fussball.de
powered by
Bundesliga bei t-online.deDFBnet

...

Müder Kick: Löw verzockt sich gegen Holland

15.11.2012, 09:51 Uhr | FUSSBALL.DE

Marco Reus (li.) und Bundestrainer Joachim Löw.  (Quelle: dpa)

Marco Reus (li.) und Bundestrainer Joachim Löw. (Quelle: dpa)

Aus Amsterdam berichtet Johann Schicklinski

Schon die Attribute, die Bundestrainer Joachim Löw wählte, um nach der Nullnummer im Duell mit den Niederlanden ein Fazit zu ziehen, verrieten viel über die vorangegangenen 90 Minuten in der Amsterdam Arena. "Diszipliniert, engagiert, positionstreu, kompakt und arbeitsam" seien seine Spieler aufgetreten, bilanzierte der DFB-Coach. Damit hat er zwar Recht - aber nur was die Defensivleistung der deutschen Elf angeht, konnte er zufrieden sein. (Einzelkritik: Götze erst glücklos, dann ausgewechselt)

In der Offensive allerdings hatte Löw sich verzockt. Sein überraschender Plan, mit Mario Götze als Stoßstürmer aufzulaufen, ging nicht auf. So trug auch der Bundestrainer seinen Teil dazu bei, dass das Match gegen den Nachbarn der vielleicht fadeste Klassiker aller Zeiten wurde.

Foto-Show
Die Bilder von Niederlande - Deutschland
4 von 9 Bildern

Darum ließ Löw Götze stürmen

Statt wie vorher erwartet mit Marco Reus im Sturmzentrum oder auch mit Lukas Podolski als einziger Spitze im 4-2-3-1-System aufzulaufen, ließ Löw Götze ran. Der hochtalentierte 20-Jährige gilt zwar als Offensiv-Allrounder, hat diese Position aber weder bei Borussia Dortmund noch beim DFB bisher gespielt.

"Den Gedanken, Mario in die Sturmmitte zu stellen, hatte ich schon länger", sagte Löw. "Er ist gegenüber Reus und Thomas Müller mit dem Rücken zum Tor stärker", begründete der 52-Jährige seine überraschende Taktik.

Die Alternativen fehlen

Im Spiel gegen die Niederlande war davon allerdings nicht viel zu sehen, auch wenn Götze zwei gute Chancen hatte. Stattdessen fiel auf, dass sich der BVB-Youngster immer wieder ins Mittelfeld oder auf die Flügel zurückfallen ließ, seinem eigentlichen Betätigungsfeld. So blieben Strafraumszenen im deutschen Offensivspiel Mangelware, drei Torchancen in 90 Minuten sind auch für das Potenzial der ersatzgeschwächten DFB-Elf eindeutig zu wenig.

Doch Löw fehlten die Alternativen im Sturmzentrum. Mario Gomez (nach langer Verletzungspause noch nicht fit)  und Miroslav Klose (Grippe) waren nicht im Kader, mit Stefan Kießling fehlte der beste Bundesliga-Stürmer 2012. Den Leverkusener ignoriert Löw seit der WM 2010, selbst wenn ihm - wie nun in Amsterdam - die Stürmer ausgehen.

Schweden-Spiel wirkt nach

Dass der DFB-Coach dennoch mit dem Jahresabschluss zufrieden war, liegt im denkwürdigen 4:4 gegen Schweden vor vier Wochen begründet. "Für mich war das Spiel gegen die Niederlande heute positiv. Wir haben eine gute Defensivarbeit verrichtet. Das war für mich nach den letzten Erlebnissen gegen Schweden das Wichtigste, darauf habe ich meine Spieler im Vorfeld hingewiesen“, sagte Löw. „Wir wollten es unbedingt vermeiden, Fehler und bestimmte Verhaltensweisen aus den letzten 30 Minuten gegen Schweden zu wiederholen.“

Diese Maßgabe hatten seine Spieler verinnerlicht. "Wir wollten uns die Sicherheit holen, die nach dem Spiel gegen Schweden verloren gegangen ist. Man hat gemerkt, dass das allerletzte Risiko auf beiden Seiten gefehlt hat. Dann ergibt sich so ein Spiel, dass für die Zuschauer nicht so spektakulär ist", bilanzierte Abwehrspieler Mats Hummels. Keeper Manuel Neuer, bis auf eine Glanzparade gegen Janmaat (79. Minute) nahezu beschäftigungslos, schlug in die gleiche Kerbe: "Keine der beiden Mannschaften wollte einen Fehler machen. Beide Mannschaften wollten nicht verlieren."

Löw: "Es geht um eine gute Balance"

Mit der Nullnummer zum Jahresabschluss waren die deutschen Akteure also zufrieden, die Erleichterung, wieder einmal zu Null gespielt zu haben, war nach den 90 Minuten von Amsterdam allgegenwärtig. Vielleicht war so ein Spiel auch einfach nötig, um den Defensivspielern wieder Sicherheit zu verleihen. Eine Abkehr vom gewohnten Offensivfußball der letzten Jahre verneinte Löw indes nach dem Match.

"Das Angriffsspiel gehört zu unseren Stärken, wir werden das auch in Zukunft nicht aufgeben, wir wollen diese Stärke nicht verlieren", sagte der Bundestrainer. "Es geht um eine gute Balance." Diese zu finden, daran wird Löw künftig gemessen werden. Denn nur, wenn die deutsche Mannschaft einen Mittelweg zwischen enthusiastischer Offensive und kompakter Defensive findet, ist sie in naher Zukunft ein Titelkandidat.

Quelle: FUSSBALL.DE

Leserbrief An die Redaktion
Inhalt versenden Versenden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Niederlande - Deutschland: Joachim Löw mit Leistung zufrieden" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Niederlande - Deutschland: Joachim Löw mit Leistung zufrieden" gefallen hat.

 
Neues Fußballbuch
Traumberuf Profi? "Das ist die Hölle"

Spieler, Eltern und Co. sprechen Klartext.

mehr
"Mia san dran"
Mit Lahm & Müller: Zwei waschechte Bayern

Die Stars plaudern aus dem Nähkästchen.

mehr
Top 5 aus Brasilien
Ex-Wolf d'Alessandro mit Traum-Freistoß

Der ehemalige Buli-Kicker trifft sehenswert.

mehr
Torvorlage
Kickerin überrascht mit spektakulärem Einwurf

Damit hat die gegnerische Abwehr nicht gerechnet.

mehr

Anzeigen

Aktuelle Videos

Top 5 aus Brasilien
Ex-Wolf d'Alessandro mit Traum-Freistoß

Der ehemalige Buli-Kicker trifft sehenswert.

mehr
Torvorlage
Kickerin überrascht mit spektakulärem Einwurf

Damit hat die gegnerische Abwehr nicht gerechnet.

mehr
 
Aktuelle Spiele
 
BL
 
2. BL
 
3.Liga
 
Pokal
 
CL
 
EL
 
ENG
 
ESP
 
TÜR
 
ITA
 
Anzeige



Anzeige