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VfB Lübeck hofft|24.05.2019|10:30

„Wir waren Pokalsieger der Herzen“

Lübecks Vereinsarzt Dr. Ulf Seidel: "Wir sind auf einem sehr guten Weg."[Foto: VfB Lübeck/imago/Collage FUSSBALL.DE]

Seit 2002 ist Dr. Ulf Seidel Vereinsarzt des VfB Lübeck aus der Regionalliga Nord. Der 45 Jahre alte Orthopäde war auch dabei, als der Ex-Zweitligist in der Saison 2003/2004 kurz vor dem Einzug in das DFB-Pokal-Finale stand. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht er über das Duell mit dem späteren Double-Gewinner Werder Bremen und das Endspiel um den Schleswig-Holstein-Pokal am Samstag (ab 16.15 Uhr, live in der ARD) gegen den Ligakonkurrenten und Titelverteidiger SC Weiche Flensburg 08 am Finaltag der Amateure.

FUSSBALL.DE: Sie sind bereits seit 2002 Vereinsarzt beim VfB Lübeck. Wie sehr hat sich der Verein in den vergangenen 17 Jahren verändert, Herr Dr. Seidel?

Dr. Ulf Seidel: Es hat sich einiges getan. 2002 stieg der VfB in die 2. Bundesliga auf, die finanziellen Rahmenbedingungen waren klasse. Mittlerweile hat der Verein zwei Insolvenzen und einen Zwangsabstieg in die 5. Liga hinter sich. Über viele Jahre wurde versucht, wieder im Profibereich Fuß zu fassen. Vor allem anfangs war das aber nach zahlreichen Sponsorenabgängen ein schwieriges Unterfangen und es häufte sich ein Schuldenberg an. Jetzt sind wir aber auf einem sehr guten Weg. Seit 2013 ist die wirtschaftliche Konsolidierung das primäre Ziel. In dieser Saison haben wir dennoch die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und die damit verbundene Qualifikation für die Playoffs zur 3. Liga nur knapp verpasst.

Sie haben den größten Erfolg der Vereinsgeschichte hautnah miterlebt, als Lübeck in der Saison 2003/2004 haarscharf den Einzug in das Endspiel um den DFB-Pokal verpasste. Erzählen Sie doch einmal von dieser sensationellen Pokal-Saison.

"Ich habe mal wieder große Lust auf ein riesiges Event in einem ausverkauften Lohmühle-Stadion"

Dr. Seidel: Im Gegensatz zum Ligabetrieb, in dem wir am Ende den Abstieg aus der 2. Bundesliga hinnehmen mussten, lief es im DFB-Pokal wie geschmiert. Wir warfen unter der Regie des damaligen Trainers Dieter Hecking auf dem Weg ins Halbfinale unter anderem den FC St. Pauli, den SC Freiburg und die TSG Hoffenheim aus dem Wettbewerb und haben in all diesen Spielen den unbedingten Willen bewiesen, die nächste Runde zu erreichen. Auch gegen Werder Bremen sah es lange Zeit gut aus. Wir führten sowohl in der regulären Spielzeit als auch in der Verlängerung. Ich saß mit auf der Ersatzbank und habe mitgefiebert. Es herrschte im Bremer Weserstadion mit fast 40.000 Zuschauern eine verrückte Atmosphäre. Rund 10.000 Lübeck-Anhänger waren mitgereist, das war Wahnsinn.

Was hat am Ende gefehlt, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen und ins Finale einzuziehen?

Dr. Seidel: Im Laufe der Verlängerung hat sich dann doch der Klassenunterschied bemerkbar gemacht. Werder Bremen war damals nun einmal das Nonplusultra und holte später ja auch das Double. Die Spieler, denen die Puste ausging, konnte der SV Werder gleichwertig mit anderen Top-Spielern ersetzen. Wir hatten eine solche Qualität auf der Ersatzbank nicht. 120 Minuten auf dem hohen Niveau mitzuhalten, haben wir nicht geschafft. Hinzu kam dann auch noch, dass uns das Quäntchen Glück gefehlt hat, das man an so einem Pokalabend als Außenseiter benötigt, um sich durchzusetzen.

Die Partie gegen den späteren Double-Gewinner war aber dennoch ein legendärer Pokalabend, oder?

