08.02.2010, 11:02 Uhr
LIGA total! Experte Rudi Bommer (Foto: imago)Der FC Bayern kommt immer stärker ins Rollen. Hätten Sie gedacht, dass Trainer van Gaal nach dem schwierigen Anfang noch so die Kurve kriegt?
Van Gaal hatte von Anfang an konkrete Vorstellungen, und es bedarf generell der Zeit, ein eigenes System umzusetzen. Es hat auch in München gedauert, bis er seine Philosophie den Spielern aufgedrängt hat. Vielleicht wollten auch einige Spieler die Veränderung nicht. Man hat aber gesehen, dass er den einen oder anderen öffentlich an den Pranger gestellt und sogar draußen gelassen hat. Plötzlich funktionierte es. Man erkennt mittlerweile seine Handschrift.
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Wer wird Meister, wer steigt ab, und warum? Marschieren die Bayern durch?
Nein! Natürlich gibt es auch noch Bayer Leverkusen. Und wenn die beiden sich Ausrutscher leisten, liegt Schalke in Lauerstellung. Ich traue Felix Magath viel zu. Ich glaube jedoch, dass die Bayern aufgrund der größten Erfahrung die Meisterschaft gewinnen werden. Die Situation im unteren Tabellendrittel ist spannend. Hier ist noch viel im Fluss. Hannover 96 ist dabei allerdings besonders gefährdet, weil sie nicht wissen, wie es ist, im Abstiegskampf zu stehen. Hier hat ein Klub wie Nürnberg einen Vorteil aufgrund der größeren Erfahrung, vor allem in Person von Dieter Hecking. Er kennt die Situation. Um Hertha ist es schlecht bestellt. Auch wenn dort in Friedhelm Funkel ein Freund arbeitet, glaube ich, dass es sehr schwer wird. Ich kann aus eigener Erfahrung (Bommer stieg in der Saison 2007/2008 mit dem MSV Duisburg aus der Bundesliga ab, d. Red.) sagen, dass es mit einem so überschaubaren Punktestand fast unmöglich wird. Schade, dass Berlin so spät erst angefangen hat, zu punkten. Ich wünsche Friedhelm das Beste.
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Sie waren als Spieler und Trainer für Eintracht Frankfurt tätig. Was sagen Sie zum Spiel in Dortmund? Was trauen Sie der Eintracht bis zum Saisonende zu?
Auf jeden Fall das beste Abschneiden seit langer Zeit. Die Eintracht spielt stärker denn je und ist gut in diese Saison eingestiegen. Die Frankfurter haben zwar zwischendurch geschwächelt, sich aber eindrucksvoll gefangen. In Dortmund hat die Eintracht ein sehr gutes, sehr routiniertes Spiel abgeliefert und steht mit 31 Punkten optimal da.
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Erkennen Sie die Handschrift von Trainer Skibbe?
Er hat wichtige Umstellungen gemacht. Frankfurt praktiziert ein erfolgreiches Pressing und hat sich unter Skibbe äußerst gut entwickelt. Auch wichtige Personalentscheidungen haben gegriffen. Skibbe hat Patrick Ochs vom rechten Verteidiger ins Mittelfeld vorgezogen, und auch Neuzugang Altintop hat gegriffen, er passt sehr gut zur Mannschaft. Hier war es wichtig, dass Skibbe auf dem Transfer bestanden hat.
Skibbe legte sich mit öffentlichen Forderungen mit dem Vorstand an. Finden Sie sein Verhalten richtig?
Ich sehe das zweigeteilt. Wenn es Probleme gibt, muss man die zuerst "zu Hause" klären, ehe man die Öffentlichkeit sucht. Allerdings ist es unter Umständen auch notwendig, lauter zu werden. Ich glaube Skibbe hat von seinen vorherigen Trainerstationen gelernt, wo er immer nur der nette Skibbe war. Heute sagt er sich: "Ich bin jetzt auch mal laut", auch wenn dadurch Konsequenzen drohen.
Quelle: t-online.de
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