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Van Nistelrooy muss auf die Bank

15.12.2010, 13:38 Uhr | dpa

Ruud van Nistelrooy droht beim Hamburger SV die Rolle des Reservisten. (Foto: imago)

Ruud van Nistelrooy droht beim Hamburger SV die Rolle des Reservisten. (Foto: imago)

Trainer Armin Veh versucht mit aller Macht, den Karren beim Hamburger SV noch aus dem Dreck zu ziehen. Dabei scheut er auch nicht vor harten Maßnahmen. Für das anstehende Spiel bei Borussia Mönchengladbach degradiert Veh seinen Weltstar Ruud van Nistelrooy zum Reservisten.

Kampfkraft und Laufstärke sollen der Schlüssel zum Erfolg beim Tabellenletzten sein. Qualitäten, die van Nistelrooy in Vehs Augen derzeit nicht zu leisten im Stande ist. Den Muskelfaserriss Anfang November habe der Niederländer noch nicht richtig auskuriert. "Bei diesem Wetter zwickt's noch ein bisschen mehr", sagte Veh laut "Hamburger Morgenpost". Dennoch wirkte der 34-Jährige seit seiner Verletzung bereits in vier Partien mit, zweimal stand er sogar in der Anfangsformation.

Schlechte Stimmung in der Mannschaft

Doch der Ärger um van Nistelrooys ist nicht die einzige Baustelle an der Elbe. Der HSV bleibt derzeit alles schuldig, was eine funktionierende Mannschaft ausmacht. "Man sieht deutlich, dass es innerhalb der Truppe nicht funktioniert", sagte HSV-Idol Uwe Seeler laut "Sport Bild". Bestes Beispiel: die Privat-Fehde zwischen Abwehrmann Guy Demel und Torwart Frank Rost. Die beiden haben während ihrer gemeinsamen Zeit beim HSV noch nie ein Wort gewechselt, woraus Demel auch kein Geheimnis macht: "Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass Frank und ich nie miteinander reden."

Zustände, die Kapitän Heiko Westermann zweifeln lassen. "Wenn wir ein Sauhaufen wären, hätten wir ganz sicher nicht einmal 21 Punkte", versucht der Nationalspieler das Problem zwar kleinzureden, muss aber einräumen: "Wir können nicht an der ursprünglichen Zielsetzung festhalten, die Ansprüche sind zu hoch." Sprich: Westermann traut der Mannschaft nicht zu, am Ende der Saison die Minimalvorgabe Platz fünf und die damit verbundene Qualifikation zur Europa League zu erfüllen.

Scharfe Kritik an Sportchef Reinhardt

In dieser Krise wäre eine starke sportliche Führung hilfreich, doch die ist zu allem Überfluss mehr mit sich selbst beschäftigt, als an der Lösung der Probleme zu arbeiten. Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker seinen Rückzug angekündigt hatte, tobt der Kampf um die Nachfolge. Aufsichtsratsmitglied Peter Becker rührt schon kräftig die Werbetrommel und ist um kernige Aussagen nicht verlegen. Ziel seiner Attacken: Sportchef Bastian Reinhardt. "In den Vorstand gehört exzellente sportliche Kompetenz - und kein Berufsanfänger", sagte Peter Becker laut "Hamburger Morgenpost".

Reinhardt war zu Saisonbeginn nach einjähriger Suche überraschend als neuer Sportchef präsentiert worden. Zuvor hatte der frühere Abwehrspieler als Praktikant in der Presseabteilung des Vereins gearbeitet. Becker räumte "entscheidende Fehler" bei der Sportchefsuche ein und folgerte: "Auch die Entscheidung war ein Fehler." Am 9. Januar wird der Aufsichtsrat von den Mitgliedern neu gewählt, in dessen Hand auch das Schicksal von Hamburgs Boss Bernd Hoffmann liegt.

Veh fordert einen Innenverteidiger

Veh plant jedenfalls schon über dieses Datum hinaus und bastelt schon an der Mannschaft für die Rückrunde. "Aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall notwendig, noch einen Innenverteidiger zu holen. Es wäre fahrlässig, wenn man es nicht täte", sagte der Coach. Spekulationen um einen möglichen Abgang des niederländischen Vize-Weltmeister Eljero Elia in der Winterpause erteilte Veh derweil eine Absage. "Das ist überhaupt kein Thema für uns. Wir können keinen weiteren Spieler abgeben." Dem HSV steht eine heiße Winterpause bevor.

Quelle: dpa

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