21.02.2012, 12:53 Uhr
Der neue Hertha-Trainer Otto Rehhagel kann sich ein längeres Engagement beim Berliner Bundesligisten vorstellen. Zwar ist der Vertrag des 73-Jährigen als Coach bis zum Ende der laufenden Saison begrenzt, der "Bild"-Zeitung verriet Rehhagel aber, dass das nicht zwangsläufig hieße, "dass meine Karriere damit beendet sein muss."
"Wenn man mich um Hilfe bittet, könnte ich mir auch eine Rolle als sportlicher Berater vorstellen", sagte der Routinier weiter. Der 73 Jahre alte Coach war am vergangenen Sonntag als Nachfolger von Michael Skibbe vorgestellt worden. Rehhagel soll den Verein vor dem Abstieg in die Zweite Liga bewahren. Von 1963 bis 1966 hat er selbst für den Hauptstadtklub gespielt - es war seine erste Station in der Bundesliga.
Hertha-Präsident Werner Gegenbauer schließt eine weitere Beschäftigung Rehhagels nicht aus. "Es hat sich gezeigt, dass uns Otto Rehhagel in der Vergangenheit immer verbunden war", sagte Gegenbauer. "Es liegt jetzt an uns, seine Erfahrung auch in Zukunft für Hertha BSC zu nutzen."
Unterdessen fand das erste Hertha-Mannschaftstraining unter der Leitung von Rehhagel statt. Dick eingepackt gab der Coach im dichten Berliner Schneetreiben nach mehr als elf Jahren sein Comeback auf einem Bundesliga-Trainingsplatz. Im Daunenmantel beaufsichtigte der Altmeister seine erste Übungseinheit. Den Auftakt der Mission Klassenverbleib konnten auch ein Wintereinbruch und widrigste äußere Bedingungen nicht verzögern.
Schon um 08.15 Uhr hatte sich Rehhagel auf der Geschäftsstelle des krisengeschüttelten Berliner Klubs den Mitarbeitern vorgestellt. In einer folgenden halbstündigen Ansprache schwor er die Mannschaft auf die verbleibenden zwölf Partien ein - und hinterließ dabei mächtig Eindruck. "Wenn ein Otto Rehhagel einen Raum betritt, füllt er den Raum", berichtete Mittelfeldspieler Peter Niemeyer. Es gehe darum, "unnötige Kriegsschauplätze" zu vermeiden, hatte Rehhagel bereits bei seiner Präsentation in der Hauptstadt unterstrichen.
Um 10.12 Uhr schickte Rehhagel die Spieler erstmals auf den schneebedeckten Trainingsplatz. Die Übungseinheit, die zunächst von den Assistenten René Tretschok und Ante Covic geleitet wurde, begann mit einem internen Trainingsspiel. Rehhagel selbst - im Gegensatz zu fast allen anderen Akteuren auf dem Feld ohne wärmende Mütze - griff nach rund 40 Minuten erstmals ein, brach die Partie ab und versammelte seine Profis für Anweisungen zu einem Kreis.
Am kommenden Samstag wird Rehhagel dann zum 821. Mal als Trainer bei einem Bundesligaspiel an der Seitenlinie stehen. Beim Mitaufsteiger FC Augsburg soll nach zuletzt fünf Bundesliga-Pleiten in Folge die Trendwende geschafft werden.
Quelle: sid , dpa , FUSSBALL.DE
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