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Familienbande |07.12.2016|14:01

Weltmeister-Sohn: Ein Flohe im Tor

Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Heinz Flohe (Bild links, obere Reihe, ganz links) 1974 Weltmeister. Sein Sohn Nino (Bild rechts, links) wurd auch wegen Toni Schumacher Torwart. [Foto: Fotos Getty, imago; Collage FUSSBALL.DE]

Dreieinhalb Jahre ist es nun her, dass die Kölner Fußball-Legende Heinz Flohe verstorben ist. Doch noch immer pilgern Fans am Jahrestag seines Todes zum Grab in Euskirchen. Den großen Namen des Ex-Nationalspielers und Weltmeisters von 1974 hält auch Sohn Nino präsent. Im Gegensatz zum technisch begnadeten Vater, Regisseur und Kapitän der Kölner Doublesieger 1978, war und ist Nino Flohe allerdings eher für das Verhindern von Toren zuständig. Die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Euskirchen, gut 30 Kilometer südwestlich von Köln gelegen und das Tor zur Eifel: Wer hier den Namen Flohe ausspricht, tut das meist voller Hochachtung. Der berühmteste Fußballer im Ort lernt hier Anfang der 1950er Jahre beim TSV das Fußballspielen. Bodenständig, wie er ist, bleibt „Flocke“ in der Heimat, als die Bundesliga das große Talent lockt. Statt zum FC Schalke, für den er seit Kindesbeinen schwärmt, wechselt Flohe auf Anraten seiner Mutter zum 1. FC Köln – und wird dort noch heute verehrt, was nicht zuletzt eine Bronzestatue am Müngersdorfer Stadion zum Ausdruck bringt.

Sohn Nino eifert nicht nur seinem Vater nach, sondern auch einem anderen FC-Idol: Harald Schumacher. „Der Junge hat Talent", kommentierte der Keeper des 1. FC Köln die Paraden des kleinen Nino, als er im Hause Flohe zu Besuch war und selbstverständlich im Garten ein wenig gekickt wurde. „Ich glaube schon, dass er mit dieser Aussage dafür sorgte, dass ich Torwart geworden bin“, meint „der kleine Flocke“ sehr viel später.

Vater als Trainer

"Zu mir hat er immer gesagt: Junge, du kommst eine Stunde früher zum Training"

Es ist die große Kölner Zeit, Mitte der 70er, als Hennes Weisweiler ans Geißbockheim zurückkehrt, und Heinz Flohe ist der herausragende Spieler des FC. „Ich wollte immer sein wie er, aber das wollten wir alle. Jeder wollte seine Nummer acht haben“, erinnert sich Nino Flohe. „Zu Hause in Euskirchen, nach der Schule auf dem Bolzplatz, haben wir immer Mannschaften zusammengestellt. Wer die Wahl gewonnen hat und sich als Erster Spieler raussuchen durfte, war die Flohe-Mannschaft. Da war man stolz drauf, Flohe zu sein."

Im Alter von sechs Jahren fängt er beim TSC Euskirchen an, spielt bis zur C-Jugend noch im Feld. „Ich war auf dem Platz kein großer Techniker und immer wenn wir bei uns auf der Wiese gekickt haben, haben die Spiele, bei denen ich im Tor stand, am längsten gedauert“, berichtet der heute 46-Jährige. „Da ist die Entscheidung gefallen, mein Vater hatte auch nichts dagegen.“

Zumal es in der Familie bereits einen Schlussmann gab. „Da mein Vater während seiner Profizeit viel unterwegs und selten zu Hause war, bin ich teilweise auch bei meinen Großeltern aufgewachsen. Opa Peter war auch ein guter Spieler, aber Opa Fritz, der Vater meiner Mutter Ulla, war Torwart bei Rot-Weiß Oberhausen in der Oberliga West. Beide Großväter haben mich schon geprägt“, sagt Nino Flohe.

In der B- und A-Jugend ist Heinz Flohe derweil nicht nur Ninos berühmter Vater, sondern auch sein Trainer – und sehr streng. „Zu mir hat er immer gesagt: Junge, du kommst eine Stunde früher zum Training“, verrät Nino Flohe lachend. Mit 17 wird er vom Vater schon in die erste Mannschaft des TSC hochgezogen. Später wechselt er von seinem Heimatklub zum SC Jülich 1910 in die Oberliga Nordrhein, damals die dritthöchste Spielklasse, ehe er wieder nach Euskirchen zurückkehrt. Bis zum Jahr 2004 steht er beim TSC im Tor, in den letzten beiden aktiven Jahren fungiert er zudem als Co-Trainer. Danach will er sich eigentlich vom Fußball zurückziehen, weil er bei seinem Arbeitgeber, den Stadtwerken Bonn, auch Schichtdienst leisten muss.

Zurück zum Heimatverein

Als der benachbarte VfL Rheinbach anfragt, ob Nino Flohe im Verein nicht als Co- und Torwarttrainer einsteigen möchte, sagt er zu – und ist bis heute im Fußball geblieben. Über die Stationen Fortuna Köln und 1. FC Köln, wo er Anfang 2012 unter Chefcoach Stale Solbakken hospitiert und danach bis 2015 unter Stephan Engels als Co-Trainer der U 21-Mannschaft tätig ist, fängt er im Sommer diesen Jahres erneut beim TSC Euskirchen in der Mittelrheinliga an, diesmal wieder als Torwarttrainer. „Zwischenzeitlich, von 2007 bis 2011, war ich Trainer der ersten Mannschaft beim TSC. Mein Vater hatte damals die Idee, seinen Heimatverein retten zu wollen, nachdem der bis in die Bezirksliga abgerutscht war“, sagt Nino Flohe.

Zu der Zeit ist Heinz Flohe schon lange krank. 1992 wird er zum ersten Mal am Herzen operiert und muss sich 2004 aufgrund anhaltender Herzrhythmusstörungen eine Herzklappe einsetzen lassen. Am 11. Mai 2010 bricht Heinz Flohe nach einem Schwächeanfall zusammen, die Ärzte versetzen ihn in ein künstliches Koma, aus dem er bis zu seinem Tod am 15. Juni 2013 nicht mehr erwacht.

Das Gedenken an einen der besten deutschen Fußballer, der sicherlich in einem Atemzug mit Stars wie Franz Beckenbauer, Günter Netzer oder Uwe Seeler genannt werden muss, aber medienscheu war und 1979 von einem brutalen Tritt aus dem Spiel genommen wurde, halten seine Fans und vor allem die Familie hoch. „Wir sind oft am Friedhof. Heiligabend gehen Ulla und ich vormittags hin und stellen den Baum auf. Abends feiern wir zusammen, Ulla, meine Freundin, ihre Schwester und deren Kinder. Und natürlich der Heinz. Der Heinz ist immer bei uns, gerade Weihnachten“, erzählte Nino Flohe der Welt in einem sehr offenen Interview. „Und in Gedanken gehe ich mit ihm zwischendrin sicher mal wieder runter zum Fußballspielen.“

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