10.06.2011, 12:52 Uhr
"The Special One" im Visier: Real-Trainer José Mourinho wird ja in Spaniens Primera Division mittlerweile vieles zugetraut, und so überrascht die Meldung zunächst nicht: Real Madrid soll ein Netzwerk aus Agenten unterhalten, um seinem Erzrivalen FC Barcelona zu schaden. Dies jedenfalls behauptet die spanische Fußball-Wochenzeitschrift "Don Balon". Chef dieses Geheimdienstes, also gewissermaßen "M", soll der Portugiese Jorge Mendes sein. (Foto-Show: So schön ist El Clásico)
Mendes ist der Berater der "Portugal-Connection" bei Real: Mourinho sowie die Spieler Cristiano Ronaldo, Pepe und Ricardo Carvalho sind seine Klienten, Mendes gilt deshalb als ein heimlicher Herrscher bei den Königlichen. Mendes hat die Meldung von "Don Balon" umgehend dementiert und über spanische Medien mit rechtlichen Schritten gedroht. Von Real Madrid gab es keine Reaktion auf die Verdächtigungen, vom FC Barcelona auch nicht.
Weil aber von Mourinho bekannt ist, dass er mit allen möglichen und bisweilen unmöglichen Tricks arbeitet, könnte an der Geschichte aber auch etwas dran sein. Real, mutmaßt das Blatt, wolle über die Transferaktivitäten von Barca möglichst früh Kenntnis bekommen, um rasch reagieren zu können.
Es gehe Madrid vor allem darum, Transfers der Katalanen zu sabotieren - und sei es nur, dass sie durch geheucheltes Eigeninteresse den Preis hochtreiben. Wie dieses Agenten-Netzwerk genau aussehen könnte, verrät "Don Balon" in seinem nur sehr kurzen Beitrag nicht.
In der Tat aber passt die Nachricht in die Zeit: Die Katalanen sollen sich bereits seit längerem für Alexis Sanchez interessieren, den Chilenen, der in Italien für Udinese Calcio Tore schießt. Um die 30 Millionen Euro Ablöse sind im Gespräch. Nun verlautet plötzlich aus Madrid, dass auch Real an dem treffsicheren Angreifer interessiert sei.
Fakt ist nur: Real Madrid, und damit Mourinho, steht unter einem großen Erfolgsdruck. Der FC Barcelona ist drei Jahre nacheinander Meister geworden - und seit Mai auch wieder Champions-League-Sieger. Die Königlichen haben nur den nationalen Pokal vorzuweisen.
Real legte derweil bei der UEFA Einspruch gegen die Sperre für Mourinho ein. Der Portugiese war wegen seiner Entgleisungen beim Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real und dem FC Barcelona (0:2) für fünf Spiele gesperrt worden. Die UEFA ließ den Einspruch zu.
Der Real-Coach soll nach Medienberichten am 30. Juni vom Berufungsausschuss der UEFA angehört werden. Das Madrider Sportblatt "Marca" berichtete, die Königlichen wollten eine Verschiebung des Termins beantragen, weil Mourinho sich Ende Juni noch mit seiner Familie im Urlaub befinde. Nach Angaben der Zeitung macht Real sich allerdings nur wenig Hoffnung, dass das Berufungsverfahren bei der UEFA zu einem Erfolg führen wird.
Quelle: dpa , sid
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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