Dr. Seidel: Definitiv. Es war ein denkwürdiger Pokalabend mit viel Herz, aber auch gehörig Schmerz. Nachdem der FC Schalke 04 in der Saison 2000/2001 „Meister der Herzen“ wurde, waren wir nun „Pokalsieger der Herzen“. Eine solche Leistung hatte uns niemand zugetraut. Beim Expertentalk im ZDF hatte Franz Beckenbauer kurz vor dem Anpfiff noch davon gesprochen, dass es ein klares Ding werde und wir chancenlos wären. Wir haben das Gegenteil bewiesen und sind bis heute extrem stolz darauf.

Danach nahm der VfB zwar noch siebenmal am DFB-Pokal teil, es war aber immer spätestens in Runde zwei Schluss. Träumen Sie von einer Wiederholung der Saison 2003/2004?

Dr. Seidel: Jeder VfB-Unterstützer hofft auf eine Wiederholung dieses Märchens. Es wäre für das Prestige und die Finanzen des Vereins fantastisch, wenn wir noch einmal im DFB-Pokal einige Runden überstehen und damit eine große nationale Aufmerksamkeit erhalten würden. Auch schon ein großer Gegner in der ersten Runde wäre klasse. Unser Ligakonkurrent SV Drochtersen/Assel hatte 2016 Borussia Mönchengladbach und 2018 den FC Bayern München im heimischen Stadion zu Gast. So etwas wollen wir auch wieder erleben.

Von der nächsten DFB-Pokal-Qualifikation ist Lübeck nur noch einen Schritt entfernt. Am Samstag geht es im Endspiel um den Schleswig-Holstein-Pokal gegen Weiche Flensburg. Wie stehen die Siegchancen?

Dr. Seidel: Unsere Mannschaft hat einen Lauf und seit 16 Spielen nicht verloren. In einer besseren Verfassung könnten die Jungs kaum sein. Außerdem spielen wir zuhause und haben eine lautstarke Kulisse im Rücken. In der Liga konnten wir gegen Flensburg vor eigenem Publikum 3:1 gewinnen. Viel spricht für uns. Dennoch ist sich jeder von uns bewusst, dass Flensburg ein schwieriger Gegner ist. Das Team ist homogen und extrem motiviert, den Landespokaltitel aus dem zurückliegenden Jahr zu verteidigen.

Seitdem Sie Vereinsarzt sind, trat der VfB im DFB-Pokal bereits gegen Werder Bremen, Borussia Dortmund, den VfB Stuttgart und den FC St. Pauli an. Welchen Verein würden Sie sich bei einem Finalsieg am Samstag in der kommenden Saison wünschen?

Dr. Seidel: Ich habe mal wieder große Lust auf ein riesiges Event in einem ausverkauften Lohmühle-Stadion. Das klappt am besten, wenn der FC Bayern oder der BVB kommt.

Als Spieler oder Trainer ist die Anspannung vor einem Endspiel groß. Wie sieht das bei Ihnen als Vereinsarzt aus?

Dr. Seidel: Ich bin vor einer solchen Partie auch angespannt. Das liegt zum einen an der emotionalen Verbundenheit, die ich zum VfB Lübeck habe. Zum anderen habe ich früher selbst in der Landesliga gekickt. Daher kann ich die Gefühlslage von Sportlern vor so wichtigen Partien nachempfinden. Allein aus der Sicht eines Arztes bin ich kurz vor Spielbeginn erleichtert. Mit dem Anpfiff ist meine Arbeit erst einmal getan. Ich bin dafür zuständig, dass die angeschlagenen Spieler rechtzeitig fit werden. Während der Begegnung bin ich dann Fan und Beobachter zugleich. Ich beobachte genau, um schnell auf mögliche Verletzungen reagieren zu können.

Bis wann haben Sie vor, für den VfB als Vereinsarzt zu arbeiten?

Dr. Seidel: Solange ich daran Freude habe, meine Familie mich dabei unterstützt und ich im Verein weiterhin eine so große Wertschätzung dafür erhalte. Es ist für mich ja viel mehr ein Hobby als ein Beruf. Hauptberuflich führe ich als Orthopäde und Unfallchirurg gemeinsam mit einigen Kollegen eine Gemeinschaftspraxis. Für den VfB bin ich ehrenamtlich tätig. Ich freue mich, den Verein auf diese Art unterstützen zu können und kann mir gut vorstellen, viele weitere Jahre Vereinsarzt des VfB Lübeck zu sein.

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