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Große Karriere |14.08.2020|14:00

Wiegmann: "An Anerkennung deutlich gewonnen"

Bettina Wiegmann: "Der Frauenfußball hat deutlich an Anerkennung gewonnen."[Foto: Getty Images]

Der 31. Oktober 1970 markiert einen Meilenstein in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs - er wurde an diesem Tag vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell in seine Satzung aufgenommen. Seitdem sind bald 50 Jahre vergangen. Fünf Jahrzehnte, in denen viele Persönlichkeiten den Weg bereitet haben. Sie haben gestaltet, motiviert und inspiriert - damals wie heute 50 Jahre, 50 Gesichter: In der großen Serie zum Jubiläum rückt FUSSBALL.DE Persönlichkeiten aus dem Frauenfußball in den Fokus. Heute: Bettina Wiegmann, die DFB-Ehrenspielführerin gilt für viele als eine der begnadetsten Spielerinnen, die jemals das Nationaltrikot trugen. Nach ihrer aktiven Karriere hat sich die Weltmeisterin von 2003 ganz der Talentförderung verschrieben und ist bereits seit 13 Jahren Trainerin der U 15-Juniorinnen.

FUSSBALL.DE: Frau Wiegmann, wie sind Sie zum Fußball gekommen?

Bettina Wiegmann: Die Antwort darauf ist fast schon Tradition: Ich habe mit Jungs auf dem Bolzplatz gekickt. Direkt neben unserem Haus war eine schöne, grüne Fläche, dort hat man sich getroffen. Mir hat das Fußballspielen großen Spaß gemacht. Mit sechs Jahren bin ich in den Verein eingetreten und habe so lange in den Jugendmannschaften gespielt, bis ich nicht mehr durfte. Mit zwölf Jahren bin ich in eine Mädchenmannschaft gewechselt.

War schnell klar, dass Sie großes Talent hatten, waren Sie besser als alle anderen?

"Alles in allem hatte ich eine traumhafte Karriere"

Wiegmann: Tina Theune war zu dieser Zeit noch Auswahltrainerin im Mittelrhein und ist damals über die Lande gezogen, um Spielerinnen zu sichten. So kam ich mit 13 oder 14 Jahren zur Mittelrheinauswahl. Mit 16 bin ich dann nach Brauweiler gewechselt. Dort habe ich die größte Zeit meiner aktiven Laufbahn verbracht. Über die Auswahlen ging es dann recht schnell zum DFB.

Mit Grün-Weiß Brauweiler konnten Sie in den 1990er-Jahren einige Titelgewinne feiern: dreimal den DFB-Pokal und 1996/1997 die Deutsche Meisterschaft. Wie haben Sie diese Zeit empfunden?

Wiegmann: Es war ein sehr familiär geführter Verein. Die Spielerinnen haben sich untereinander sehr gut verstanden, im Umfeld gab es viele treue Seelen, die sich um die Organisation gekümmert haben. Für mich war es eine zweite Heimat. Wir haben mit jungen Spielerinnen eine Mannschaft aufgebaut. 1991 wurden wir als Zweitligist relativ überraschend Pokalsieger. 1994 und 1997 konnten wir das wiederholen. Dazu die Meisterschaft 1997, das war unsere glorreiche Zeit und die Krönung für uns als Mannschaft. Wir sind mit der Zeit gewachsen, waren, wie schon erwähnt, nicht direkt in der Frauen-Bundesliga. Eine Quotientenregelung hat dafür gesorgt, dass wir zunächst in der 2. Liga geblieben sind. Was aber nicht so schlimm war, denn schon ein Jahr später haben wir den Aufstieg geschafft.

2001 erfolgte der Schritt in die USA zu den Boston Breakers. War es schon immer Ihr Traum, im Ausland zu spielen? Wie haben Sie den Frauenfußball dort wahrgenommen?

