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Madrid und Barca im Kleinkrieg

02.05.2011, 17:12 Uhr

Messi (links) und Pepe im Zweikampf (Foto: imago)

Messi (links) und Pepe im Zweikampf (Foto: imago)

Nie zuvor war die Stimmung so gereizt, wie vor dem vierten Clasico. Zu den Verbalattacken von Real-Trainer José Mourinho kommen nun auch noch provokante Videos, mit denen die Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid die Gemüter weiter erhitzen. Das brutale Hinspiel im Halbfinale der Champions-League ist immer noch in den Köpfen. Die Königlichen, die das 0:2 aufholen müssen, machten schon vor dem Rückspiel gegen UEFA-Schiedsrichter Frank De Bleeckere mobil.

Der Belgier steht wie der deutsche Wolfgang Stark auf Mourinhos "Schwarzer Liste". In einem Video auf ihrer Webseite werfen die Madrilenen De Bleeckere vor, 2010 den FC Barcelona im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Mourinhos Inter Mailand bevorteilt zu haben. Der 44-jährige Referee hatte damals Thiago Motta wegen eines Fouls gegen Sergio Busquets vom Platz gestellt. Der Barca-Profi habe aber nur geschauspielert, moniert Real. Inter verlor 0:1, kam aber wegen des 3:1 im Hinspiel weiter und holte dann den Titel.

Anzeige gegen Schauspielerei

"Es ist zu hoffen, dass De Bleeckere nicht auch in dieser Partie in die Falle tappt", heißt es weiter im Video. Das Madrider Sportblatt "As" spekulierte sogar, die UEFA habe den Belgier als Strafe für Mourinho nominiert, weil der Coach nach der Schlappe im Hinspiel die UEFA bezichtigt hatte, auf Seiten der Katalanen zu stehen. Nach der Partie wetterte der Portugiese auch gegen Schiedsrichter Stark, der Reals Verteidiger Pepe die Rote Karte gezeigt und Mourinho auf die Tribüne verbannt hatte. Auch der Deutsche sei auf die ständigen Theatereinlagen der Barca-Spieler hereingefallen. In einer absurd anmutenden Anzeige gegen den FC Barcelona forderte Real die UEFA auf, gleich gegen sieben Spieler wegen vorgetäuschter Fouls und unsportlichen Verhaltens vorzugehen: Alves, Piqué, Mascherano, Busquets, Keita, Pedro und Messi. Ebenso wurde eine Strafe für Trainer Josep Guardiola verlangt, weil dieser die Spieler zur Schauspielerei animiere. Die Beschwerde gegen Alves, Busquets und Pedro wurde jedoch bereits von der UEFA-Disziplinarkommision abgewiesen, wohingegen die Prüfung der anderen Anzeigen noch aussteht.

Provokation auf beiden Seiten

Die Katalanen veröffentlichten ihrerseits ein Video, das unter anderem ein schweres Foul an Weltfußballer Messi durch Pepe und die Erfolge gegen den Erzrivalen in den jüngsten "Clasicos" zeigt. "Du hast sie leiden und sich freuen sehen, auch in den letzten 90 Minuten werden sie alles geben", heißt es in dem mit schwermütiger Musik unterlegten Film, den Real Madrid als Provokation wertete.

"Wir sind schon ausgeschieden"

Die Königlichen haben jedenfalls einen schweren Stand. "Wir sind schon ausgeschieden", hatte Mourinho nach der 0:2-Heimpleite vergangene Woche eingeräumt. "Real Madrid braucht ein Wunder", schrieb auch die Zeitung "El Mundo". Der Portugiese muss im Gegensatz zum Hinspiel offensiv spielen lassen. Karim Benzema, Cristiano Ronaldo, der Ex-Bremer Mesut Özil und Angel Di María sind für den Angriff vorgesehen. Sami Khedira ist weiterhin verletzt und wird nicht spielen.

Mourinho muss auf der Tribüne sitzen

Für den 48-jährigen Trainer ist die Partie die bislang größte Bewährungsprobe beim spanischen Rekordmeister. Denn dass er mit Real den Pokal holte, ist angesichts der Brisanz dieses vierten "Clasicos" schon fast zur Nebensache verkommen - zumal den Katalanen der Ligatitel realistisch nicht mehr zu nehmen ist. "Mourinho wird sich als Coach und nicht als Agitator messen lassen müssen", schrieb die Zeitung "El País". Während des Spiels selbst wird er allerdings nichts ausrichten können, denn er ist gesperrt und muss unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf der Tribüne sitzen. Die Pressekonferenz hinterher darf "The Special One" allerdings besuchen.

"Real Madrid hat nichts zu verlieren"

Die Statistik spricht ebenfalls gegen die Madrilenen. Im europäischen Wettkampf hat noch kein Verein ein 0:2 gegen Barcelona drehen können. Außerdem können die Blauroten wieder auf zwei ihrer Schlüsselfiguren zählen: Abwehrchef Carles Puyol und Mittelfeld-Genie Andrés Iniesta haben ihre Verletzungen auskuriert. Trainer Guardiola gibt sich aber wie gewohnt zurückhaltend: "Ich habe das Gefühl, dass wir es sehr schwer haben werden. Real Madrid hat schließlich nichts zu verlieren."

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Quelle: sid , dpa

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