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Pionierinnen |07.12.2020|14:00

Zwillinge in Leer: Seit 25 Jahren am Ball

"Wenn es nicht läuft, pflaumen wir uns schon mal an": Silke Janssen und Silvia Buscher (v.l.).[Foto: Mario Rauch / SV Borussia Leer]

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Der Deutsche Fußball-Bund feiert 50 Jahre Frauenfußball, im Norden Deutschlands ist eine Mannschaft genau die Hälfte dieser Zeit dabei: der SV Borussia Leer. "Aus einer Schnapsidee" heraus, verrät Ulrich Buscher launig. Der Trainer war von Beginn an bis heute ununterbrochen dabei. "Wir hatten eine Sportwoche im Verein, da kam von irgendwem die Frage auf, ob wir nicht eine Frauenmannschaft gründen sollten", erinnert er sich.

Ebenfalls vom ersten Training bis heute für Borussia Leer am Ball: Silke Janssen und Silvia Buscher, beide gebürtig Apeldoorn – und Zwillinge. Die heute 45-Jährigen könnten locker Mutter oder Tante der meisten ihrer Mitspielerinnen sein, aber der Altersunterschied spielt in der Truppe, die in der Ostfriesland Liga Süd kickt, keine Rolle. Das hat schon Ex-Nationalspieler und WM-Teilnehmer Hans Sarpei erlebt, als er im Rahmen seiner TV-Sendung "Das T steht für Coach" am Bahndamm in Leer drehte.

Im Interview mit FUSSBALL.DE erzählen die Zwillinge von anfänglicher Skepsis der Männer im Verein, Verwechslungen auf dem Platz und Diskussionen unter Eheleuten.

FUSSBALL.DE Frau Buscher, Frau Janssen, wie ist es, mit der eigenen Zwillingsschwester in einem Team Fußball zu spielen? 

"Ich bin heute noch vor jedem Spiel so nervös, als ob es das WM-Finale wäre"

Silke Janssen:  Abseits des Fußballs sind wir natürlich unzertrennlich, aber auf dem Platz da haben wir schon häufiger Diskussionen. Das liegt aber auch an unseren unterschiedlichen Positionen, denn ich spiele hinten und sie vorne. Da kommt es eben vor, dass sie mir erklären will, wie ich laufen soll und umgekehrt. Nach dem Spiel oder Training ist das aber sofort vergessen, insgesamt ist es natürlich schön, mit der Zwillingsschwester zusammen in einer Mannschaft zu spielen.

Silvia Buscher:  Wir sind beide sehr ehrgeizig, keine will verlieren und auf dem Platz gibt es nun einmal keine Freundinnen. Wenn es dann nicht läuft, pflaumen wir uns halt schon mal an, aber da bleibt nie etwas hängen.

Wie kamen Sie zum Fußball?

Silvia Buscher: Wir haben beide zunächst Handball im Verein gespielt und außerdem Leichtathletik gemacht, Sprinten und Laufen von 100 bis 800 Meter. Zum Fußball kamen wir durch unsere vier Jahre ältere Schwester Manuela, sie wollte bei Borussia spielen und wir sind mitgegangen. Das war 1995. Ein Jahr lang haben wir nur Freundschaftsspiele bestritten, ehe wir in den Ligaspielbetrieb eingestiegen sind. 

1993 sind die deutschen Frauen zum ersten Mal Weltmeisterinnen geworden. War der Frauenfußball damit auch in Ihrer Heimat anerkannt?

Silvia Buscher:  Von wegen (lacht) ! Wir wurden anfangs von den Männern belächelt, aber das lag sicher auch ein bisschen daran, dass wir Anfängerinnen waren und gerade einmal unfallfrei geradeaus laufen konnten. Von Fußball spielen war da zunächst nicht viel zu sehen.

Silke Janssen:  Unser Vater hat zwar selber nicht gespielt, war aber großer Werder Bremen-Fan. Er hat nur gesagt: "Frauen, die hinter dem Ball herlaufen, das kann sich doch kein Mensch angucken..."

Trotz der holprigen Anfänge sind Sie bis heute am Ball!

Silke Janssen:  Ja, und darauf bin ich ziemlich stolz! Allerdings bin ich heute noch vor jedem Spiel so nervös, als ob es das WM-Finale wäre. Fußball ist mein größtes Hobby, auf das ich nicht verzichten möchte – und wenn ich mal einen Fehler mache, fließen auch schon mal Tränen.

Mit 45 Jahren sind Sie mehr als doppelt so alt wie einige Ihrer Mitspielerinnen. Wie kommen die Mädels mit Mama oder Tante Silvia beziehungsweise Silke klar?

Silvia Buscher:  Das ist überhaupt kein Problem. Wir haben wirklich eine sehr gute Gemeinschaft innerhalb der Truppe und sind Freundinnen.

Silke Janssen:  Da kommen schon mal Sprüche wie: Wann wollt Ihr denn endlich aufhören (lacht) ? Das ist aber nicht ernst gemeint, denn es ist nicht so, dass die Jüngeren uns mit durchziehen müssen. Wir sind noch richtig fit und lassen uns da nichts vormachen.

Frau Buscher, Ihr Mann ist gleichzeitig Ihr Trainer, da wird es zu Hause vermutlich ständig Streit um Ein- und Aufstellung geben, oder?

Silvia Buscher:  Nein, so schlimm ist es nicht. Wir diskutieren natürlich auch zu Hause noch über die Spiele, leider haben wir nach dem Aufstieg in dieser Saison auch noch nicht so oft gewonnen, aber wir wollen unseren Alltag nicht von Ergebnissen oder Leistungen auf dem Platz bestimmen lassen. Die Situation ist ja auch nicht neu für uns, wir sind ja schon ein paar Jahre verheiratet.

Wie sehr fehlt Ihnen der Fußball momentan?

Silke Janssen:  Sehr! Man kann zwar für sich ein bisschen Sport machen und so versuchen, fit zu bleiben, aber das ist etwas anderes. Ich vermisse die Mädels, den Austausch mit ihnen, die gute Laune beim Training und so weiter. Wir hätten zwar auch ohne Corona jetzt sowieso bald Winterpause, weil die Plätze dann unbespielbar sind, aber jetzt geht das ja leider schon seit Ende Oktober so und wird noch bis ins nächste Jahr andauern.

Silvia Buscher:  Das Gemeinschaftsgefühl fehlt einfach. Wir sind eine eingeschworene Truppe und ich freue mich jetzt schon auf den Tag, wenn ich die Mädels wieder sehen kann.

Werden Sie beide eigentlich auf dem Platz noch verwechselt?

Silke Janssen:  Als wir vor 25 Jahren angefangen haben, ist das noch öfter passiert als heute. Inzwischen kennen uns die meisten Gegnerinnen, wir spielen ja in einer kleinen Liga. Aber natürlich ist es schon mal vorgekommen, dass ich hinten einen Zweikampf gewonnen habe und den Ball zu Silvia gespielt habe und die Gegenspielerin gefragt hat: "Wie kommst du denn jetzt so schnell nach vorne?"

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