16.01.2013, 11:48 Uhr | FUSSBALL.DE
Matthias Sammer dreht in München derzeit jeden Stein um. (Quelle: Team 2/imago)
Es war der große Traum von Uli Hoeneß. Im Vorfeld der WM 2006 sagte der damalige Manager und jetzige Präsident des FC Bayern München, er wolle aus dem Klub den FC Bayern Deutschland machen. Das Vorhaben ging bekanntlich schief. Jetzt ist es Matthias Sammer, der dieses Vorhaben wieder aufgegriffen hat und das Projekt vorantreibt. "Der theoretische Ansatz ist, bevorzugt deutsche Spieler zu verpflichten", sagte der 45-Jährige der "Sport Bild". Doch das ist noch nicht alles. Sammer denkt sogar über einen Umzug des gesamten Klubs nach.
80.000 Quadratmeter ist das Trainingsgelände an der Säbener Straße in München Harlaching groß. Es wurde in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut. Mittlerweile ist der Klub an die Grenzen gestoßen. Mehr geht nicht. "Ist die Säbener Straße eine Traditionsstätte? Ist die Säbener, unter den Voraussetzungen, die wir bei den Profis für absolutes Weltniveau brauchen, zukünftig geeignet oder nicht? Da gibt es viele Überlegungen, aber noch keine Tendenz", sagt Sammer zur Zukunft des jetzigen Trainingsstandortes.
"Das Einzige, was man zum jetzigen Zeitpunkt seriös sagen kann: dass die Säbener Straße für alle Beteiligten in Inhalt und Infrastruktur langsam zu klein wird", deutete Sammer allerdings eine Veränderung an. "Wir müssen uns auf Dauer darüber Gedanken machen, wie wir dem Anspruch des FC Bayern in Inhalt und Organisation gerecht werden wollen. Das wird mit dieser Größenordnung nicht möglich sein."
Sammer möchte aber nicht nur dem Vereinsgelände ein neues Gesicht verpassen, sondern auch der Mannschaft. Die Verpflichtung des Mainzers Jan Kirchhoff ist dabei ein erster Fingerzeig. Nachdem die Arbeit der Bundesliga-Leistungszentren immer mehr Früchte trägt und viele top-ausgebildete deutsche Spieler auf den Markt drängen, will Sammer bevorzugt diese Akteure nach München holen.
Die "charakterlichen Eigenschaften und sportlichen Qualitäten" deutscher Spieler seien für den FC Bayern "sehr interessant", sagte Sammer. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Spieler bei uns integrieren, ist sehr hoch." Der Bayern-Funktionär weiter: "Die Frage ist: Wo liegt der Schwerpunkt? Es gibt den Nachwuchs-, den Übergangs- und den Spitzenbereich. Speziell im Nachwuchsbereich wird – nicht ausschließlich, aber sehr stark – der Schwerpunkt in Deutschland liegen."
Doch der Transfer-Fokus des FC Bayern soll nicht nur auf den deutschen Top-Talenten liegen. Sammer: "Aber auch im Übergangs- und Spitzenbereich liegt der Fokus auf Qualität in deutscher Richtung, aber nicht nur." Mit anderen Worten: Nur noch in Ausnahmefällen wird der FC Bayern Stars aus anderen Ländern verpflichten.
Bereits jetzt stellen die Münchner mit Manuel Neuer, Philipp Lahm, Holger Badstuber, Jerome Boateng, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Thomas Müller und Mario Gomez acht deutsche Nationalspieler. In Zukunft sollen es laut Sammer noch viel mehr werden.
Wen er dabei alles auf dem Zettel hat, ist reine Spekulation. "Auf einzelne Namen gehe ich nicht ein", sagte Sammer. Zuletzt wurde über das Interesse der Bayern am Frankfurter Shooting-Star Sebastian Rode (22 Jahre alt) spekuliert. Auch der gleichaltrige André Schürrle von Bayer Leverkusen oder Schalkes Top-Talent Julian Draxler (19) dürften interessant für den FC Bayern sein.
Quelle: FUSSBALL.DE
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