbeitet nicht unter Profibedingungen. Trainiert wird zwar täglich, allerdings erst um 17.30 Uhr - also nach Feierabend. Dennoch stellen sich Erfolge ein. In der ersten DFB-Pokalrunde sorgte Astoria Walldorf für Furore, bezwang den Zweitligisten VfL Bochum 4:3 nach Verlängerung. Der FC Astoria ist damit der einzige verbliebene Amateurklub im Wettbewerb. Nächster Gegner im Pokal ist Ende Oktober der Bundesligist SV Darmstadt 98.

Vor dem Pokalhit gegen die Bochumer war „Sports One“ bereits zum Einsatz gekommen. „Wir hatten uns zur Vorbereitung beispielsweise für den Fall eines möglichen Elfmeterschießens die Strafstoß-Statistiken der VfL-Spieler genau angeschaut“, so Born, dessen Mannschaft in der Regionalliga Südwest nach einem eher durchwachsenen Start auf Platz zehn rangiert. „Das werden wir auch vor der Darmstadt-Partie so machen. Allerdings wird auf der anderen Seite sicher auch der SVD da nichts dem Zufall überlassen.“

Wie wichtig solche Beobachtungen sein können, zeigt ein Blick in die Geschichte. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war Nationaltorwart Jens Lehmann vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien im Viertelfinale gegen Argentinien (5:3) mit einem Spickzettel ausgestattet worden. Der Rest ist bekannt: Lehmann parierte den entscheidenden Elfmeter, Deutschland wurde bei der Heim-WM Dritter.

Sind Elfmeter aber wirklich berechenbar? Born: „Wenn ein Spieler zehnmal in die linke Ecke schießt, ist es zumindest wahrscheinlich, dass er es auch beim elften Mal tut.“ Ein Zettel ist nun freilich nicht mehr nötig, ein Blick in die Software genügt.

Beim FC-Astoria Walldorf ist das Benutzen der Software-Lösung „Sports One“ aktuell noch auf den Trainerstab der ersten Mannschaft beschränkt. Die sportlich Verantwortlichen nutzen das Paket unter anderem auch noch zur Trainingsvorbereitung, zur Terminplanung und zur Gegneranalyse. „Die Datenbank für die 4. Liga ist derzeit noch nicht mit den höheren Ligen vergleichbar. Aber wir haben die Möglichkeit, alle Datensätze selbst nachzubearbeiten. Schon jetzt klappt es gut“, sagt Born, der sich allerdings vorstellen kann, in naher Zukunft auch die Mannschaft direkt einzubinden. Dafür steht eine Handy-App ("SAP Team One") zur Verfügung.

Learning by doing

Die Einführung in „Sports One“ war für Born und Co. nach nur einer halben Stunde erledigt. „Wir wollten uns da mehr oder weniger selbst reinarbeiten: Learning by Doing war uns wichtig“, so der Cheftrainer des FCA. Tauchen doch einmal Probleme auf, sind die Wege kurz. „Unser Teammanager Stephan Sieger arbeitet bei SAP, kennt sich bestens aus.“

Die kurzen Wege sorgen gleichzeitig für einen regen Austausch. „Wir lassen unsere Ideen einfließen, die die Entwickler dankbar aufnehmen. Ganz sicher werden in Zukunft noch weitere Ansätze entstehen, die gerade für unterklassige Klubs Relevanz haben“, meint Born.

Bei aller digitalen Unterstützung: Die Punkte muss die Walldorfer Mannschaft immer noch analog auf dem Platz holen. Oder sorgt die Software über die Saison gesehen sogar für den einen anderen Punkt mehr auf dem Konto? Matthias Born formuliert es so: „Wir sind durch den Einsatz von Sports One ganz sicher nicht schlechter geworden.“

So warf Walldorf den VfL Bochum aus dem DFB-Pokal:

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