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Vor Ligadebüt |09.11.2018|10:00

Zdebel: Trainerwechsel hat Team wachgerüttelt

Thomas Zdebel über seinen neuen Klub Herkenrath: "Nach vorne geht bei uns immer etwas."[Foto: GettyImages]

Erst seit wenigen Tagen leitet beim Regionalliga West-Schlusslicht TV Herkenrath 09 der ehemalige Bundesligaprofi Tomasz Zdebel die Geschicke. Dabei legte der 45-jährige Pole, der für Bayer 04 Leverkusen, den VfL Bochum und den 1. FC Köln insgesamt 201-mal im deutschen Oberhaus zum Einsatz gekommen war und für sein Heimatland 14 Länderspiele bestritt, einen Einstand nach Maß hin. Nachdem Aufsteiger Herkenrath unter Zdebels Vorgänger Chris Burhenne zuvor acht Spiele in Folge nicht gewonnen hatte (sieben Niederlagen), setzte sich der TVH am Dienstagabend in der ersten Runde des Mittelrheinpokals gegen den Ligakonkurrenten Bonner SC 4:2 durch - und das trotz eines Rückstands und rund 60-minütiger Unterzahl.

Im FUSSBALL.DE -Interview mit Christian Knoth spricht A-Lizenz-Inhaber Tomasz Zdebel über seinen Wechsel zum TV Herkenrath, sein geglücktes Debüt, die kommende Aufgabe gegen den SV Rödinghausen und den Job, den er bis zuletzt ausgeübt hatte.

FUSSBALL.DE: Nachdem der TV Herkenrath zuvor achtmal in Folge nicht gewonnen hatte, gab es bei Ihrem Debüt im Mittelrheinpokal mit dem 4:2 gegen Ligakonkurrent Bonner SC sofort ein Erfolgserlebnis. Dabei spielte Ihr Team nach der Roten Karte für Mittelfeldspieler Ricardo Retterath rund 60 Minuten zu zehnt. Was haben Sie in Ihrer erst kurzen Amtszeit mit der Mannschaft angestellt, Herr Zdebel?

Tomasz Zdebel: Ich denke, dass der Trainerwechsel an sich bereits für einen positiven Impuls gesorgt und die Mannschaft wachgerüttelt hat. Hinzu kommt, dass mich viele Spieler kennen, weil ich mit ihnen bereits zu meiner Zeit als Trainer des benachbarten Oberligisten SV Bergisch Gladbach 09 zusammengearbeitet hatte. Wir brauchten dadurch nicht allzu viel Zeit, um uns gegenseitig vorzustellen, und konnten schnell zum Tagesgeschäft übergehen.

"Klar sind wir der Underdog, aber verstecken müssen wir uns nicht"

Was waren die Gründe für den Sieg gegen den Bonner SC?

Zdebel: Wir standen defensiv sehr stabil - auch in Unterzahl. Insgesamt war die Balance zwischen Offensive und Defensive klasse und die Jungs haben unseren Matchplan hervorragend umgesetzt. Imponiert haben mir auch die Einstellung und die Mentalität. Wir haben nach Rückstand und Platzverweis nie aufgesteckt, sondern uns den Sieg erkämpft.

In der Liga rangiert Herkenrath auf dem letzten Tabellenplatz, der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt sieben Zähler. Warum glauben Sie, dass Sie den Aufsteiger vor dem direkten Wiederabstieg bewahren können?

Zdebel: Ich hätte den Job nicht übernommen, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass die Mannschaft mehr kann, als es der Tabellenplatz aktuell aussagt. Es steckt viel Qualität im Team und wir sind mit vielen anderen Vereinen in der Regionalliga West auf Augenhöhe. Wenn wir in den kommenden Wochen an die Leistung des Pokalspiels gegen Bonn anknüpfen können, bin ich guter Dinge.

Ihr Ligadebüt geben Sie am Samstag gegen den Tabellenvierten SV Rödinghausen, der bisher eine starke Saison spielt und vor kurzem in der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München (1:2) begeisterte. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Zdebel: Der SV Rödinghausen zählt sicher nicht zu den Mannschaften, die ich auf Augenhöhe mit uns sehe. Spiele gegen solche Teams sind Zubrote. Die nötigen Punkte für den Klassenverbleib müssen wir in anderen Partien holen. Aber auch, wenn der SVR eigentlich eine Nummer zu groß für uns ist, werden wir uns nicht einfach geschlagen geben. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und die Minimalchance auf einen Punktgewinn nutzen.

Wie wollen Sie das anstellen?

Zdebel: Indem wir die Begegnung so lange wie möglich offenhalten und diszipliniert spielen. Wenn wir defensiv wieder so stabil stehen wie zuletzt gegen Bonn, ist etwas drin. Nach vorne geht bei uns immer etwas. Wir sind spielstark und mit unseren zahlreichen großen Akteuren auch bei Standards gefährlich. Klar sind wir der Underdog, aber verstecken müssen wir uns nicht.

Sie haben es schon angesprochen: Ihre vorherige Trainerstation war der benachbarte Oberligist SV Bergisch Gladbach 09, bei dem Sie von März 2015 bis Oktober 2017 tätig waren. Was haben Sie seitdem gemacht?

Zdebel: Ich habe für den Fußball-Verband Mittelrhein gearbeitet und unter anderem Fortbildungen in der Trainerausbildung durchgeführt. Außerdem habe ich gemeinsam mit meinem Trainerkollegen Markus Schenk die U 18-Mittelrheinauswahl betreut.

Der Trainerwechsel in Herkenrath verlief dann etwas kurios. Ihr Vorgänger Chris Burhenne soll von der Freistellung laut eigener Aussage per E-Mail erfahren haben. Direkt nach seiner Freistellung wurden Sie als neuer Trainer präsentiert. Warum ging das so schnell?

Zdebel: Als die Anfrage kam, musste ich nicht lange überlegen. Ich wohne in Bergisch Gladbach und bin in wenigen Minuten am Vereinsgelände des TV Herkenrath. Ich würde behaupten, dass ich die bestmögliche Lösung als Nachfolger für Chris Burhenne bin. Nicht unbedingt, weil ich so ein großartiger Trainer bin (lacht) , sondern weil ich aus der Region komme, kurze Anfahrtswege habe und einen Großteil des Teams schon kenne. Ich wusste, was auf mich zukommt, und der Verein wusste, worauf er sich einstellen kann.

Sie haben zunächst einen Vertrag bis 2019 unterschrieben. Können Sie sich vorstellen, auch in der 5. Liga weiterzumachen, oder ist ein weiteres Engagament nur beim Klassenverbleib ein Thema?

Zdebel: Darüber haben wir noch nicht gesprochen. Der Fokus liegt erst einmal auf dieser Saison und unserem Ziel, nicht abzusteigen. Sobald es Sinn macht, werden wir uns zusammensetzen und über eine mögliche gemeinsame Zukunft nach dem Saisonende sprechen.

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