24.04.2011, 16:21 Uhr
Aufsteigen bei Kaffee und Kuchen - entspannter als Hansa Rostock kann man die Rückkehr in die 2. Bundesliga wohl kaum erleben. Nachdem der letzte DDR-Meister seine "Matchbälle" in Saarbrücken und gegen Sandhausen vergeben hatte, sorgte Rot-Weiß Erfurt am Samstag mit einem Sieg beim SV Wehen Wiesbaden für Vollzug im Aufstiegskampf und verwunderte Gesichter auf einer Autobahnraststätte.
"Wir haben es während einer Pause erfahren. Die Leuten haben sich gewundert, warum sich unsere Spieler plötzlich in den Armen liegen", sagte Hansa-Trainer Peter Vollmann dem Norddeutschen Rundfunk auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei Bayern München II.
Doch die Glücksgefühle der Rostocker Spieler mündeten (noch) nicht in einer langen Party, denn Hansa wollte Eintracht Braunschweig den Meistertitel in der 3. Liga noch streitig machen. Nach dem 0:0 beim feststehenden Absteiger und nun sieben Punkten Rückstand auf die Niedersachsen, drei Spieltage vor Saisonende, war es das wohl mit diesem Ziel - und es kann kräftig gefeiert werden.
Die Rückkehr in die zweithöchste deutsche Spielklasse bedeutet für die Mecklenburger die Vergoldung ihres Jubiläumsjahres: Am 4. Mai 1991 machten sie die letzte DDR-Meisterschaft mit einem 3:1 gegen Dynamo Dresden perfekt und qualifizierten sich für die erste Bundesliga-Saison nach der Wiedervereinigung. Es ist die einzige Meisterschaft der Rostocker.
Der Pokalsieg im selben Jahr, ebenfalls einmalig in der Vereinsgeschichte, komplettierte die erfolgreichste Saison der Hansa-Kogge. Der Abstieg in die 3. Liga 2010 war der tiefste Fall in der 45-jährigen Vereinsgeschichte. Die sofortige Rückkehr ist vor allem mit zwei Namen verbunden: Trainer Peter Vollmann und Vorstand Stefan Beinlich misteten den Kader aus und stellten in kürzester Zeit eine erfolgshungrige Mannschaft zusammen, die nicht nur schnell zum Erfolg kam, sondern auch Perspektive besitzt.
Mittelfeldmann Kevin Pannewitz, Stürmer Lucas Albrecht und Torwart Kevin Müller wurden allesamt 1991 geboren - kein Wunder, dass Rostocker Fans wieder von glanzvollen Tagen träumen. Im Rennen um den dritten Tabellenplatz, der zu Relegationsspielen gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga berechtigt, entwickelt sich ein Vierkampf. Durch seinen 1:0-Sieg in Wiesbaden belegt Erfurt derzeit punktgleich vor Dynamo Dresden und Wiesbaden den begehrten Rang. Dresden setzte sich am Samstag mit 4:0 gegen die SpVgg Unterhaching durch.
Einen Punkt hinter den drei Teams folgt Kickers Offenbach. Die Hessen mussten mit dem 1:2 bei Spitzenreiter und Aufsteiger Braunschweig einen Dämpfer im Aufstiegskampf hinnehmen. Im Tabellenkeller wird die Luft für Rot Weiss Ahlen immer dünner. Bei Stuttgart II bekam das Team von Trainer Arie van Lent eine 1:5-Abfuhr und bleibt damit auf Abstiegsrang 18. Stuttgarts Stefan Schipplock traf dreimal.
Quelle: sid
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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