07.01.2012, 12:22 Uhr
Die Polizei versucht, die Lage im St. Pauli-Fanblock in den Griff zu bekommen. (Foto: dapd)
Bei einem Hallenfußballturnier in Hamburg ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen in der Alsterdorfer Sporthalle forderten insgesamt 49 Verletzte, darunter elf Polizisten. Weitere 40 Personen mussten nach dem Einsatz von Pfefferspray von den Sanitätskräften in der Halle an den Augen behandelt werden.
Insgesamt 74 Randalierer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, davon 72 Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli. Zwei Rowdys wurden festgenommen. Beteiligt waren auch Fans des Regionalligisten VfB Lübeck sowie Berichten zufolge auch Anhänger des nicht-teilnehmenden Hamburger SV. Die Hamburger Polizei musste mit insgesamt 250 Einsatzkräften einschreiten.
Das Ausmaß der Krawalle war so groß, dass der zweite Turniertag des traditionellen "Schweinske-Cups" zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Veranstaltung abgesagt wurde. "Das war ein krimineller Akt, das war vorbereitet. Die Chaoten waren offensichtlich verabredet", sagte Organisator Peter Sander
Gegen 19 Uhr kam es zwischen Fans des Regionalligisten VfB Lübeck und des Zweitligisten FC St. Pauli auf den Tribünen zu heftigen Auseinandersetzungen. "VfB-Fans haben die Absperrungen im Toilettenbereich überwunden. Sie sprangen über eine drei Meter hohe Balustrade und rannten Richtung Pauli-Block. Dort versuchten sie Fahnen und Banner zu entwenden. Die Beamten gingen mit Reizgas vor und trennten die Gruppen", sagte Sander n den "Lübecker Nachrichten". Das zweite Turnierspiel zwischen Respect United und dem dänischen Klub FC Nordsjaelland musste immer wieder unterbrochen werden. Die Polizei versuchte, die prügelnden Fans zu trennen.
Zunächst gingen die Spiele weiter, doch die Lust war allen sportliche Beteiligten vergangen. "Traurig, da muss man sich Sorgen machen», sagte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte. Und sein Spieler Fabian Boll sagte der "Bild"-Zeitung: "Das tue ich mir nicht an. Ich gehe nach Hause." Im weiteren Verlauf setzten sich die Ausschreitungen auch vor der Halle fort. Die Zuschauer flüchteten schließlich nach draußen, und das Turnier wurde abgebrochen. Die Lage beruhigte sich erst nach mehreren Stunden. Weitere Teilnehmer des Turniers waren Lyngby BK, der FC Midtjylland und der SC Condor Hamburg.
Quelle: dapd , dpa , sid
Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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