Wiegmann: Es war eine recht spontane Geschichte, daher kann man nicht von einem lange gehegten Traum sprechen, der Zeitpunkt passte einfach. Die Profiliga entstand relativ kurzfristig und man hat mich angesprochen. Teil einer Profiliga zu sein, war damals ein sagenhaftes Erlebnis. Ich habe den Schritt nie bereut. In den USA ist Fußball bei den Frauen Sportart Nummer eins, von daher genießt er ein hohes Ansehen. Den Profistatus, also nichts anderes zu machen, außer Fußball zu spielen, das gab es so in Deutschland noch nicht. Es war schön, sich mal nur auf Fußball zu konzentrieren. Die Resonanz vor Ort war klasse, viele fußballbegeisterte Zuschauer, viel Interesse und junge Mädels, die voll und ganz dahinterstanden. Man hat zu spüren bekommen, dass Frauenfußball sehr beliebt ist. Das hat natürlich Spaß gemacht.

Blickt man auf Ihre Zeit im Nationaltrikot, wird deutlich, dass Sie dort die meisten Ihrer Titel gewonnen haben. Sie sind viermalige Europameisterin, waren 2003 beim Gewinn der Weltmeisterschaft in den USA dabei, ein besonderes Highlight für Sie?

Wiegmann: Ich hatte eine sehr schöne Zeit mit der Nationalmannschaft. Los ging alles kurz vor der EM 1989, dem ersten großen Titelgewinn, da habe ich als junge Spielerin mal reingeschnuppert. Letztlich konnte ich nicht auf den EM-Zug aufspringen. Für mich war das damals nicht so schlimm, ich war jung und froh, überhaupt mal dabei gewesen zu sein. Ich dachte mir: "Unter den besten 20 zu sein, ist nicht so schlecht, auch wenn letztendlich nur 16 nominiert werden." Bei der nächsten EM 1991 war ich dabei und konnte so nach und nach meine Erfahrungen sammeln. In dieser Zeit unter Trainer Gero Bisanz habe ich viel gelernt, vor allem mich durchzusetzen. Bei ihm war alles klar geregelt, die Bessere spielt, man wusste, woran man war. Im Rückblick war es eine schöne Zeit. Die Olympischen Spiele zu erleben und dort eine Medaille zu holen, war klasse. Das ist nochmal ein ganz anderes Sportereignis. Vom Stellenwert im Fußball her ist natürlich der Gewinn der Weltmeisterschaft höher anzusiedeln, mehr kann man nicht gewinnen. Dass uns das in meinem letzten Spiel 2003 gelungen ist, ist natürlich ein besonderes Highlight. Für mich ein schöner Abschluss und Höhepunkt zugleich. Alles in allem hatte ich eine traumhafte Karriere.

Sie wurden 2004 zur ersten Ehrenspielführerin der Nationalmannschaft ernannt, 2019 erfolgte die Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Fußballs. Was bedeuten Ihnen diese persönlichen Auszeichnungen?

Wiegmann: In so einen Kreis aufgenommen zu werden, ist eine Ehre, das macht schon Stolz. Daran sieht man, was man mit der Mannschaft erreicht hat, denn ohne den Mannschaftserfolg, kommt man selbst gar nicht in diese Position. Es ist schön, zu sehen, dass ich allem Anschein nach mit meiner Spielweise in Erinnerung geblieben bin. Es zeigt auch, dass man über all die Jahre, die richtige Sportart gemacht und sich nicht von Gegenargumenten und Zweiflern am Frauenfußball hat beirren lassen.

Wie haben Sie die Entwicklung im deutschen Frauenfußball über die Jahre wahrgenommen?

Wiegmann: Der Frauenfußball hat sich sowohl im spieltechnischen als auch athletischen Bereich enorm entwickelt. Es hat eine umfassende Professionalisierung stattgefunden. Heute hat man ganz andere Voraussetzungen, gerade wenn man unsere Nationalspielerinnen sieht, den Unterbau in den Vereinen und bei uns als DFB. Das zeigt, dass der Frauenfußball deutlich an Anerkennung gewonnen hat. Sicherlich findet man immer noch Leute, die nichts mit Frauenfußball anfangen können, das geht anderen Sportarten aber genauso. Dennoch glaube ich, dass sich die Entwicklung sehen lassen kann. Gerade wenn man sieht, in welch kurzer Zeit alles passiert ist. Man darf aber nicht stillstehen, muss immer weiterarbeiten, um den nächsten Schritt nach vorne zu machen.

