27.05.2011, 17:23 Uhr
Nach der Steuerrazzia setzen sich die Verantwortlichen des VfL Osnabrück zur Wehr. (Foto: imago)
Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück hat auf die Anschuldigungen der Steuerfahndung reagiert und dem Verdacht der Steuerhinterziehung massiv widersprochen. "Der Vorwurf der verdeckten Lohnzahlung an Spieler und die damit im Zusammenhang stehende Unterlassung von Lohnsteuerzahlungen, Leistungen von Nebenabgaben und Sozialversicherungsbeiträgen entspricht nicht der Wahrheit", sagte VfL-Geschäftsführer Ralf Heskamp.
"Der Verein hat sämtliche Unterlagen im Rahmen der Betriebsprüfung offen gelegt und sich in jeder Hinsicht kooperativ gezeigt", fügte er hinzu. Zudem weist der Verein Vorhaltungen zurück, dass er Einnahmen aus Eintrittsgeldern sowie Erlöse aus Freundschaftsspielen nicht vollständig angegeben habe.
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Das Präsidium der Niedersachsen verurteilte den Zeitpunkt der Anschuldigungen und die Vorgehensweise der Steuerfahndung. "Wir sind entsetzt, mit welcher Leichtfertigkeit da gehandelt wird", sagte Vizepräsident Gert Lehker. Der Klub, der am Dienstag Dynamo Dresden in der Relegation mit 1:3 unterlag, muss bis zum 1. Juni seine Liquidität nachweisen, um die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten.
Diesbezüglich gab sich Präsident Dr. Dieter Rasch optimistisch. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das realisiert bekommen, aber wir haben einen harten Weg vor uns", erklärte Rasch, der seit 1997 an der Spitze des Traditionsvereins steht. Forderungen nach einem Rücktritt will der Jurist nicht nachkommen: "Das wäre unverantwortlich und nicht der richtige Moment, zu sagen: Ich schmeiße hin."
Die Vorwürfe der Steuerfahndung gegenüber dem VfL Osnabrück waren am Donnerstag bekannt geworden. Beamte durchsuchten die Geschäftsräume des Vereins sowie Wohnungen von aktuellen und ehemaligen Spielern sowie der Klubverantwortlichen, dabei beschlagnahmten sie Unterlagen und sicherten Daten von Festplatten. Bei einer Betriebsprüfung des Finanzamtes für den Zeitraum von 2006 bis 2009 sollen schwerwiegende Mängel in der Buchführung festgestellt worden sein.
Gegen die Profis der Norddeutschen wird ausdrücklich nicht ermittelt, sie gelten als Zeugen. Bei den insgesamt neun Beschuldigten handelt es sich um aktuelle und bereits ausgeschiedene Mitglieder des Vorstandes und der Geschäftsführung.
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Fans sollen über weiteres Vorgehen entscheiden.
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