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Trainerfuchs |05.02.2020|09:30

Zobel wie Ferguson: Meistens an der Eckfahne

"Die Resonanz war überwältigend, alle waren begeistert": Lüneburgs Trainer Rainer Zobel über das Trainingslager in Ägypten.[Foto: imago images/Nordphoto]

Mit Bayern München holte Rainer Zobel als Profi die Champions League, die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Als Trainer feierte er vor allem in Ägypten große Erfolge. Mit 71 Jahren steht er beim Nord-Regionalligisten Lüneburger SK immer noch an der Seitenlinie. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Zobel auch über seine unbefristete Vertragsverlängerung und seine Gesundheit.

FUSSBALL.DE: Mit dem Lüneburger SK waren Sie gerade im Trainingslager in Ägypten. Ein untypisches Trainingslager für einen Viertligisten, mit Blick auf Ihre Vita aber dennoch nicht so überraschend. Was war der Grund für die Reise, Herr Zobel?

Rainer Zobel:  Die schlechten Bedingungen, die wir im Winter in Lüneburg haben. Wir müssen uns den Platz mit anderen Vereinsmannschaften teilen und die Kunstrasenplätze in der Umgebung, die wir nutzen dürfen, reichen nicht aus. Das Trainingslager war wichtig, um mehrmals am Tag unter professionellen Bedingungen trainieren zu können. Ägypten - und speziell El Gouna - haben wir ausgewählt, weil ich die Stadt durch meine Arbeit beim El Gouna FC von 2013 bis 2015 noch sehr gut kannte und wusste, dass wir uns dort optimal auf die zweite Saisonhälfte in der  Regionalliga Nord  vorbereiten können.

Haben Sie auch die Zeit genutzt, um ehemalige Weggefährten nach vielen Jahren wiederzusehen?

"Die Leute in Ägypten wollen immer noch Fotos mit mir haben"

Zobel:  Ein paar Stunden blieben dafür schon übrig. Einer meiner ehemaligen Spieler beim El Gouna FC ist sogar rund zwei Stunden geflogen - nur um mich wieder zu sehen und sich nach langer Zeit mal wieder mit mir zu unterhalten. Das sind Herzlichkeiten, die man im Fußball selten erlebt. Auch mit dem langjährigen ägyptischen Nationalspieler Hossam Ghaly habe ich mich getroffen. Als er 18 war, habe ich ihn bei El Ahly Kairo trainiert. Später war er in der Premier League für die Tottenham Hotspur und in der Eredivisie für Feyenoord Rotterdam am Ball, mittlerweile ist er Sportdirektor beim El Gouna FC. Ich bin stolz, dass ich zu einer so erfolgreichen Karriere beitragen durfte und mit dafür verantwortlich war, dass er Profi wurde.

Wie oft reisen Sie noch nach Ägypten?

Zobel:  Vor dem Trainingslager war ich zuletzt im Sommer 2018 dort. Früher habe ich deutlich öfter in Ägypten Urlaub gemacht und Freunde besucht. Durch meine Arbeit in Lüneburg ist es mir aber nicht mehr möglich, so häufig nach Afrika zu reisen. Das ist der Nachteil daran, wenn man eine Mannschaft in einer höherklassigen Liga trainiert. (lacht) Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es mit der im vergangenen Sommer gestarteten Crowdfunding-Aktion für das Winter-Trainingslager geklappt hat. Das war eine klasse Idee unseres Vereinsvorstands. Fans und Sponsoren haben unser Trainingslager finanziert und durften dafür beispielsweise mit uns gemeinsam nach Ägypten fliegen.

Was verbinden Sie vor allem mit dem Land?

Zobel:  Meine größten Trainererfolge. Mit El Ahly Kairo bin ich von 1997 bis 2000 dreimal in Folge Meister geworden, das war sensationell. Die Leute in Ägypten wollen immer noch Fotos mit mir haben. Für sie bin ich auch 20 Jahre später noch ein Star. Meine jetzigen Spieler beim Lüneburger SK haben nicht schlecht gestaunt. (lacht) Das zeigt mir, dass meine Erfolge in Ägypten nicht nur mir persönlich viel bedeuten, sondern auch von den Einheimischen anerkannt werden. Wir hatten damals keine Übermannschaft. Die drei Titel in Serie waren etwas Besonderes.

