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WM 2010

Die Söhne der Goldenen Generation

03.12.2009, 17:11 Uhr

Teuerster Spieler der Welt: Ronaldo. (Foto: imago) Teuerster Spieler der Welt: Ronaldo. (Foto: imago)Noch immer trägt der portugiesische Fußball ein großes Versprechen in sich. Nach dem titellosen Abschied der Goldenen Generation um Luis Figo hat ein neuer Jahrgang das Zepter übernommen, mit einem noch größeren Superstar: Cristiano Ronaldo.

Die ganze Nation hofft, dass der Posterboy des Weltfußballs sein Team bei der vierten WM-Teilnahme endlich ins Finale führt.

Die Qualifikation

Wie Frankreich musste auch das hoch eingeschätzte Team aus Portugal in der Relegation nachsitzen. Anders als die Franzosen hatten die Portugiesen aber weniger Mühe. Zwar galt es gegen Bosnien einige Zitterminuten zu überstehen und dem Pfostengott zu huldigen, doch letztlich qualifizierte sich das Team auch ohne Superstar Cristiano Ronaldo mit zwei 1:0-Siegen recht souverän. Das hatte in der Gruppenphase noch ganz anders ausgesehen. Nach einem standesgemäßen 4:0-Sieg zum Auftakt auf Malta ließ Portugal schon früh die entscheidenden Punkte liegen: Durch eine 2:3-Heimniederlage gegen Dänemark und zwei Nullnummern in Schweden und zu Hause gegen Außenseiter Albanien. Diesen Rückstand konnte das Team nicht mehr aufholen. Immerhin sicherte sich Portugal noch Relegations-Rang zwei, als Skandinavien-Sandwich zwischen Dänemark und Schweden.

Der Trainer

Entdecker der Goldenen Generation: Quieroz. (Foto: imago) Entdecker der Goldenen Generation: Quieroz. (Foto: imago)Carlos Quieroz ist der unbesungene Held des portugiesischen Fußballs. Der 56-Jährige aus Nampula in der ehemaligen Kolonie Mosambik gilt als Entdecker der so genannten Goldenen Generation des Landes um Spieler wie Superstar Luis Figo oder Rui Costa. Quieroz trainierte die U-20-Teams, die Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Weltmeister wurden und damit die Grundlage für Portugals fußballerischen Aufschwung schufen. Nachdem Quieroz 1991 bis 1993 schon einmal kurz zum A-Nationaltrainer aufstieg, sammelte er weltweit Erfahrungen. Im Klubfußball bei Sporting Lissabon, den MetroStars in New York, bei Nagoya Grampus Eight in Japan und als Nationalcoach in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Südafrika. Mit der Bafana Bafana glückte ihm auch die Qualifikation zur WM 2002. Danach war er sich nicht zu schade, ins zweite Glied zurückzutreten und als Co-Trainer bei Manchester United anzuheuern. Eine zwischenzeitliche Episode als Cheftrainer bei Real Madrid ging daneben.

Der Star

Cristiano Ronaldo gilt als einer der besten Fußballer der Welt – der teuerste ist er allemal. 93 Millionen Euro zahlten Real Madrid im Sommer, um den Weltfußballer des Jahres 2008 von Manchester United loszueisen. Der Flügelstürmer hat eine überragende Technik, er ist schnell, dribbelstark, ballsicher und torgefährlich. Außerdem hat der 24-Jährige gelernt, mannschaftsdienlicher zu spielen. Freilich zeigt er immer noch Arroganz-Anfälle. Das breitbeinige Cowboy-Gehabe vor Freistößen ist nicht jedermanns Sache. 2003 zahlte Manchester United stolze 17,5 Millionen Euro für den damals 18-Jährigen Nachwuchsspieler an Sporting Lissabon. Trainer Sir Alex Ferguson war so überzeugt von den Fähigkeiten seines Schützlings, dass er ihm die Nummer sieben antrug und ihn so in eine Reihe mit den ManU-Legenden Eric Cantona, David Beckham und George Best stellte. Ronaldo dankte es in 198 Einsätzen mit 84 Toren. In der Nationalelf Portugals kommt der Mann von der Insel Madeira trotz seiner Jugend schon auf weit über 60 Einsätze. Ein Titel mit Portugal, das er mittlerweile auch als Kapitän aufs Feld führt, fehlt Ronaldo allerdings noch in seiner reichhaltigen Titelsammlung.

Die Aussichten

Die Portugiesen verfügen immer noch über eine äußerst routinierte und attraktive Mannschaft. In der Defensive steht das Team mit dem Chelsea-Block José Bosingwa, Ricardo Carvalho und Paulo Ferreira sowie Real Madrids Pepe in der Regel sehr sicher. Auch das Mittelfeld mit Deco, Tiago oder auch Moutinho sucht seinesgleichen. Dazu kommt dann noch das Sturmduo Ronaldo und Liedson. Wenn es nur nach den Namen ginge, gehörte Portugal zu den absoluten WM-Favoriten. Dass Fußball nicht so einfach funktioniert, hat die Qualifikation gezeigt. Trotzdem sollte die Elf jederzeit in der Lage sein, das Viertelfinale zu erreichen.

Portugal im Überblick:

Spitzname

Seleccao

Trainer

Carlos Quieroz

Kapitän

Cristiano Ronaldo

Größter Erfolg

WM-Dritter 1966, Vize-Europameister 2004

FIFA-Weltranglistenplatz

5

Bisherige WM-Teilnahmen

4

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland

Quelle: t-online.de

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