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WM 2010

Hitzfeld bürgt für Qualität

19.05.2010, 06:38 Uhr

Starke Bindung zur Schweiz: Ottmar Hitzfeld. (Foto: imago) Starke Bindung zur Schweiz: Ottmar Hitzfeld. (Foto: imago)Die EM-Tränen sind getrocknet, die Schweiz wagt einen neuen Anlauf in Richtung Beletage des Weltfußballs. Nach dem ernüchternden frühen Aus als Gastgeber der Euro 2008 hat die Nati wieder allen Grund optimistisch zu sein, schließlich verfügt sie über starke Routiniers, einen Haufen toller Nachwuchsspieler und einen der besten Trainer der Welt.

Die Qualifikation

Der Weg nach Südafrika begann für die Schweiz ziemlich holprig. Einem 2:2 in Israel folgte die überaus peinliche 1:2-Heimniederlage gegen die Fußballzwerge aus Luxemburg. Doch danach legten die Eidgenossen mit fünf Siegen in Folge eine beeindruckende Serie hin, die den Grundstein für die letztlich souveräne Qualifikation legte. Mit 21 Punkten aus zehn Spielen und 18:8 Toren schaffte die Schweiz als Spitzenreiter der Gruppe 2 den Sprung nach Südafrika.

Der Trainer

Für die Weltmeisterschaft 2010 haben sich die Schweizer einen der besten Trainer der letzten zwanzig Jahre geholt: Ottmar Hitzfeld. Der 61-Jährige führt den Begriff „Erfolg“ als zweiten Vornamen. Seine Titel komplett aufzuzählen, sprengt den Rahmen. Über allem stehen insgesamt sieben deutsche Meisterschaften und die beiden Erfolge in der Champions League mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern. In beiden Städten weinen sie ihrem Ottmar noch immer manche Träne nach. Der Mathematiklehrer verfügt über einen großen analytischen Sachverstand, der sich in seiner Rolle als Fußball-Experte im Fernsehen bewundern lässt. Hitzfeld hat immer gesagt, dass der Posten als Nationaltrainer die Krönung seiner Karriere wäre. Beim DFB hatte sich die Gelegenheit nie ergeben, aber die Nati dürfte für Hitzfeld, der seine außergewöhnliche Karriere in der Schweiz begann und eine starke Bindung zu den Eidgenossen hat, mehr als nur die zweite Wahl gewesen sein, als 2008 ein Nachfolger für den verehrten Jakob „Köbi“ Kuhn gesucht wurde.

Der Star

Der Schweizer Frei muss bei der EM 2008 verletzt vom Feld. (Foto: imago) Der Schweizer Frei muss bei der EM 2008 verletzt vom Feld. (Foto: imago)Für die Schweizer war es vielleicht die Szene der EM 2008. Schon im Auftaktspiel gegen Tschechien verletzte sich Alexander Frei schwer und humpelte unter Tränen vom Platz. Mit ihm verschwanden die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Turnier im eigenen Land. Der verletzungsanfällige Routinier vom FC Basel ist immer noch enorm wichtig für das Wohl und Wehe der Schweizer Nati, für die der Kapitän statistisch gesehen in jedem zweiten Spiel trifft. Ende 2009 kommt er in 72 Länderspieleinsätzen auf 40 Tore. Frei ist ein großer Kämpfer und Antreiber, das machte den 29-Jährigen schon in seinen drei Jahren bei Borussia Dortmund zum Publikumsliebling. Für den BVB traf er bis zu seinem überraschenden Abschied im Sommer 2009 in 74 Spielen stolze 34 Mal. Der ebenso kopfball- wie schussstarke Stürmer startete seine Karriere einst beim FC Basel, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte. Es folgten Stationen in Thun, Luzern und bei Servette Genf. Der Durchbruch gelang dem Mittelstürmer in Frankreich, bei Stade Rennes. Schon im zweiten Jahr war er zweitbester Torjäger der Ligue 1, in der Saison 2004/2005 sogar Torschützenkönig.

Die Aussichten

Die große Zeit der Schweiz wird vielleicht noch kommen, der Gewinn der U-17-Weltmeisterschaft 2009 ist jedenfalls eine großes Versprechen auf die Zukunft. Aber auch jetzt schon wissen die Schweizer viele gute Kicker in ihren Reihen, angefangen bei Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio, über Arsenal-Verteidiger Philippe Senderos und Leverkusens Mittelfeld-Ass Tranquillo Barnetta bis hin zu Nürnbergs Shooting-Star Albert Bunjaku und Leverkusens Eren Derdiyok. Hitzfeld hat eine gute Mischung gefunden. Nur Elfmeter sollten sie in der Schweiz vielleicht noch mal üben, damit sich das Null-Tore-Drama gegen die Ukraine vom WM-Achtelfinale 2006 nicht wiederholt.

 

Schweiz im Überblick:

Spitzname

Nati

Trainer

Ottmar Hitzfeld

Kapitän

Alexander Frei

Größter Erfolg

WM-Viertelfinale 1934, 1938, 1954

FIFA-Weltranglistenplatz

18

Bisherige WM-Teilnahmen

9

WM-Bilanz

So lief die Qualifikation

Bilanz gegen Deutschland


Quelle: t-online.de

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