21.01.2011, 17:04 Uhr | FUSSBALL.DE, sid,
Ruud van Nistelrooy vom Hamburger SV steht auf dem Wunschzettel von Real Madrid weiter ganz oben. (Foto: imago)
Ruud van Nistelrooy muss sich wohl auf einen Verbleib beim Hamburger SV einstellen. Die Hanseaten werden dem Werben von Real Madrid um den Torjäger wohl nicht nachgeben. Die Ansage des HSV-Trainers Armin Veh ist deutlich. "Wir können ihn nicht gehen lassen. Die würden uns hier die Bude abreißen", sagte Veh. Für van Nistelrooy bedeutet das: Statt mit den Königlichen zum Abschluss einer grandiosen Karriere die Champions League gewinnen zu können, muss er noch 16 Spiele lang um die Europa-League-Qualifikation kämpfen.
Kein wirklich standesgemäßer Ausklang für Van the Man, der bei Real, aber auch bei Manchester United zahlreiche Titel sammelte. Beim HSV wird er definitiv leer ausgehen. Trotz der klaren Worte aus Hamburg wird in Spanien weiter kräftig über eine Rückkehr van Nistelrooys spekuliert. Das Online-Portal "El Confinecial" meldete, dass sich beide Vereine nun doch geeinigt hätten. Laut dieses Berichtes bekommt der HSV 1,5 bis zwei Millionen Euro und ein Ablösespiel. Die Hanseaten dementierten umgehend. "An unserer Haltung hat sich nichts geändert", sagte Klubsprecher Jörn Wolf.
Doch Real lässt nicht locker. "Van Nistelrooy ist weiterhin die einzige Option, mit der wir uns beschäftigen", sagte Sportdirektor Jorge Valdano. Der Umworbene würde nur zu gern zurückkehren. Nach seinem Karriereende will er ohnehin in Madrid leben. Angeblich will Real im Poker um den Goalgetter den letzten Trumpf ziehen und Adam Szalai vom FSV Mainz 05 zurückholen. Der Ungar könnte dann auf Leihbasis als Van-Nistelrooy-Ersatz zum HSV wechseln.
Bei allem Verständnis für die Situation musste sich van Nistelrooy von Veh zumindest indirekt zur Ordnung rufen lassen. "Ich kann seine Position nachvollziehen, erwarte aber von ihm, dass er weiterhin alles für unseren Klub gibt", sagte der Coach, der sich aus sportlichen Gründen gegen einen Transfer seines Topstürmers ausgesprochen hatte. Schließlich weiß man an der Elbe nicht, wann der Peruaner Paolo Guerrero (Achillessehnenbeschwerden) wieder einsatzfähig ist. Wie schnell Mladen Petric nach seiner Oberschenkelverletzung wieder in Form kommt, ist ebenfalls nicht abzusehen.
In den zwölf Monaten, die er in der Hansestadt ist, hat sich van Nistelrooy viele Freunde gemacht. Freundlich und aufgeschlossen gab er sich, auch bei Autogrammjägern war und ist er sehr beliebt. Langjährige Beobachter wissen allerdings, dass der kopfballstarke Stürmer auch recht unwirsch werden kann, wenn es nicht nach seinem Willen geht. Bekannt sind beispielsweise Probleme mit den früheren niederländischen Nationaltrainern Dick Advocaat und Marco van Basten.
Doch diesmal, so scheint es, wird er sich fügen müssen. Die Armada der aus Spanien angereisten Journalisten schrumpft, der große TV-Übertragungswagen ist vom Trainingsgelände verschwunden. Und bei Real wird man ungeduldig. "Wir können uns nicht ewig damit Zeit lassen. Am Ende der Woche muss eine Entscheidung fallen, so oder so. Wir bleiben aber dran und haben noch nicht aufgegeben", sagte Valdano.
Besonders der beim HSV zuletzt stark kritisierte Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann hatte sich einem Transfer von Beginn an konsequent verweigert: "Unser sportlicher Erfolg steht über allem. Deshalb bleiben wir in dieser Sache hart." Nach der Absage von Matthias Sammer, der lieber Sportdirektor beim DFB bleibt, als in gleicher Funktion zum HSV zu wechseln, kann sich der HSV den Verlust des Sympathie- und Hoffnungsträger wohl auch kaum mehr erlauben.
Quelle: sid , FUSSBALL.DE
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