10.10.2012, 16:45 Uhr | dfb.de
Hat maßgeblichen Anteil am Erfolg des OFC: Sead Mehic. (Quelle: imago)
Rekordhalter Sead Mehic: Der 37 Jahre alte Mittelfeldspieler und Kapitän von Kickers Offenbach ist aktuell der älteste Feldspieler in den ersten drei Ligen Deutschlands. Der Routinier hat entscheidenden Anteil daran, dass der ehemalige Bundesligist und DFB-Pokalsieger von 1970 in der 3. Liga prächtig in Form ist. "Für mich ist es nicht so wichtig, dass ich der älteste Feldspieler bin. Das ist allenfalls Bonus", sagt Mehic: "Viel entscheidender ist, dass ich mit 37 Jahren in der dritthöchsten Liga spielen darf und noch gebraucht werde. Das macht mich schon stolz."
Nachdem der OFC mit vier Niederlagen aus vier Partien denkbar schlecht in die Saison gestartet war, hat sich die Mannschaft um Mehic inzwischen vom Tabellenende bis auf Rang sieben vorgearbeitet. Seit neun Spielen sind die Offenbacher ohne Niederlage. Die Aufstiegsplätze sind nur noch fünf Punkte entfernt. "Mein Wunsch ist der Aufstieg", sagt Mehic: "Unsere Serie ist kein Zufall, sondern der Beweis dafür, dass unsere Mannschaft über viel Qualität verfügt. Es geht nun darum, noch härter zu arbeiten. Im Erfolg muss man noch mehr investieren."
"Mein Job ist es, das Team zu führen und zu dirigieren"
Angst vor einem Ende der Serie hat der Routinier, der über die Erfahrung von 72 Zweitliga- und 81 Drittligaeinsätzen verfügt, nicht. "Wir wissen aus den ersten vier Spielen, wie man es nicht machen darf", betont Mehic: "Da haben wir gedacht, es ginge nur mit spielerischen Mitteln. Die Grundtugenden haben wir viel zu sehr vernachlässigt. Ich bin Realist und weiß, dass jede Serie einmal zu Ende geht. Aber wir werden dann ganz bestimmt nicht in ein Loch fallen."
Auf dem Platz nimmt er eine Schlüsselrolle ein. Auf der Sechserposition im defensiven Mittelfeld ist Mehic Bindeglied zwischen Offensive und Defensive. In dieser Saison hat er nur die ersten beiden Meisterschaftspartien wegen eines Rippenbruchs in der Vorbereitung verpasst. "Mein Job", sagt Mehic, "ist es, die Mannschaft zu führen und zu dirigieren."
Karriereende noch nicht in Sicht
Begonnen hat die Laufbahn von Mehic, der mit seiner Familie 1992 als Kriegsflüchtling nach Deutschland kam, sehr viel weiter vorne im Sturm. In seiner ersten Profisaison 1997/1998 bei Eintracht Frankfurt gelang ihm bei 16 Einsätzen zwar kein Treffer, am Ende durften die Hessen aber die Rückkehr in die Bundesliga feiern. Mehic wurde für eine Saison an den SV Meppen ausgeliehen, weitere Stationen waren der SV Wehen Wiesbaden, der 1. FC Eschborn (Aufstieg in die Regionalliga Süd 2005) und Rot-Weiß Oberhausen. Beim FSV Frankfurt, bei dem Mehic von 2006 bis 2010 kickte und von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga aufstieg, wurde er vom damaligen Trainer Tomas Oral (aktuell FC Ingolstadt) zum Mittelfeldspieler umgeschult. "Es war ein Experiment, das gut geklappt hat", erinnert sich Mehic.
Seit 2010 trägt Mehic das Offenbacher Trikot. Ein baldiges Ende der Karriere ist trotz des hohen Fußball-Alters nicht in Sicht. "Manchmal bekomme ich es selbst ein wenig mit der Angst zu tun", gibt der Profi zu: "Ich habe überhaupt keine Wehwehchen, fühle mich topfit. Erst an dem Tag, an dem ich nicht mehr helfen kann, höre ich auf."
"Möchte auch in Zukunft im Fußballbereich tätig sein"
Für die Karriere nach der Karriere hat der Familienvater bereits einen Plan. Vor einigen Jahren hat er ein Sportmanagement-Studium abgeschlossen. "Ich fühle mich in der Region und bei den Kickers sehr wohl", sagt Mehic: "Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, im Verein zu bleiben. In jedem Fall möchte ich auch in Zukunft im Fußballbereich tätig sein."
Nun stehen aber erst einmal die Herausforderungen auf dem Platz im Mittelpunkt. Nach der Länderspielpause steht die Erfolgsserie der Kickers in der Auswärtspartie beim Spitzenreiter SC Preußen Münster auf dem Prüfstand. Die Westfalen sind sogar seit zehn Ligaspielen ungeschlagen. Ende des Monats wartet dann im Offenbacher Stadion ein weiterer Höhepunkt. In der zweiten Runde des DFB-Pokals erwarten die Hessen den Zweitligisten Union Berlin.
Quelle: dfb.de
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