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Mourinho gegen den heiligen Iker

23.12.2012, 20:21 Uhr | sid, dpa

Gegen Malaga muss Iker Casillas auf der Bank Platz nehmen. (Quelle: dpa)

Gegen Malaga muss Iker Casillas auf der Bank Platz nehmen. (Quelle: dpa)

Bei Real Madrid brennt der Baum: Trainer Jose Mourinho hat den Weltklassetorwart Iker Casillas zum Ersatzmann degradiert und sich mit einem Heiligtum des spanischen Fußballrekordmeisters angelegt. Der überraschende Schachzug ging nach hinten los: Die Königlichen verloren beim FC Malaga 2:3 und liegen nun schon 16 Punkte hinter dem Tabellenführer FC Barcelona zurück.

"Dieser Rückstand ist nicht mehr aufholbar", räumte der Real-Trainer kleinlaut ein. Die Katalanen gewannen bei Real Valladolid 3:1 und sind mit 16 siegen aus 17 Spielen klarer Wintermeister.

Mourinho: "Adan ist besser als Casillas"

Die Verbannung des Welt- und Europameisters Casillas auf die Ersatzbank löste bei den Real-Fans Empörung aus. Nach einer Umfrage des Madrider Sportblatts "Marca" forderten 82 Prozent der Leser die Entlassung des Trainers. Casillas gilt als ein Wahrzeichen des Vereins. Der Kapitän hatte mit seinen Paraden sich den Beinamen "San Iker" (Heiliger Iker) verdient. Seit der damalige Trainer Vicente del Bosque ihn 2002 zum Stammkeeper machte, fehlte Casillas in praktisch keinem wichtigen Punktspiel.

"Dies war eine rein taktische Entscheidung", rechtfertigte sich Mourinho. "Antonio Adan ist derzeit besser als Casillas." Diese Erklärung nahm dem Portugiesen in Spanien jedoch niemand ab. Die meisten Fans - laut Sportblatt "As" 93 Prozent - glaubten, dass der Coach seinen Hinauswurf provozieren will. Reals früherer Generaldirektor Jorge Valdano hat eine andere Erklärung: "Das ist eine Frage der Macht." Mourinho hat zur Festigung seiner Machtposition bei Real schon eine Reihe von Leuten kaltstellen lassen. Dazu gehören neben Valdano der Ex-Star Zinedine Zidane, der Mannschaftsarzt oder der Koch.

Mourinho denkt nicht an Rücktritt

Nach dem Affront gegen Casillas gilt ein baldiger Trainerwechsel zumindest nicht mehr als ausgeschlossen. Eine sofortige Entlassung galt als undenkbar, da Real keinen Plan B parat hat. Mourinho selbst, der sein 400. Spiel auf der Trainerbank bestritt, will von einem Rücktritt nichts wissen. "Ich habe keinerlei Rücktrittsgedanken und fürchte auch nicht um meinen Job", sagte "The Special One".

Seine Mannschaft stehe voll und ganz hinter ihm. "Wenn ich spüre, dass die Spieler nicht wollen, bin ich zu ehrlich, um einen aussichtlosen Kampf zu kämpfen. Aber die Spieler wollen", sagte Mourinho. Die Frage ist nur, wie lange noch.

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Machtkampf zwischen Casillas und Mourinho

Bereits zu Beginn des Jahres sollen sich der viermalige Welttorhüter Casillas und sein streitbarer Trainer bekriegt haben. Nachdem sich Mourinho wiederholt mit dem FC Barcelona angelegt hatte, soll Casillas die Teamkollegen der spanischen Nationalmannschaft angerufen haben, um den Frieden zu wahren. Das Tischtuch war zerschnitten, Mourinho erklärte öffentlich, dass auch Iker Casillas nicht unantastbar sein dürfe und forderte starke Konkurrenz für die Real-Ikone.

Selbst Tim Wiese stand auf Mourinhos Zettel, den Wunsch nach einem weiteren Weltklassekeeper erfüllte ihm Präsident Florentino Perez allerdings nicht.

Kein Zweifel, wer als Sieger hervorgeht

Sollte der Machtkampf tatsächlich eskalieren, gibt es in Madrid keinen Zweifel, wer ihn als Sieger verlässt. "San Iker" hat in seiner Laufbahn bei Real bereits 13 Trainer kommen und gehen sehen - Mourinho eingerechnet. Und der hat den stolzen Madrilenen nun auch noch das Weihnachtsfest verdorben.

Quelle: sid, dpa

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