Wie hat Ihren Spielern das Trainingslager gefallen?

Zobel:  Die Resonanz war überwältigend, alle waren begeistert. Dazu muss ich aber sagen, dass die Jungs gar nicht allzu viel von Ägypten gesehen haben. El Gouna hebt sich von allen anderen Städten in Ägypten ab. Es ist sozusagen eine deutsche Urlaubsstadt am Roten Meer. (lacht) Das liegt auch daran, dass Stadtchef Samih Sawiris in Deutschland studiert und in El Gouna deutsche Standards geschaffen hat. Einmal sind wir aber in die Wüste und in die Berge gefahren. Da hatten unsere Spieler dann die Möglichkeit, das Land etwas besser kennenzulernen.

Einige Spieler haben sich während des Trips beim Abendessen auch beim Bauchtanz versucht. Erfolgreich oder kläglich?

Zobel:  Es war nicht nur Bauchtanz, sondern auch der faszinierendere und viel mehr für Ägypten typische Derwischtanz. Touristen werden von den Tänzerinnen dazu animiert, mitzumachen - und zwei Spieler haben sich darauf eingelassen. Bei einem sah es ganz gut aus. Was den anderen betrifft, erspare ich mir am besten jeglichen Kommentar. (lacht)

Und was war mit Ihnen?

Zobel:  Ich mache so etwas doch nicht. (lacht) Früher vielleicht, aber jetzt muss das nicht mehr sein.

Gab es noch weitere außersportliche Aktivitäten?

Zobel:  Viel mehr gab es nicht, wir waren ja auch nicht zum Vergnügen da. Es war insgesamt ein sehr intensives Trainingslager mit täglich zwei festen Teameinheiten und weiteren individuellen Gruppeneinheiten. Für die Abendplanung der Mannschaft sowie der mitgereisten Fans und Sponsoren war dann mein Sohn Sebastian zuständig. Da er früher einmal im Stadtmarketing in El Gouna gearbeitet hat und die Stadt ebenfalls sehr gut kennt, hatte ich ihn darum gebeten, mit uns zu fliegen. Sebastian hat unseren Jungs einige schöne Orte gezeigt, wo sie ihre Abende entspannt verbringen konnten. Außerdem hat er eine Lagunenfahrt organisiert.

Mit 27 Punkten überwintert der LSK in der Regionalliga Nord auf Platz elf. Wie sehen Ihre Ziele für den Rest der Saison aus?

Zobel:  Zunächst einmal wollen wir endlich mal wieder einen guten Start in die zweite Saisonhälfte hinlegen. Das ist uns in den zurückliegenden beiden Jahren nicht gelungen. Ich bin aber davon überzeugt, dass das auch daran lag, dass wir in der Wintervorbereitung keine optimalen Bedingungen hatten. Dieses Problem gab es diesmal nicht und ich hoffe, dass wir nun schneller in die Spur finden, um den Klassenverbleib so früh wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Nur darum geht es für uns.

Auch mit 71 Jahren soll am Saisonende noch lange nicht Schluss sein. Sie haben jetzt sogar einen unbefristeten Vertrag unterschrieben. Wie lange wollen Sie noch als Trainer arbeiten?

Zobel:  Solange ich noch kann. Als ich gefragt wurde, ob ich nach 2021 weitermachen will, musste ich nicht lange überlegen. Mir macht die Trainerarbeit weiterhin Spaß und ich fühle mich gut. Es ist ja auch nicht so, dass ich noch ständig auf dem Platz hin- und herrenne. Das Training leitet mein Kollege Qendrim Xhafolli, ich beobachte die Einheiten von außen. Wie einst Alex Ferguson stehe ich meistens an der Eckfahne - von dort aus habe ich den besten Blick. (lacht)

Gab es gesundheitlich keine Bedenken? Immerhin lagen Sie erst kürzlich mit Durchblutungsstörungen im Krankenhaus.

Zobel:  Überhaupt nicht. Ich habe zwar wegen einer Gefäßverengung einen Stent in der linken Wade bekommen und muss mein restliches Leben Tabletten nehmen. Aber das hat nicht dazu geführt, dass es mir schlechter geht. Im Gegenteil! Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Das hat gleich zwei Vorteile: Ich lebe gesünder und habe mehr Geld. (lacht)

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