Sie sind an diesem Prozess nicht ganz unbeteiligt, haben nach dem Ende Ihrer aktiven Karriere schnell den Weg in eine Trainerlaufbahn eingeschlagen. Bereits seit 2007 trainieren sie die U 15-Juniorinnen. Was reizt Sie daran, gerade den jüngsten Jahrgang des DFB zu trainieren. Fällt es Ihnen schwer, die Spielerinnen stets nach einem Jahr wieder abgeben zu müssen?

Wiegmann: Mir kommt zugute, dass ich gemeinsam mit Maren Meinert auch die U 19 und die U 20 begleiten durfte, das rundet die Sache ab. Aber zur U 15: Ich finde den Jahrgang unheimlich spannend. In keinem anderen Jahrgang sind so enorme Entwicklungen wie dort möglich. Zum einen im fußballerischen, zum anderen im persönlichen Bereich. Diesen Weg zu begleiten und mitgestalten zu können, ist eine schöne Arbeit, die mir großen Spaß macht. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Man hört oft dahingehende Bedenken, dass 13-, 14-jährige Mädels in einem schwierigen Alter seien, aber das ist es überhaupt nicht. Gerade die, die Fußball spielen wollen, sind so wissbegierig und wollen einfach kicken. Sicherlich ist die Arbeit eine andere als mit Erwachsenen, man muss sich anpassen, aber das liegt mir. Ich fühle mich auch nach 13 Jahren pudelwohl, die Mädels geben einem so viel zurück. Besonders schön ist es, wenn ich meine Spielerinnen nur kurzfristig abgebe und bei der U 19 oder U 20 wiedersehe. Es ist spannend, zu sehen, was für Menschen und Spielerinnen aus ihnen geworden sind.

Welche Erfahrungen geben Sie an Ihre Spielerinnen weiter, was wollen Sie Ihnen vermitteln?

Wiegmann: Da gibt es so viel. (lacht)  Das geht über den sportlichen Bereich hinaus, man muss sein Leben gestalten, die Woche sinnvoll füllen. Wir wollen den Mädels da ein Stück weit Rückhalt und Hilfestellung geben. Sie müssen eine Menge Dinge unter einen Hut bringen. Auch wenn meine Karriere als Spielerinn schon etwas länger vorbei ist, weiß ich, wie man in gewissen Situationen reagiert. Das hilft, gerade in der individuellen Einschätzung der Spielerin, wie weit ist sie schon, was braucht sie, um ihren Weg bestmöglich gehen zu können.

Daran anknüpfend: Als so langjährige Nachwuchstrainerin beim DFB haben Sie eine Menge Spielerinnen trainiert und auf ihrem Weg begleitet. Welche Prognose würden Sie aktuell dem deutschen Frauenfußball geben? Wie wird sich die Nationalmannschaft in Zukunft präsentieren?

Wiegmann: Ich finde, dass wir immer noch unheimlich viele Talente haben. Das zeigt sich aktuell in der Nationalmannschaft. Dort gibt es viele junge Spielerinnen, die noch eine Menge Potenzial haben, noch lange nicht auf ihrem Zenit sind. Wenn man sich anschaut, was aus den U-Mannschaften nachkommt, dann macht einem das große Hoffnung. In meinem aktuellen Kader gibt es viele, die alle Voraussetzungen mitbringen, ganz oben anzukommen. Da spielen aber eine Menge Faktoren eine Rolle, die man nicht immer beeinflussen kann. Natürlich ist im Frauenfußball vieles enger zusammengerückt, aber ich sehe große Chancen, dass wieder sehr gute Zeiten auf uns zukommen.

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