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50 Jahre lang |03.08.2019|17:30

Weidenstraß: Mit 80 Jahren an der Seitenlinie

Nicht kleinzukriegen: Auch mit 80 Jahren steht Willi Weidenstraß auf dem Trainingplatz.[Foto: Privat/Willi Weidenstraß]

Willi Weidenstraß ist Trainer aus Leidenschaft. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht der 80-Jährige an der Seitenlinie und will es jedes Jahr aufs Neue wissen. Gerade erst ist er mit den B-Junioren der JSG Fehmarn in die Saisonvorbereitung gestartet. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht er über seine bewegte Karriere, das Leben auf einer Ferieninsel und ungewöhnliche Trainingsmethoden.

FUSSBALL.DE: Herr Weidenstraß, haben Sie schon einmal von dem Begriff "Laptoptrainer" gehört?

Willi Weidenstraß: Ja, aber natürlich. Ich habe hier ja selbst 30 bis 40 Laptops stehen. Nur sind die aus Karton (lacht) .

Sie spielen auf ein besonderes Hilfsmittel an. Während Julian Nagelsmann und Co. beim Coaching auf Laptop und Tablet setzen, nutzen Sie für taktische Erklärungen bemalte Pappkartons. Wieso?

"Mir macht es einfach großen Spaß, Fußball zu vermitteln."

Weidenstraß: Bei den Ansprachen vor dem Spiel versuchte ich meinen Spielern immer zu erklären, worauf es in den nächsten 90 Minuten ankommen wird. Ich habe schnell gemerkt, dass mir viele dabei nicht zuhörten. Das habe ich mir dann abgewöhnt. Ich konnte schon immer ein bisschen zeichnen und habe dann angefangen, die Kartons zu bemalen. Das, was ich sagen wollte, haben die Spieler dadurch viel schneller verinnerlicht und nach draußen mitgenommen. Wenn ich heute noch ehemalige Spieler treffe, fragen die oft: "Willi, malst du eigentlich immer noch diese Bilder?"

Wie kommt die Methode bei den Spielern an?

Weidenstraß: Sehr gut. Die Spieler kommen in die Kabine und das erste, was sie machen, ist die Kartons zu lesen. Gerade wenn ich neue Spielkombinationen trainieren möchte, dann habe ich sie immer auf Karton dabei. Oft kennen sie dann schon ihren Laufweg und brauchen mich gar nicht mehr zu fragen.

Wie sind Sie Trainer geworden?

Weidenstraß: Ich war lange Zeit selbst aktiver Spieler und mit 25 Jahren habe ich angefangen nebenbei noch unsere Jugendmannschaft zu trainieren. Ein Jahr nachdem ich meinen Trainerschein zur B-Lizenz erworben hatte, habe ich mich dann in einem Spiel schwer verletzt. Der gegnerische Torwart war mir seitlich aufs Bein gefallen und ich hatte einen Oberschenkelbruch, Schienbeinkopfbruch und alle Bänder gerissen. Danach habe ich mich dann voll auf meine Trainerarbeit konzentriert, die ich bis heute fortgesetzt habe.

Sie stammen ursprünglich aus Grevenbroich, leben nun aber schon seit 20 Jahren auf der Ferieninsel Fehmarn. Wie verschlägt es einen Rheinländer an die Ostsee?

Weidenstraß: Ich war gerade in Rente gegangen, da haben meine Frau und ich Urlaub auf der Insel gemacht. Wir wollten uns ein Spiel anschauen, waren aber eine Stunde zu früh auf dem Sportplatz und wussten nicht, was wir machen sollten. Als wir dann ein bisschen durch den Ort spaziert sind, stand da auf einmal "Haus zu verkaufen". Wir haben es gekauft, umgebaut und fühlen uns hier nun schon seit 20 Jahren sehr wohl.

Was macht Ihnen am Trainerjob am meisten Spaß?

Weidenstraß: Mir macht es einfach großen Spaß, Fußball zu vermitteln. Ich biete hier einmal in der Woche eine Fußballschule für Urlauberkinder an, die auch sehr gut angenommen wird. Dafür habe ich extra eigene Geräte wie ein Kopfballpendel gebaut. Wenn ich dann sehe, dass sich ein Spieler von einem zum anderen Mal schon ein bisschen verbessert hat, dann ist das einfach toll und bestätigt mich.

Wie reagieren Ihre jüngeren Trainerkollegen auf Ihr hohes Alter?

Weidenstraß: Wir haben einen ganz normalen Austausch. Erst kürzlich war ich wieder auf einem Fortbildungslehrgang in Malente. Da musste sich jeder vorstellen und ich habe gesagt: "Ich bin mit Trapattoni und Rehhagel der wohl älteste Trainer in Europa - nur mit dem einen Unterschied, dass ich einen Job habe." Da haben sich die anderen Trainer bald auf die Erde gelegt (lacht) .

Wie würden Sie selbst den Trainer Willi Weidenstraß beschreiben?

Weidenstraß: Ich bin keiner, der auf dem Platz meckert oder rumbrüllt. Irgendwann im Spiel macht der Junge oder das Mädchen schon irgendetwas richtig. Daran hängen wir uns dann auf und ich erkläre ihnen, dass sie es können, und wir vertiefen es anschließend im Training. Den wilden Mann zu machen und rumzuschreien, das war nie meine Art.

Angenommen ein Spieler kommt neu zu Ihnen in die Mannschaft. Was muss er tun, um bei Ihnen zu punkten? Was ist Ihnen wichtig?

Weidenstraß: Das wichtigste ist natürlich die Trainingsbeteiligung. Vor allen Dingen im Jugendbereich ist es ganz schwierig, alle beim Training zu haben. Wenn sie nicht kommen können, dann müssen sie mich ansprechen. Es ist einfach nur ein Anruf. Ich erwarte, dass sie Respekt vor der Arbeit der anderen haben - auch wenn es nur um Kleinigkeiten geht.

Was war Ihr bislang größter Erfolg als Trainer?

Weidenstraß: Das kann ich nicht genau sagen. Die einzelnen Erfolge waren ja alle auf einer ganz anderen Basis. Aber die schönsten Momente hatte ich vor vier Jahren, als wir mit der JSG Fehmarn Kreismeister wurden und ungeschlagen durch die ganze Saison gegangen sind. Die kleinen Dinge, die man als Gemeinschaft erlebt, sind für mich das Schöne am Fußball.

Im nächsten Jahr feiern Sie Ihren 81. Geburtstag. Denken Sie nicht manchmal ans Aufhören?

Weidenstraß: Als wir damals hierhin zogen, habe ich meiner Frau versprochen, etwas kürzer zu treten. Damals dachte ich, wir machen es uns auf der Urlaubsinsel gemütlich. Aber schon ein paar Tage nach dem Umzug saß der Vorstand bei mir und hat gefragt, ob ich eine Mannschaft übernehmen möchte (lacht) . Der Fußball macht mir nach wie vor einen Riesenspaß und ich kann nicht ohne. Ich habe schon zu meinen Spielern gesagt: Solange ich einen Fuß vor den anderen kriege, komme ich noch zum Platz.

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